Allgemein

Betrug: Wirecard, Wolf of Wall Street, Madoff und Co – und was man daraus lernen kann

Wirecard, Wolf of Wall Street, Madoff, Enron. Das sind große Betrugsfälle der Wirtschaftsgeschichte. Aber da gibt es ja noch „kleinere“ Fälle wie Prokon, P&R oder S&K. Was sind die Gemeinsamkeiten dieser Fälle? Eine ist zum Beispiel, dass diese Fälle von Betrug alle von Männern begangen werden. Was ist der Grund, und was waren ihre Motive? Was können Anleger heute daraus lernen, und worauf sollten unbedarfte Bürger achten, die Geld anlegen wollen?

Besser schützen vor Betrugsmaschen?

Und auch ist natürlich wichtig: Wie schützt man junge wie alte Menschen vor Betrug? Bei den älteren Menschen ist es der Enkteltrick, bei den ganz jungen Erwachsenen geht es oft um Schneeballsysteme, in die sie mit tonnenweise Euphorie und Jubel-Seminaren gelockt werden. Der Finanzjournalist Christian Kirchner wurde zu all diesen Themen im folgenden Video-Interview der Börse Frankfurt interviewt. Seine Ausführungen sind hochinteressant.

Höhere Strafen für Betrüger oder eine bessere Finanzbildung in den Schulen würden seiner Meinung nach wenig nützen. Er ist der Meinung, dass es vor allem viel bringen würde, wenn man innerhalb der Familie viel über finanzielle Themen offen spreche. Aktuelle Betrug-Trends seien laut Christian Kirchner in den Bereichen Krypto, Onlinetrading, Seminare für erfolgreiches Trading etc zu suchen. Und ja, so möchten wir betonen. YouTube, Instagram und Co sind voll von solchen höchst dubiosen Seminarangeboten vermeintlich erfolgreicher Trader, die auf ihrer angeblichen Jacht vor der Hochhauskulisse von Dubai posieren.

Vor allem Seminare, so möchten wir meinen, dienen dazu junge Menschen entweder in Schneeballsysteme zu locken (hier ein Beispiel). Oder die Seminare selbst sollen völlig überteuert vermarktet werden. Zunächst kostenlos, werden Folge-Seminare immer teurer. Und wen wundert es… erst in diesen extrem teuren Seminaren erfährt man, wie man wirklich reich wird! Da wird das Seminar selbst zum Betrug!

Das Wirecard-Desaster als Sonderfall

Der große Betrug rund um Wirecard stelle laut Christian Kirchner eine wirkliche Besonderheit dar. Denn in diesem Fall hätten wirklich alle Institutionen gemeinsam versagt, als da wären die Finanzaufsicht BaFin, Analysten und die Wirtschaftsprüfer. Und warum hätten Fondsmanager und Analysten so sehr versagt im Fall Wirecard? Seine Ausführungen dazu sind sehr interessant, und auch wirklich gut nachvollziehbar. Es geht um ganz simple Psychologie. Bin ich hochgebildet und gelte als belesen und hochkompetent in meinem Beruf, darf ich es nicht zulassen als Trottel dazustehen.

Wenn also ein Analyst von Wirecard mit verwirrenden Unternehmenskonstrukten zugelabert wurde, scheint es für die Analysen besser gewesen zu sein auf Durchzug zu schalten und alles für OK zu befinden – als Selbstschutz, um sich nicht zu blamieren, weil man Abläufe des geprüften Unternehmens nicht verstanden hat. Bloß nicht als Idiot da stehen. Und immerhin, Wirecard hatte ja sogar eine Banklizenz. Dann wird ja schon alles in Ordnung gewesen sein? Am Ende wurde es ein Betrug in Milliardenhöhe für unzählige Anleger, die auf steigende Aktienkurse hofften, und den Analysten und Fondsmanagern vertrauten.

Wirecrad, Wolf of Wall Street - Betrug hat viele Gesichter
Der Betrüger Jordan Belfort wurde bekannt durch den Film „Wolf of Wall Street“. Foto: Ralph Zuranski CC BY 2.0



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage