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Beruhigungsversuche der Eurozone

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Was tun, wenn Panik ausbricht? Richtig, beruhigen. So geschieht es heute Morgen, zunächst durch EU-Währungskomissar Moscovici, dann durch den spanischen Wirtschaftsminister Manuel de Guindos.

Moscovici sagte gegenüber dem französischen Radiosender RTL, man sei nur wenige Zentimer von einer Einigung entfernt (warum dann aber die Verhandlungen abgebrochen sind, erschließt sich nicht recht!). Tspras müsse, so Moscovici, bei dem geplanten Referendumm für ein „Ja“ werben (das ist hochgradig illusorisch!). Denn das Referendum ist ein taktisches Mittel der Tsipras-Regierung, das von vornherein geplant war, weil sich der griechische Regierungschef nur so die Rückendeckung sowohl der Bevölkerung als auch vor allem seiner eigenen Partei sichern kann.

Manuel de Guindos wiederum zeigt sich zuversichtlich, dass doch noch ein Deal erreicht werde – dafür gebe es immer noch Zeit. Auffällig ist, dass ähnlich versöhnliche Töne bislang aus Deutschland nicht zu hören sind. Denn das Referendum ist ein game changer, vor diesem Referendum machen Verhandlungen im Grunde keinen Sinn.

Entscheidend ist nun, wie das Referendum formuliert werden wird – hierum wird es noch große Kämpfe und Verwicklungen geben. Daher hat die EU-Kommission gestern den Verhandlungsstand öffentllich gemacht und sich damit an die griechische Bevölkerung gewandt. Während die Gläubiger über dieses Papier abstimmen lassen wollen, will Tsipras die grundsätzliche Frage stellen: Austerität „ja“ oder „nein“. Das aber wird den massiven Prottest der Gläubiger hervorrufen – gelingt hier keine Einigung, werden die Gläubiger das Referendum als illegitim einstufen!

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    GN

    29. Juni 2015 09:29 at 09:29

    Hallo,

    wie man innerhalb von ein paar Tagen ein rechtsstaatlich geordnetes Referendum zustande bringen will, bleibt mir ein Rätsel. Da ist doch für Manipulationen Haus und Hof geöffnet. Dementsprechend wertlos ist so ein Referendum…..

    VG

  2. Avatar

    KK

    29. Juni 2015 09:55 at 09:55

    Um was es wirklich geht ( pardon, ich finde Fugmann in obigem Beitrag immer noch verwirrend ):

    Rede des griechischen Ministerpräsidenten mit der Ankündigung und Begründung des Referendums (a.) und Vorschlagspapier der Institutionen (b.):

    a. Fernsehansprache Tsipras in der Nacht vom 26. auf den 27. Juni 2015 [PDF – 127 KB]

    http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/150627-rede-griechischer-ministerpraesident-mit-ankuendigung-referendum.pdf

    b. Vorschläge/Liste von Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank. Sie lösten den Schritt des griechischen Ministerpräsidenten zum Vorschlag eines Referendums aus: 
und dazu auch noch die dazugehörige Pressemeldung der Europäischen Kommission
.

    http://europa.eu/rapid/attachment/IP-15-5270/en/List%20of%20prior%20actions%20-%20version%20of%2026%20June%2020%2000.pdf

    http://europa.eu/rapid/press-release_IP-15-5270_en.htm

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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