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Aktien

BHP, Glencore und Kupfer: Drei Krisenbeispiele und ein Käufer…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der ganze Rohstoff-Sektor am Taumeln – das Öl-Desaster zieht momentan sowieso alles mit runter. Auch die „Experten“ der großen Banken springen noch schnell auf den Negativ-Zug auf, obwohl der schon lange voll in Fahrt ist. Nur einer scheint gegen den Trend eine Kaufchance ausgemacht zu haben.

Der weltweit größte Bergbaukonzern BHP Billiton gab heute bekannt auf seine Fracking-Investitionen aufgrund des Ölpreis-Desasters 7 Milliarden Dollar abschreiben zu müssen. Der Aktienkurs stürzt daraufhin heute von 658 auf 614 pence ab. Der Kurs fällt seit geraumer Zeit kontinuierlich zusammen mit den Rohstoffen.

BHP Billition
Der Kurs von BHP Billiton seit Ende Oktober.

Die Rohstoff-Größe Glencore ist jetzt auf den Tiefs angekommen wo man im September war – damals verursachte ein negativer Analysten-Kommentar einen dramatischen Kurseinbruch. Man erholte sich schnell – seitdem aber der fundamental untermauerte reale Niedergang zurück auf Kurse um die 70 Dollar.

Glencore
Die Glencore-Aktie seit Juni.

Öl fällt und fällt, das ist nichts Neues. Wir haben jetzt mal als Rohstoff Kupfer ausgewählt. Hier rauscht der Kurs ebenfalls weiter runter. Aus der China-Angst ist auch hier Panik geworden. Anders als beim Öl hat man die Tiefstkurse aus 2008 noch nicht erreicht.

Kuper
Kupfer seit 2003.

Investorenlegende Warren Buffet kauft oft, wenn er bei einem guten Unternehmen eine fundamentale Unterbewertung in der Aktie erkennt, oder zumindest glaubt zu erkennen. So hat er diese Woche wohl nach dem Motto „kaufen wenn alle verkaufen“ in kurzer Zeit 3,5 Mio Aktien von „Phillips 66“ gekauft. Er war hier bereits mit seiner Investmentfirma „Berkshire Hathaway“ Atkionär, kommt jetzt aber auf mehr als 10% Anteil am Aktienkapital.

Die Aktie weist inkl. des gestrigen Kursanstiegs (+4 Dollar auf 79) ein KGV von 9 auf. Von daher besser als bei Netflix einzusteigen mit einem KGV von 283. Aber zurück zum Thema Öl. Phillips 66 ist kein Öl-Förderer, sondern Anbieter für „alles drum herum“ wie Raffinerien, Tankstellen (Jet in Deutschland) und Transport. Buffet scheint wohl davon auszugehen, dass dies ein solideres Geschäft ist als die reine Öl-Produktion – gleichzeitig glaubt er wohl ein Schnäppchen geschlagen zu haben, weil die Aktie durch den Ölpreis-Crash auch etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde und somit „momentan etwas günstiger zu haben ist“. Als Investor, der auf die Kapitalverzinsung und nicht auf schnelle Kursgewinne schielt, ist ein KGV von 9 zum Einstieg phantastisch. Der Vergleichschart lässt erkennen, dass Phillips 66 die Öl-Krise deutlich besser durchsteht als z.B. Chevron.

Phillips 66
Die Phillips 66-Aktie in organge im Vergleich zum Öl-Multi Chevon in schwarz seit 2013.


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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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