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Bernanke: USA geht es besser als Europa, weil früher mit QE begonnen

FMW-Redaktion

Ben Bernanke, der ehemalige Fed-Chef, sieht die vermeintliche Wirtschaftserholung in den USA als Folge der frühzeitig installierten ultralaxen Geldpolitik: da die USA am schnellsten mit dem QE begonnen hätten, sei die USA auch am ehesten aus der Finanzkrise heraus gekommen, so der ehemalige Notenbanker:

“The U.S. has done much better than any industrial country. Europe is not yet back to the pre-crisis level. What is the main difference between the U.S. and Europe? It took them six years longer to do QE.”

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Hat natürlich alles richtig gemacht: der ehmalige Fed-Chef Ben Bernanke
Foto: Federal Reserve

Aber stimmt diese These? Zunächst einmal kam die USA schneller aus der Krise, weil die von ihr angehäufte Verschuldung vor allem bei minderwertigen Hauskrediten überwiegend ins Ausland exportiert worden war. Die Zeche für den Willen der amerikanischen Politik, dass sich jeder US-Bürger sein eigenes Häuschen leisten können soll (auch wenn er es sich eigentlich nicht leisten konnte), hat also überwiegend das Ausland bezahlt, hier vor allem Deutschland durch die mit subprime-Krediten vollgesogenen Landesbanken.

Noch wichtiger aber ist, dass die Erholung der US-Wirtschaft zyklisch bedingt war: in den USA begann die Krise zuerst, in den USA hörte sie daher auch als erstes auf. Und nach wie vor ist es wahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft eine Scheinblüte erlebt – und eben keinen nachhaltigen Aufschwung!

Bernanke, der seine vermeintlichen Heldentaten im Gefolge der Finanzkrise kürzlich in seinem Buch “The Courage to Act, a Memoir of a Crisis and Its Aftermath” besang, schmettert jede Kritik an dem von ihm betriebenen QE ab: die wachsende Ungleichheit der Einkommen, die auch er konstatiert, sei eine Folge der Globalisierung und des technischen Fortschritts – und eben nicht die Folge seiner Geldpolitik. Das aber ist wohl nur die halbe Wahrheit: denn klar ist, dass die Vermögenden von eben dieser Politik durch die Aufblähung vor allem von Aktienkursen am meisten profitiert haben.

Die Politik der Fed und Bernankes war vor allem darauf ausgerichtet, die Banken des Landes zu retten. Das ist legitim, weil der Zusammenbruch des Finanzsektors in den USA katastrophale Folgen gehabt hätte. Aber ob es den USA besser geht als Europa, weil Bernanke früher mit dem QE begonnen hat als Mario Draghi, ist doch mehr als zweifelhaft. Denn in Europa zeigt sich bisher wenig Wirkung von der vermeintlichen Wunderdroge QE..



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2 Kommentare

  1. Kauft dem Mann einen autonom fliegenden Hubschrauber(wirds wohl neben LKW&PKW auch geben)und versorgt ihn täglich ausreichend mit „frischem“,sprich ungedecktem, Falsch-Geld.Das kann er dann nach Herzenslust abwerfen,ist beschäftigt&geht uns nicht mehr auf den Keks!

  2. was soll der „gute“ mann denn anderes sagen ?

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