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Betrug bei Wells Fargo nur die Spitze des Eisbergs? Was ist mit den deutschen Banken?

Ist der Betrug bei Wells Fargo einzigartig? Eher nicht. Es spricht vieles dafür, dass wir auch hierzulande bald von einigen „Unregelmäßigkeiten“ erfahren dürften..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es sind keine leichten Zeiten für europäische Banken. Die Geldpolitik der EZB mit ihren Negativzinsen geht den Instituten an die Substanz, frißt die einst so üppigen Margen auf. Nun erhärten sich die Gerüchte, dass die Commerzbank ca. 5000 Mitarbeiter „abbauen“ will, das wären 10% der gesamten Belegschaft. In ähnlichen Dimensionen bewegt sich der geplante Stellenabbau bei der Deutschen Bank, die derzeit etwa doppelt so viele Mitarbeiter beschäftigt wie die Commerzbank.

Bekanntlich gibt es derzeit bei der amerikanischen Großbank Wells Fargo einen handfesten Skandal: Tausende gefälschte Konten, gefälschte Kreditkarten-PINs, von Wells Fargo-Mitarbeitern zum Schein eingerichtete Email-Konten (siehe dazu unseren Artikel „Banken betrügen, tricksen, manipulieren: Großbank aus den USA zeigt wie es geht – lesen Sie, staunen Sie!“).

Nun haben zahlreiche, inzwischen gefeuerte Mitarbeiter von Wells Fargo gegenüber „CNN Money“ ausgesagt, dass sie auf die problematischen Machenschaften schon vor Jahren hingewiesen hätten, dafür aber gefeuert worden seien! Der Wells Fargo-CEO aber weiß natürlich von nichts..

Die Ursache des Wells Fargo-Skandals sind übertriebene Vertriebsziele, die den Mitarbeitern vorgegeben worden sind. Und das ist kein singuläres Phänomen, sondern eine auch bei deutschen Banken gängige Praxis. So wissen wir aus Gesprächen mit leitenden Vertriebsleuten deutscher Banken, dass die Vertriebsziele Jahr für Jahr angehoben werden. Deren Erreichen aber ist faktisch unmöglich, vor allem schon deshalb, weil das Umfeld derzeit denkbar ungünstig ist.

Was also machen die Mitarbeiter? Sie betreiben gewissermaßen Kosmetik – im Wissen, die Vorgaben ohnehin nicht erreichen zu können. Also werden etwa vermehrt zum Beispiel Bausparverträge abgeschlossen, um wenigstens in einem Bereich deutlich über den Vorgaben zu liegen – auch wenn die Margen für die Banken dafür schwer überschaubar sind und man damit faktisch kein Geld verdient. Aber immerhin stimmt man damit die Vorgesetzten etwas gnädiger. Jene Vorgesetzen, die inzwischen schon meilenweit von den Kunden entfernt sind und gar keine Ahnung haben, was „an der Front“ eigentlich los ist, sondern auf ihre Statistik-Auswertungen starren und sich fragen, warum alles derzeit so schief läuft. Muß doch an der Faulheit der Mitarbeiter liegen, oder?

Und weil man den Mitarbeitern das auch so kommuniziert, legen die einen besonderen Fleiß an den Tag. Machen Termine mit Kunden, von denen sie im Grunde im vorhinein wissen, dass dabei wenig bis gar nichts herauskommen wird. Aber man kann dann sagen: Chef, ich habe alles probiert!

Ist es in einem solchen Umfeld undenkbar, dass auch von Vertriebsmitarbeitern deutscher Banken geschummelt wird? Eher nicht. Noch ist kein Fall bekannt, der auch nur annähernd eine solche Dimension hätte wie die Geschehnisse bei Wells Fargo. Aber der Druck seitens der Chef-Etage ist immens. Man braucht gute Zahlen. Und setzt daher die Bank-Mitarbeiter unter Druck, die wiederum für sich Lösungswege suchen, um aus dem Dilemma zu entkommen. Und da dürfte der eine oder andere auch kreativ geworden sein..

Vielleicht ist das alles ein bißchen so wie beim Abgasskandal mit Volkswagen. Was anfangs als singulärer Betrug erschien, ist so furchtbar einzigartig dann wohl doch nicht..

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