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Beruhigung wegen Italien – ist das nachhaltig?

Heute Beruhigung an den Märkten wegen Italien - ist das nachhaltig?

Heute Beruhigung an den Märkten wegen Italien: so plant die neue italienische Regierung zwar weiterhin mit einem Defizit von 2,4% des BIP, will dann aber 2020 das Defizit auf 2,2% und 2021 schließlich auf 2,0% verkleinern.

Das sorgte für Erleichterung, nachdem sich Vertreter der neuen italienischen Regierung und EU-Verantwortliche zuletzt immer wieder verbale Schlagabtäusche geliefert hatten. Die Verkleinerung des Defizits gilt als Entspannungssignal – dementsprechend reagiert der Euro erleichtert:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

 

Die Rendite der 10-jährigen italienischen Anleihe sinkt (und der Kurs steigt) – aber Euphorie sieht anders aus:

 


(Chart durch anklicken vergrößern)

Die Rendite nun bei 3,326% – gestern zum Marktschluß lag die Rendite noch bei 3,47%.

Inzwischen hat Italiens Innenminister Salvini die Zahlen für den Haushalt 2020 und 2021, die zuvor nur von einer italienischen Zeitug kolportiert worden waren, bestätigt – gleichzeitig aber noch einmal mit der Anmerkung, er schere sich nicht um Drohungen der EU, wieder verbal eine Attacke gegen Brüssel geritten.

So oder so: nach wie vor ist unklar, ob die EU-Kommission das Budget Italiens für 2019 mit dem 2,4%-Defizit absegen wird – die Kuh ist also noch lange nicht vom Eis. Durch die wechselseitigen verbalen Attacken ist jedenfalls die Gesprächs-Atmosphäre zwischen Rom und Brüssel schwer gestört!

Nun heißt es abwarten, was die Wall Street macht – die sich bekanntlich nicht wirklich für Italien interessiert..

 

Matteo Salvini

By Presidenza della Repubblica, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68046608



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4 Kommentare

  1. Moin, moin,

    das wird schon klappen mit Italien und die relative „Ruhe“ wird zurückkommen. Wer in Brüssel und oder Berlin möchte schon ewig wegen Italien in den Schlagzeilen stehen? Niemand. Also, findet sich doch sicher ein (fauler) Kompromiss, mit den alle Beteiligten leben können. Und mit guten Worten von Junker und „Mutti“ wird daraus dann der Deal des Jahrhunderts. Denn beachten sollte man m.E., dass niemand sich ein wirkliches Scheitern mit Italien leisten kann.
    Fazit: Die Schuldenparty geht weiter

  2. Ich kann die Panikmache nicht nachvollziehen. Das wird schon. Ich bin diesbezüglich tiefentspannt. Die Euro-Zone mus gerettet werden. Es wir immer eine Lösung präsentiert werden.

  3. Ein populistische Regierung kommt an die Macht und verspricht ihren Wählern
    Wohltaten (die Sinnhaftigkeit sei mal dahingestellt) und möchte dies in einem Regierungsprogramm umsetzen. Leider fehlen die finanziellen Mittel zur Umsetzung, die Regularien gestatten derartige Sonderwege nicht – aber man stellt sich zuerst kämpferisch, um der eigenen Wählerschaft Stärke zu beweisen. Dann kommen die Finanzmärkte und die Ratingagenturen, die die Kreditkonditionen für die notwendigen Schulden in schwindelnde Höhe treiben.
    Zur Erinnerung: Im Jahre 2011 war der Spread zwischen den deutschen und italienischen 10-Jährigen schon mal auf 500 Basispunkte gestiegen (gestern 297) und der ewige Silvio Berlusconi musste zurücktreten, Italien stand vor der Staatspleite.
    Jetzt fängt man an zurückzurudern, indem man langfristig Sparwillen verspricht (bis 2021) und hofft schlussendlich auf einen gesichtswahrenden Kompromiss. Hatte nicht erst der große Herrscher in Ankara mit seiner Behauptung niedrige Zinsen wären hilfreich im Kampf gegen die Inflation Schiffbruch erlitten?
    Wie oft wurden denn in der Eurozone schon die berühmten Maastrichtkriterien gebrochenen und man kam auf konsensuale Lösungen? Kommt es wieder zu einem berühmt-berüchtigten Kuhhandel?

    In Italien dürfte es allen Beteiligten, auch dem ignorantesten Politiker klar sein: Bis zum Junk-Status für italienische Anleihen ist es kein weiter Schritt.
    Was haben wir seit der Euroeinführung nicht schon alles erlebt?

  4. Wenn die EU-Spezis schlau wären, würden sie von Italien als Gegenleistung für eine Lockerung der Defizitgrenze Strukturreformen fordern! Die sind nämlich dringend notwendig in Bella Italia!

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