Folgen Sie uns

Indizes

Berichtssaison in den USA – bringt sie die Korrektur?

Avatar

Veröffentlicht

am

Das erste Halbjahr ist vorbei und mit einem Anstieg von 17 Prozent (USA und Deutschland) war es an der Börse eine überaus gute Periode. Aber kann es so weitergehen, bei sich deutlich eingetrübten Indikatoren? Sicherlich ist die Hoffnung auf Zinssenkungen (zunächst Ende Juli) ein großer Faktor – das billige Geld. Aber in Kürze startet die Berichtssaison für das zweite Quartal und die könnte doch zu der ein oder anderen Gewinnmitnahme führen.


Werbung: Trade.com bietet einen der geringsten Spredas aller CFD-Broker beim Germany 30 CFD. Vollständiger Kunden-Support in deutscher Sprache! Und wir bieten Ihnen ein umfangreiches und kostenloses Ausbildungspaket für Ihr zukünftiges Trading. Handeln Sie zum Beispiel Google, Apple, GBP/USD, EUR/GBP, Gold, FTSE, DAX und über 2.100 weitere globale CFDs, einschließlich den neuen Cannabis-Aktien Mehr dazu erfahren Sie beim Klick an dieser Stelle.

Kann es eine Fortsetzung der Börsenrally geben, ohne Gewinnwachstum?

Inzwischen sind Sie nicht mehr zu übersehen, die tiefen Spuren im verarbeitenden Gewerbe: Der globale Einkaufsmanagerindex ist im Mai auf den tiefsten Stand seit der Eurokrise 2012 gefallen. Wie gestern beschrieben nehmen die Sorgen über die weitere Entwicklung zu, viele Unternehmen stellen ihre Investitionsvorhaben zurück. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist allmählich eine Eintrübung erkennbar und die Bereitschaft für Neueinstellungen geht zurück.

Klar folgt die US-Notenbank höchstwahrscheinlich der Wirtschaftsabschwächung mit Zinssenkungen, aber wie wirksam können diese noch sein? Wir stehen vor der US-Berichtssaison für Q2 2019, also müsste auch die immer noch wirksame Triebfeder für die Märkte, die Aktienrückkäufe, für mehrere Wochen wegfallen. Was viele Optimisten vergessen, ist der riesige Basiseffekt der US-Steuerreform 2018, der die Unternehmensgewinne um bis zu 28 Prozent nach oben schraubte. Dieser verfällt mehr und mehr und man schätzt, dass dadurch allein ein Prozent Wachstum bis zum Jahresende wegfällt.

Was wird die Berichtssaison für Q2 bringen?

Das nachlassende Wirtschaftswachstum in den USA, bei einem gleichzeitig stagnierenden Welthandel sollte eigentlich dem Umsatzwachstum der Unternehmen schaden. Insbesondere die High-Tech-Branche hatte deshalb schon vor Kurzem gewarnt und nicht nur um Donald Trump von seinem Vorhaben abzubringen, die Zölle weiter zu erhöhen. Da die Lohnkosten im 50-Jahrestief der Arbeitslosigkeit recht stabil geblieben sind, müsste dies Marge gekostet haben. Über den starken Einbruch im Transport-Index, gerade im Mai inmitten des Quartals, habe ich gestern ausführlich berichtet. Ein Frühindikator, der sich in den Unternehmensausblicken bemerkbar machen müsste.

Eigentlich stand Q2 unter einem sehr schlechten Stern. Zölle, Gegenzölle, schwarze Listen und eine Unsicherheit in den Führungsetagen der Firmen wie schon lange nicht mehr.

Oder aber steht wieder eine Überraschung wie in Q1 ins Haus, als das Bruttoinlandsprodukt mit 3,1 Prozent annualisiert gewachsen war? Schwer vorstellbar. Die große Frage ist, hat der am 28. Juni beschlossene Waffenstillstand zwischen den USA und China die Unternehmen dazu gebracht, ihre abwartende Haltung aufzugeben? Wohl eher nicht, denn jeder weiß, wir sind nur ein paar Tweets entfernt von einer 10 Prozent-Korrektur.

Fazit: Die Berichtssaison ist der Trigger

Die Märkte haben im ersten Halbjahr viel vorweggenommen, jetzt müssten die Unternehmen liefern, zumindest mit ihren Ausblicken. Erinnern wir uns an den Start des Jahres: Man erwartete ein ganz schwaches erstes Quartal, moderate Steigerungen in Q2 und Q3 und einen Sprung der Unternehmensgewinne in Q4. Es kam bisher anders. In Q1 überraschten die Unternehmen, allerdings begannen sie die Aussichten nach und nach nach unten zu setzen – derHandelsstreit hinterließ immer größere Schäden.

Auch wenn Zinsphantasie herrscht, müssen die Firmen jetzt liefern. Bei enttäuschen Ausblicken ziehen viele US-Investoren die Reißleine, dies haben wir schon nach Q1 gesehen, als selbst große Werte über Nacht zweistellige Einbußen verkraften mussten. Denn auch wenn es manch einer anzweifeln mag: Langfristig und geglättet hängt der Indexstand von den kumulierten Unternehmensgewinnen ab – trotz aller Ausreißer. Wie erwähnt, die Effekte der Steuerreform laufen aus, die Auslandsvermögen wurden bereits stark repatriiert. Börse bewertet Zukunft und dies sollte nach und nach berücksichtigt werden.

Deshalb sollten uns besonders die Ergebnisse und Ausblicke der großen Chiphersteller und der Transportunternehmen etwas Aufschluss über künftige Entwicklungen geben.

Die Berichtssaison steht vor der Tür

By Vlad Lazarenko – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=33219566

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Zimmermann

    2. Juli 2019 10:14 at 10:14

    Wenn man den Artikel liest, kann es eigentlich nur nach unten gehen. Sollte es so kommen, muss man wieder „dick“ rein gehen (Powell Put). Denn bis das Finanzsystem kollabiert, wird das Geld vornehmlich in den US-Markt gehen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Indizes

Aktienmärkte: Wie endet das Jahr 2019?

Über die psychologische Lage der Investoren vor den letzten Handelstagen der Aktienmärkte im Jahr 2019

Avatar

Veröffentlicht

am

Es sind nur noch gut ein Dutzend Handelstage für die Aktienmärkte in diesem Börsenjahr – in den letzten Wochen stockte die Jahresendrally, aber wird es im Dezember noch zum Abverkauf der großen Jahresgewinne kommen?

 

2019 – ein bisher großes Börsenjahr für die Aktienmärkte

Wer hätte das zu Jahresanfang gedacht? Nach einem Jahresstart von 10477 Punkten beim Dax und 2476 Punkten beim S&P 500 liegen beide Indizes mit circa 25 Prozent im Plus. Obwohl es mit den Gewinnen im ganzen Jahr permanent nach unten ging und es eine Schere zwischen den Aktienkursen und den gemeldeten Gewinnen gibt, die sich schon gewaltig geöffnet hat.

Zu den Ursachen für diese Rally braucht man an dieser Stelle nicht mehr viel zu erwähnen, es war der monetäre Faktor, also eine Flut von über 100 Zinssenkungen weltweit, die die Rentenmärkte immer unattraktiver als Konkurrenzanlage für die Aktien gemacht haben. Dazu kommt in den USA die Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms in einem Volumen von bisher mindestens 600 Milliarden Dollar. Weitgehend ignoriert haben die Aktienmärkte dagegen die Fakten im Handelsstreit, denn im Verlauf des Jahres wurden die Zölle und Gegenzölle doch andauernd weiter gesteigert – und nicht etwa gesenkt!

Aber die Börse handelt die Zukunft, die jetzigen Aktienkurse sollen das Niveau der Wirtschaftslage des Frühsommers 2020 reflektieren – und da eskomptiert man ein moderates Wachstum, gepaart mit niedrigen, vielleicht noch niedrigeren Zinsen als heute sowie zusätzlich weltweite fiskalische Stimuli – sogar in Deutschland.

Für den weltgrößten Index (S&P 500) ist das bisherige Jahr das achtbeste seit 1957, also seit dem Jahr, seit es den Index in seiner Ausweitung auf 500 Titel gibt.

Für den Dax wäre es das fünftbeste seit dem Jahr 2000, im aktuellen Zyklus seit der Finanzkrise lag nur das Jahr 2012 mit 29 Prozent deutlich besser.

Stellt sich natürlich die Frage: Wird man das Niveau angesichts der noch zu erwartenden Ereignisse bis zum Jahresende halten können?

 

Das psychologische Momentum

Dax und Dow haben erst vor knapp zwei Wochen ihre Jahreshöchststände erreicht, seither geht es eigentlich nur seitwärts, für den Dax genau genommen bereits seit einem Monat. Man verdaut den Riesenanstieg, bei dem im Dax 2000 Punkte seit dem 14. August aufgelaufen sind. Derzeit hält man sich offenkundig wegen der starken Überkauftheit der Aktienmärrkte zurück, will aber auch nicht verkaufen. Sentimentexperte Joachim Goldberg hat dies in den letzten Wochen immer wieder schön beschrieben: Beim Dax-Stand unter 13000 werden immer wieder Käufer in den Markt gelockt, die in diesem Jahr nicht richtig dabei waren – neudeutsch also die „Fear of missing out“. Psychologisch eine immer wiederkehrende Situation, aber angesichts des grandiosen Börsenjahres besonders ausgeprägt:

  • Wer schon länger im Markt ist, hat Angst es könnte eine Korrektur geben und seine Gewinne abschmelzen.
  • Wer aus dem Markt heraus ist, spürt die Angst, er könnte weiterlaufen in Form der sehr häufigen Jahresendrally und man ist selbst nicht dabei.

Wenn man aber gerade erst in den letzten Wochen eingestiegen ist, mit der Hoffnung diese Position zumindest bis zum Jahresende halten zu können, macht einen das Minus an den folgenden Tagen doch nervös und man fragt sich, ob man nicht doch wieder aussteigen sollte.

Ist man ausgestiegen – zum Beispiel wegen der Negativschlagzeilen im Handelskonflikt – hat man bei positiven Meldungen über eine kleine Lösung im Zollstreit „the Deal is so close“, wieder Angst, es könnte genau jetzt drehen und das Investment weglaufen.

Dies sind nur eine Reihe von Empfindungen, die so manchem bekannt sein dürften, die aber derzeit zu einem Patt geführt haben. Die Märkte pendeln bisher um ein gewisses Niveau, in einer insbesondere für den Dax geringen Handelsspanne.

Nicht vergessen sollte man auch das überragenden Interesse der Bonusempfänger am Zustandekommen eines positiven Jahresabschlusses. Zudem: In dem immer stärker werdenden Wettstreit zwischen den passiven Indexfonds ETFs und den aktiven Fonds haben die Erstgenannten wieder einen großen Vorsprung erarbeitet. Soll man jetzt aussteigen, Gefahr laufend, dass es dann vielleicht doch noch in einer Santa Claus-Rally weiter nach oben geht?

In nächster Zeit könnte es doch noch einmal spannend werden.

 

Aktienmärkte: US-Arbeitsmarktdaten und die Deadline 15. Dezember

Bereits am heutigen Tag kommen mit den neuesten Daten zum US-Arbeitsmarkt die wohl relevantesten Daten zur US-Wirtschaft. Nicht nur, weil diese für die Federal Reserve eine entscheidende Größe darstellen, die sogar ihren gesetzlichen Auftrag definieren (nämlich für ein stabiles Wachstum der Beschäftigung zu sorgen), sondern weil der Arbeitsmarkt eine zentrale Bedeutung in der 70 Prozent-US-Konsumökonomie innehat.

Die Beschäftigungssituation ist dabei mehr denn je entscheidend für die hoch verschuldeten Verbraucher. Ein Abbau von Arbeitsplätzen würde sich sehr rasch auf die Konjunktur auswirken und noch „rascher“ auf die Aktienmärkte.

Nach den schwachen Daten des privaten Arbeitsvermittlers ADP am vergangenen Mittwoch hat man ein bisschen Sorge vor den Daten heute um 14:30 Uhr. Auf der anderen Seite muss man aber das Argument anführen, dass die Fed bei einer Abschwächung des Arbeitsmarktes bei gleichzeitig niedriger Inflation „ammunition“ (Munition) für weitere Zinsschritte bekäme. Sehr zum Wohlwollen von Präsident Trump.

Über die Bedeutung des Datums 15. Dezembers wurde hier schon x-fach berichtet. Sollte es tatsächlich zu den Zöllen in Höhe von 156 Milliarden Dollar auf US-Gebrauchsgüter kommen – inklusive der milliardenschweren iPhone-Einfuhren – könnten dies die Aktienmärkte nicht ignorieren. Man hat dies schlichtweg nicht eingepreist – und ein zweiter Effekt wäre sogar noch dramatischer: Den vielen Unternehmenschefs auf dieser Welt würde klar werden, dass es mit dem Handelskrieg weiter geht, ungeachtet der Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und möglicher rezessiver Tendenzen. Und dies wäre die eigentlich schlechte Nachricht.

 

Fazit

Wie bereits schon erwähnt, müsste das Börsenjahr eigentlich mit einem hohen Stand der Indizes enden. Gerade beim Dax existiert eine sehr signifikante Korrelation zwischen der Entwicklung der Kurse in den ersten neun Monaten und dem Schlussquartal. Zumindest seit seinem Start im Jahr 1988 war mit einer Trefferquote von 94 Prozent dann auch das vierte Quartal positiv, eine hohe Signifikanz gibt es auch für die US-Indizes. Aber das Kursschiff muss noch einige Klippen umschiffen, außerdem haben wir einen Unsicherheitsfaktor, den keine Statistik abbilden kann: Donald Trump!

Starten die Aktienmärkte jetzt die Weihnachtsrally?

weiterlesen

Finanznews

US-Arbeitsmarkt: großer Test für die Bullen! Videoausblick

Avatar

Veröffentlicht

am

Heute kommt mit den Daten vom US-Arbeitsmarkt ein großer Test für die Erzählung der Bullen: die Konjunktur werde sich stark erholen, daher würden die Gewinne der Unternehmen nach drei Quartalsrückgängen wieder anziehen – weshalb die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten gerechtfertigt seien. Die Erwartungen an die heutigen Zahlen sind hoch (180.000), und das obwohl einige Indikatoren (ADP Arbeitsmarktbericht, ISM Indizes) auf eher schwache Daten hindeuten. Im Fokus heute auch die zweite Erzählung der Bullen: die Erwartung eines zeitnahen Handelsdeals zwischen den USA und China. Offenkundig fordert Trump, dass Peking sich auf die geforderten Volumina (40-50 Milliarden Dollar pro Jahr) festlegt – nur dann sei er bereit, bestehende Zölle rückabzuwicklen..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Mythos und Realität! Marktgeflüster (Video)

Avatar

Veröffentlicht

am

Nach anfänglichen Gewinnen sind die Aktienmärkte unter dünnsten Volumina wieder leicht ernüchtert – und bald dürften wegweisende Entscheidungen fallen, die die drei dominierenden Narrative der Aktienmärkte auf den Prüfstand stellen werden: erstens die Annahme, dass am 15.Dezember Trump die Strafzölle gegen China nicht einführen wird (aber heute hat Peking Sanktionen gegen US-Diplomaten erlassen). Zweitens, dass die globale Konjunktur sich deutlich erholen wird (aber heute wieder schwache Daten aus Deutschland und der Eurozone; morgen wichtig die US-Arbeitsmarktdaten nach den gestern schwachen US-Konjunkturdaten). Und drittens der Glaube an den ewig währenden Fed-Put, also das Sicherheitsneetz der US-Notenbank unter den Aktienmärkten (nächste Woche Fed-Sitzung)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen