Folgen Sie uns

Aktien

Beyond Meat – Jenseits des Wahnsinns. Oder: ein Markt von Idioten für Idioten

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Innerhalb kurzer Zeit seit ihrem IPO am 02.Mai 2019 hat die Aktie von Beyond Meat mehr als 800% zugelegt – und ist damit das erfolgreichste IPO an der Wall Street seit der Finanzkrise. Die Aktie ging mit 25 Dollar an die Börse, und notiert derzeit weit über 200 Dollar mit einer Marktkapitalisierung, die höher liegt als bei 25% aller S&P 500-Unternehmen. Durchaus erstaunlich für eine Firma mit wenigen Hundert Angestellten!

Die Hoffnung hinter dem Höhenflug der Aktie ist offenkundig, dass angesichts des Klimawandels, an dem der Fleisch-Verzehr einen nicht unerheblichen Anteil hat, ein völliger neuer Mulit-Milliarden-Markt erschaffen wird. Heute bringt Beoyond Meet seine Zahlen, somit also einen Abgleich zwischen der mehr als erstaunlichen Kursentwicklung und der Realität.

Selbst wohlgesinnte Analysten bezeichnen den Preis für die Aktie inzwischen als „beyond ridiculous“ („jenseits der Lächerlichkeit“). Man bezahlt faktisch mit dem Kauf der Beyond Meat-Aktie den 100-fachen Jahresumsatz – warum auch nicht..

Dass die Aktie solche Höhen erklimmt, liegt einerseits an der Klimawandel-Euphorie, vor allem aber auch an dem immensen Bestand an Short-Positionen auf die Aktie. 44% aller frei verfügbaren Aktien sind in der Hand von Short-Spekulanten (damit zählt Beyond Meat zu den zehn meist geshorteten Aktien in den USA), denen jeder Anstieg starke Schmerzen bereitet:

 

Grafik: https://stocktwits.com/Ro_Patel

Noch schmerzhafter für die Shorties ist die Gebühr für die Short-Position: sie liegt bei über 144%! Je länger man also die Aktie leerverkauft, umso teurer wird es für die Spekulanten. Damit scheint eine Short-Position angesichts der absurden Bewertungs-Niveaus Sinn zu machen – aber rationale Kriterien können sich an den Märkten als sehr teuer erweisen, wenn das Timing nicht stimmt..

Das erinnert stark an die Volkswagen-Aktie, die einst durch einen Short-Squeeze über die Marke von 1000 Euro gestiegen war, weil eben diese Shorties ihre Positionen eindecken mußten und so den Preis nach oben getrieben hatten.

 

Wer also die Aktie jetzt noch kaufen will, sollte das nur aus zwei Gründen tun: erstens weil er glaubt, dass dieser Fall von akutem rinderfreien Wahn einfach weiter geht – oder in der Hoffnung, dass der Short-Squeeze nicht so schnell endet. Aber jeder Short-Squeeze hat ein Ende, auch der damals bei Volkswagen. So oder so: das ist ein Markt von Idioten – für Idioten..

 

Burger von Beyond Meat - sieht eigentlich lecker aus..

By Ofer Kor – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=72621537

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Niemand

    29. Juli 2019 13:01 at 13:01

    Neulich stand hier noch ein Artikel der die „effiziente Märkte“ Theorie vertreten hat. Das der aktuelle Kurs stets die bestmögliche Kursschätzung darstellt.
    Ich denke diese Aktie widerlegt diese Theorie eindeutig.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

weiterlesen

Aktien

Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

weiterlesen

Aktien

Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

Avatar

Veröffentlicht

am

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen