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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Beschließt die EZB heute die Abschaffung der Minuszinsen für Geschäftsbanken?

Jetzt wird es konkret mit der Entlastung der Banken von den Strafzinsen der EZB!

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Jetzt wird es konkret mit der Entlastung der Banken von den Strafzinsen der EZB. Ich hatte erst kürzlich in einem Beitrag „ EZB-Chef lässt Sparer endgültig allein – sie sollen die finanzielle Repression alleine stemmen“ auf die Folgen der Nullzinspolitik der europäischen Notenbank hingewiesen und auf ihr mögliches Entgegenkommen für die Großbanken.

 

Heutige EZB-Sitzung

Gespannt wartet man heute, ob die Europäische Zentralbank die seit 2014 geltenden Strafzinsen fallen lässt. Um den Banken mehr Chancengleichheit speziell mit der amerikanischen Konkurrenz zu verschaffen.

Bankenpräsident Hans-Walter Peters: Mehr als 20 Milliarden Euro hätte man durch europäische Banken für die Liquiditätsreserven an die EZB gezahlt. Für Deutschland allein seien es im Vorjahr schon 2,3 Milliarden Euro gewesen.

Die US-Banken hingegen würden dabei 40 Milliarden Dollar an Einnahmen verbuchen.

Für Deutschland kommt noch erschwerend hinzu: Deutsche Geldhäuser sitzen wegen des traditionell großen Spareifers ihrer Kunden auf besonders viel Liquidität und können gar nicht so viele Kredite vergeben, wie Spargelder auf den Konten liegen. Das rächt sich doppelt für die Institute, denn man verliert nicht nur Einnahmen, sondern muss seit 2014 sogar noch Strafzinsen von 0,4 Prozent bezahlen für das Parken der überschüssigen Liquidität bei der Zentralbank.

 

Wie machen es andere Minuszinsländer?

Die Notenbanken der Schweiz und Japans reduzieren die Belastungen der Finanzinstitute vom ersten Tag der Negativzinsen an mit einem Freibetrag.

Auf so einen Freibetrag hofft man auch von Seiten des deutschen Bankenverbandes. In der Schweiz liegt dieser beim 20-fachen des dortigen Mindestreservesatzes der Notenbank, auf Europa bezogen wären das ca. 7,5 Milliarden Euro.

In Deutschland käme das in etwa der Summe gleich, die die Institute an die EZB abführen müssen – fast 2,3 Milliarden Euro.

 

Wer profitiert davon nicht?

Natürlich der Sparer. Auf der einen Seite ist er das Zielobjekt der finanziellen Repression und auf der anderen Seite lamentieren die Banken über den Margendruck, der es den Instituten nicht erlaubt den zu gewinnenden Spielraum an die Kunden weiter zu geben. Wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein!

 

EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kiefer CC BY-SA 2.0

4 Kommentare

4 Comments

  1. Peter

    10. April 2019 09:49 at 09:49

    Daanke. Welche negagiven Folgen wären zu erwarten?

    • Columbo

      10. April 2019 10:00 at 10:00

      Die meisten Sparer merken gar nicht, daß da weniger wird.
      „Ich tanke immer 50.000 Euro, da ist mir der Benzinpreis egal“.

  2. Wolfgang M.

    10. April 2019 10:21 at 10:21

    @Peter. Ja, welche Folgen? Ich hoffe, dass ich Ihre Frage richtig verstanden habe. Die Einnahmen der Banken würden sich wie erwähnt etwas verbessern, der deutsche Sparer, mit seiner durchschnittlichen Sparrate von 10% p.a. würde weiter munter verlieren. Es liegen bereits über 2,3 Bio. Euro auf nicht verzinsten Konten, die „offizielle“ Inflationsrate beträgt aktuell 1,3%. Die Jahre 2018 (1,9%) und 2017 (1,8%) haben schon viel Kaufkraft dieses Ersparten vernichtet, seit 2010 einen Milliardenbetrag.
    Gar nicht zu reden von den Folgen für Pensionskassen, Sozialkassen, Betriebskassen, Versicherungen u.V.m., die von den Folgen der Nullzinspolitik langfristig betroffen sind.
    Gruß

  3. Kritisch

    10. April 2019 10:43 at 10:43

    Welche Folgen zu erwarten sind?
    Die sog. Profi-Ökonomen der EZB haben doch in den letzten Wochen und Monaten ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass man durch die 0-Zinspolitik erwartet hätte, dass Investitionen getätigt werden. Der Konsum und damit die Inflation anspringt. Die bösen, bösen Sparer haben aber weiterhin das Geld in den Banken als Sparguthaben gebunkert. Ergo, wird die EZB den Druck auf die bösen, bösen Sparer erhöhen damit die endlich ihr Geld in den Konsum oder in Investitionen stecken. Am Ende des Weges werden dann eben Strafzinsen auf Bank-Sparguthaben eingehoben. Wenn man diese Vorgangsweisen und Inkompetenz der Politik und der EZB sich vor Augen führt könnte man kotzen. Wie sage ich immer? Am Ende zahlt doch ohnehin der Wähler, der/die „kleine Mann/Frau“ die Zeche (eine Mega-Rechnung wird es werden)die unsere Voklsverräter, entschuldigung – Volksvertreter, eigentlich zu verantworten und auch zu bezahlen hätten!
    Immer schön kritisch bleiben!

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Zehn Tage Ferien vom Brexit – man hat ja Zeit! Pfund mit Abwärts-Durchbruch?

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Jeder Mensch braucht mal eine Pause, so auch Parlamentarier. Und natürlich dürfen auch die Abgeordneten im House of Commons in London mal Urlaub machen. Und auch der Oster-Urlaub sei ihnen gegönnt, den sie aktuell vom 12. bis 23. April genommen haben. Aber wie oft in 100 Jahren steht schon ein Ereignis wie der Brexit an, die vielleicht wichtigste politische Grundsatzentscheidung seit dem 2. Weltkrieg für Großbritannien?

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Wäre es da nicht angebracht, dass die Politiker dieses eine Mal diese Pause ausfallen lassen, weil man dringend eine Lösung finden muss? Nein, man macht trotzdem Urlaub. Und warum? Weil man ja seit Kurzem „so richtig viel“ Zeit gewonnen hat. Die EU gewährt einen Brexit-Aufschub bis Oktober. Aber eigentlich, das dürfte allen klar sein, läuft der Aufschub nur bis zum 22. Mai. Denn es ist kaum vorstellbar, dass die Briten tatsächlich an der Wahl zum EU-Parlament teilnehmen wollen.

Also bleiben nur noch etwas mehr als vier Wochen. Aber wie so oft schieben die Briten die Dose die Straße runter. Einfach hinauszögern, abwarten. Irgendwas wird schon passieren, irgendwas wird sich schon ändern? Die Parteispitzen von Konservativen und Labour reden zwar weiter, aber ohne Parlament geht eh nichts. EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte vor Kurzem nach der Fristverlängerung bis Oktober, die Briten sollten doch bitte keine Zeit verschwenden. Aber genau das tun sie gerade.

Theresa May verabschiedete die Parlamentarier übrigens in ihre Oster-Pause mit dem Kommentar, dass man vor klaren Entscheidungen stünde, und dass der Zeitplan eindeutig sei. Welchen Abgeordneten im House of Commons sollen diese Worte noch beeindrucken, nach mehreren gescheiterten Abstimmungen über May´s Brexit-Deal, und nach dutzenden verschiedenen eigenen Ideen der Parlamentarier, die sie allesamt selbst ablehnten?

Am letzten Freitag berichteten wir darüber, dass das britische Pfund kurz vor einem charttechnischen Ausbruch nach oben stand gegenüber dem US-Dollar. Dem war auch so. Seit dem 4. April gab es vier Hochpunkte bei ca 1,3120. Genau dort machte er halt und fiel bis heute runter auf 1,3010. Jetzt kämpft er gerade mit dieser wichtigen runden Marke (erster Chart seit 4. April).

Auf etwas längere Sicht gesehen (zweiter Chart seit August 2018) stellt sich die Frage, ob endlich mal wieder „richtig“ Bewegung in den Pfund-Kurs kommt. Bricht er unter die 1,30, dann ist Luft nach unten vorhanden. Bei dem Brexit-Chaos wäre dies gut nachvollziehbar. Aber die wochenlange Ruhe im Kurs war schon diverse Male ein Desaster für die Shorties, die gegen das Pfund gewettet hatten.

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