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Devisen

Binäre Optionen: BaFin überläuft EU-Behörde mit diesmal richtigem Verbot

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Binäre Optionen spuken als Anlageobjekt für unbedarfte Kleinanleger immer noch durch die Gegend. Im Mai und im August wurde seitens der EU-Regulierungsbehörde ESMA ein jeweils dreimonatiges Verbot verhängt. Aktuell gilt es noch bis Januar 2019. Die ESMA erlaubt Binäre Optionen aber wieder unter gewissen Voraussetzungen (wir berichteten darüber schon im August).

Binäre Optionen (Schrott-Wetten, die oft nur wenige Stunden oder Minuten laufen) mit einer Laufzeit von mindestens 90 Tagen sind wieder erlaubt. Diese Erlaubnis gilt aber nur, wenn diese Optionen mit der Veröffentlichung eines Informationsprospekts verknüpft sind, und wenn der Anbieter die eingegangenen Positionen absichert (Hedging). Laut ESMA bewirke der „kumulative“ Effekt dieser drei Grundvoraussetzungen“, dass das Endprodukt für die Aufseher keine außergewöhnlich große Gefahr für Anleger-Risiken mehr darstelle (sinngemäß verkürzt dargestellt).

Aber die deutsche Aufsicht BaFin hat offenbar keine Lust mehr auf dieses Hin und Her der EU-Aufseher. Jeder Börsianer mit nur halbwegs klarem Verstand weiß, dass Binäre Optionen der totale Schrott sind. Leicht vom Anbieter manipulierbar in jeglicher Art und Weise. Fast ausschließlich Verluste, und das fast ausschließlich bei Kleinstanlegern, die kaum wissen, worum es überhaupt geht. Die BaFin will diesem Treiben nun ein für alle mal ein Ende setzen, und im Alleingang Binäre Optionen für den deutschen Markt ganz verbieten. Damit bereite man sich damit auf das Auslaufen der Produktinterventionsmaßnahme der Europäischen Wertpapier-und Marktaufsichtsbehörde ESMA vor, so die BaFin.

Dann wäre es egal, was die ESMA bei der nächsten Drei-Monats-Periode für die gesamte EU beschließt. Das BaFin-Verbot gilt dann trotzdem für den deutschen Markt. so plant man die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf von binären Optionen an Privatkunden auf nationaler Ebene zu untersagen. Bis zum 20. Dezember können dazu Kommentare bei der BaFin abgegeben werden. Die sogenannte Allgemeinverfügung für das Verbot ist bereits veröffentlicht. Diese Einspruchsfrist ist wohl nur noch eine Formalie, und kurz danach dürfte das endgültige Verbot folgen. Im folgenden Original-Text hat die BaFin einige Risiken und Probleme rund um das Thema Binären Optionen sehr gut erklärt. Zitat:

„Binäre Optionen stellen gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase ein besonders verlockendes Angebot für Kleinanleger dar,“ macht BaFin-Exekutivdirektorin Elisabeth Roegele deutlich. „Sie können auf leicht zugänglichen Online-Plattformen gehandelt werden und versprechen hohe Renditen. Die Praxis hat aber gezeigt, dass die Produkte für Kleinanleger extrem verlustreich und sehr riskant sind.“, mahnt sie.

Risiken und damit erhebliche Angelegerschutzbedenken sieht die BaFin vor allem darin, dass binäre Optionen komplex und wenig transparent sind. Dies gilt vor allem für die Berechnung ihrer Wertentwicklung und des zugrundeliegenden Basiswerts. Anders als andere Finanzinstrumente werden binäre Optionen auch nicht an einem Markt gehandelt, bei dem sich die Preise aus Angebot und Nachfrage ergeben. Der Anbieter setzt den Preis vielmehr selbst fest, ohne dass die Kunden diesen nachvollziehen und prüfen können. Wegen der regelmäßig extrem kurzen Laufzeiten ist es für Kleinanleger äußerst schwierig, das Risiko-/Rendite-Profil zutreffend abzuschätzen. Daneben agieren Anbieter von binären Optionen regelmäßig als direkte Gegenpartei ihrer Kunden. Die Interessen der Anbieter stehen also in direktem Konflikt zu den Interessen der Kunden. Anbieter könnten beispielsweise den Preis des Basiswerts bei Ablauf der binären Option manipulieren oder die Laufzeit der binären Option um Sekunden oder Millisekunden so verändern, dass der Optionskontrakt nicht auszuzahlen wäre.

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Aktien

Pfund im Koma bis Mittwoch, Wirecard stürzt weiter ab, Venezuela laut IEA eine Gefahr

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Das britische Pfund ist nun offenbar in eine komatöse Phase eingetreten. Gestern gab es die Entscheidung der Parlamentarier in London, dass Theresa May in Brüssel um eine Verschiebung des Brexit-Datums bitten soll. Das will sie aber nur tun, wenn die Parlamentarier ihr am nächsten Mittwoch den 20. März ihren Deal absegnen. Also ist Mittwoch der nächste „große“ Tag für die Abstimmungsorgie im House of Commons. Bis dahin wird sich im britischen Pfund vermutlich nicht viel tun, weil die Trader auf diesen Event warten. Diese Lustlosigkeit sieht man auch in der engen Seitwärtsrange im aktuellen Chart (Pfund vs US-Dollar seit Montag Abend). Das soll natürlich nicht heißen, dass die Schwankung bis Mittwoch definitiv so eng bleiben muss!

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Pfund vs USD

Wirecard

Nachdem die Aktie von Wirecard diese Woche bereits kräftig verloren hatte von 136 auf 115 Euro bis gestern Abend, ging es heute weiter in den Keller auf 105 Euro. Wir hatten gestern schon darauf hingewiesen: Alle Welt wartet auf den Prüfungsbericht einer Kanzlei aus Singapur, ob bei Wirecard in Asien in den Büchern manipuliert wurde oder nicht. Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass Citi die Wirecard-Aktie abgestuft hat. Das Kursziel wurde deutlich reduziert von 144 auf 100 Euro. Neue Fakten konnte Citi nicht beitragen zur aktuellen Gemengelage bei Wirecard. Man spricht aber zum Beispiel von „immanenten Risiken im Geschäftsmodell“ des Unternehmens, welche nun höher einkalkuliert werden müssten. Und laut Handelsblatt würden Ermittler in Singapur sich nun die Wirecard-Geschäfte in Indien genauer anschauen. Das sorgt natürlich für zusätzliche Verunsicherung. Einmal mehr meinen wir: Der Markt wartet auf den Prüfbericht. Hopp oder Top, wer hat recht? Die Kritiker um die FT oder das Unternehmen? (im Chart ist die Aktie seit Mitte Januar zu sehen)

Wirecard Aktie seit Januar

Venezuela

Von Ende 2017 bis Ende Februar 2019 hat sich die Ölförderung in Venezuela fast halbiert von 1,9 auf 1,0 Millionen Barrels pro Tag, wie die gestern veröffentlichten OPEC-Daten zeigen. Laut den eigenen Angaben der Venezuelaner ging es „nur“ bergab von 2 auf 1,4 Millionen Barrels pro Tag. Aber die OPEC-Zentrale in Wien vertraut offenbar stets den externen Schätzungen mehr als den eigenen Angaben der Mitglieder. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) glaubt gemäß heutiger Veröffentlichung, dass Venezuela derzeit 1,2 Millionen Barrels pro Tag fördert.

Das Land ist das Hauptthema im heutigen Monatsbericht der IEA (Tochterorganisation der OECD). Man habe ernsthafte Bedenken um die dortige Fördermenge, vor allem wegen dem allgemeinen Chaos und dem jüngsten Stromausfall im Land. Im Klartext: Wenn die Förderung weiter stark zurückgeht, und die OPEC-Mitglieder aus der Golfregion weiterhin ihre Kürzungen aufrecht erhalten, könnte es zu einer Unterversorgung kommen? Sowas in diese Richtung will die IEA wohl andeuten. Aber rückläufige Lieferungen der Venezuelaner auf den Weltmarkt könnten laut IEA auch eine Chance für andere Produzenten sein mehr zu liefern. So hätten zum Beispiel die Russen mehr Öl in die USA geliefert und de facto den Platz der Südamerikaner eingenommen. Wir bei FMW (aber was wissen wir schon) glauben nur an eine begrenzte Auswirkung Venezuelas auf den Weltmarkt. Die Saudis können in kürzester Zeit gigantische Fördermengen kürzen oder erhöhen, wenn es für die Versorgung der Kunden von Nöten wäre.

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Devisen

Der Petro-Dollar

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld? Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff (der häufig auch bei FMW veröffentlicht) erklärt Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. In diesem Video geht es um den: „Der Petrodollar“.

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Devisen

Heute Teil 2 der Brexit-Woche: Die „May-Farce“ geht weiter – Pfund-Leerlauf

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Wollen Sie zu viel Steuern zahlen? Nein. Wollen Sie arm sein? Nein. Die Antwort steht fest, bevor die Frage gestellt wurde. Genau wusste wohl auch Theresa May was passieren würde, und so kann man diese Woche von einer Farce sprechen, die im britischen Parlament dargeboten wird. Gestern gab es die zu erwartende erneute Klatsche für Theresa May´s „Brexit-Deal“, der letztlich keinerlei Fortschritt zu dem war, was das Parlament schon am 15. Januar abgelehnt hatte.

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Tja, nur das Abstimmungsverhältnis hatte sich gestern ein wenig zu May´s Gunsten verschoben. Wenn man bis Ende des Jahres alles paar Monate weiter abstimmt, hat sie vielleicht im Dezember eine Mehrheit zusammen? (Realsatire). Gestern lehnten 391 Abgeordnete ihren Vorschlag ab, am 15. Januar waren es noch 432. Man macht Fortschritte…

Heute Teil 2 der Brexit-Farce

So, und heute folgt Teil 2 von der „May-Farce“. Sie hat das durchaus geschickt geplant. Sie lässt die „Marionetten“ im House of Commons heute nämlich darüber abstimmen, ob sie für einen harten Brexit sind, also einen Brexit ohne jeglichen Vertrag. Das Ergebnis wird klar sein, nämlich dass eine große Mehrheit dies nicht will. Also wird morgen Teil 3 ihres Plans in Kraft treten. Sie wird dann das Parlament abstimmen lassen, ob sie nach Brüssel fliegen darf, um dort um eine Verschiebung des Austrittstermins zu bitten. Darauf läuft es wohl hinaus. Alternativen gibt es nicht mehr, da bis zum 29. März nun wirklich gar keine Zeit mehr ist für konstruktive Gespräche. 16 Tage sind für Verhandlungen und Verträge eine nicht zu schaffende Zeit, und neue Ideen liegen sowieso nicht auf dem Tisch.

Man bedenke: Die Verschiebung löst kein Problem. Schon seit zwei Jahren haben die Briten die Kernfrage nicht gelöst. Sie wollen raus aus der EU, raus aus der Personenfreizügigkeit, aber im EU-Binnenmarkt bleiben, also ohne Zölle. Sie wissen aber, dass dies für die EU nicht verhandelbar ist. Also müssen die Briten sich entscheiden, was sie wollen. Und eine Verschiebung des Austrittsdatums, tja, sie löst einfach nicht das Problem. UK muss sich entscheiden, was man will. Das Problem liegt in London, nicht in Brüssel. Denn schließlich wollten die Briten austreten, und nicht umgekehrt.

Wohin mit dem Pfund?

Der Devisenmarkt ist sich jetzt nicht sicher, wohin man das Pfund traden soll. Vor der Abstimmung gestern Abend war das Pfund noch stark abgerutscht auf glatt 1,3000 gegen den US-Dollar, weil der Generalstaatsanwalt in London erklärte, dass die neuen Zusicherungen der EU eigentlich keinen Mehrwert für die Briten darstellen. Dann ab 20 Uhr, als gestern Abend die Abstimmung im Parlament bekannt wurde, stieg das Pfund sogar etwas an.

Ein Hauch von Optimismus, weil etwas weniger Parlamentarier gegen May gestimmt hatten als noch im  Januar. Was für ein schwacher Trost! Aktuell mit 1,3132 weiß das Pfund nicht so recht wohin. Möglich ist heute, dass der Trend unklar bleibt, weil man das heutige Abstimmungsergebnis ja eigentlich schon kennt. Morgen wird es dann wieder interessanter, wenn man Theresa May wohl die Erlaubnis zum erneuten Flug nach Brüssel geben will. Der Brexit wird wahrscheinlich erst mal verschoben. Und niemand in London weiß, was das an der Faktenlage ändern soll. Wie wird das Pfund auf eine Verschiebung reagieren? Beides ist möglich, denn man kann in beide Richtungen argumentieren!

Pfund vs USD - Brexit
Pfund vs USD seit gestern früh.

Theresa May Jean-Claude Juncker Brexit
Theresa May und Jean-Claude Juncker Montag Abend in Brüssel. Foto: © European Union, 2019 / Photo: Etienne Ansotte

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