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BioNTech und Moderna vor Omikron-Problem? Hat Valneva die Lösung?

Spritze und Coronavirus

Die Aktien von BioNTech und Moderna sind seit Jahresanfang voll im Fokus der Börsianer, weil die beiden mRNA-Impfstoffe weltweit erfolgreich vermarktet werden im Kampf gegen das Coronavirus. Bei der nun aufgekommenen Omikron-Variante stellt sich die Frage, ob sie die selbe Wirksamkeit aufweisen wie gegen die Delta-Variante. Und genau dies hat der Chef von Moderna heute früh angezweifelt.

Nun hängt also erstmal tage- oder wochenlang Unsicherheit am Markt, bis konkretere Ergebnisse der WHO und anderer Experten über Omikron vorliegen. Aber könnten sogenannte Totimpfstoffe die Lösung sein? Investing.com berichtete jüngst über die Unterschiede zwischen mRNA und Totimpfstoff, die eventuell für den französischen Anbieter Valneva einen großer Durchbruch darstellen könnten.

Denn der Totimpfstoff von Valneva wurde mit althergebrachten Methoden entwickelt. Echte abgetötete Viren oder Virenstücke werden zusammen mit zwei Wirkverstärkern verimpft – in diesem Fall ganze inaktivierte Viruspartikel von SARS-CoV-2. Zwar löst der gespritzte Wirkstoff dann keine Krankheit aus, aber das Immunsystem reagiert dennoch, denn es erkennt die Bedrohung und bildet Antikörper, mit denen der Körper das echte Virus bekämpfen kann. Anbieter wie BioNTech und Moderna setzen bei der Entwicklung ihrer Impfstoffe auf genetische Fragmente eines Teils des Coronavirus, das sogenannte Spike-Protein – der Teil, der es dem Virus ermöglicht, sich an gesunde Zellen zu binden. Genau dieser Teil sei jedoch anfällig für Mutationen, was die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass mRNA-Impfstoffe gegen eine oder mehrere Mutationen des Coronavirus unwirksam sein könnten.

Der Valneva-Impfstoff könnte womöglich besser gegen Omikron wirken. Noch ist das nicht bestätigt, aber die Möglichkeit besteht. Aber noch ist der Impfstoff des Unternehmens nicht zugelassen. Am 10. November aber bestellte die EU bei Valneva 60 Millionen Impfstoffdosen. Man kann vermuten, dass die Zulassung für die EU demnächst erfolgen könnte. Wenn es so kommt, könnte die Aktie vor allem vor dem Hintergrund der neuen Omikron-Variante kräftig nach oben durchstarten. Gestern konnte die Valneva-Aktie 10 Prozent zulegen. Heute allerdings verliert die Aktie 6 Prozent. Moderna und BioNTech zeigen heute früh kleinere Verluste.

Die letzten Tage haben alle drei Aktien kräftig zulegen können in der allgemeinen Hoffnung auf mehr Impfstoff-Absatz, weil die Corona-Infektionen wieder zunehmen. Wie es ganz kurzfristig mit diesen Aktien weitergeht, ist unklar. Aber sollte sich der Impfstoff von Valneva gegen die Omikron-Variante als wirksamer erweisen als die mRNA-Impfstoffe, und sollte die EU-Zulassung erfolgen, könnte die Aktie kräftig ansteigen.

Chart zeigt die Kursverläufe von BioNTech, Moderna und Valneva TradingView Chart zeigt die Kursverläufe von BioNTech, Moderna und Valneva seit dem 8. November.



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1 Kommentar

  1. Ich meine gelesen zu haben, das Impfstoffe aus toten Viren schwerer in der Produktion skalieren, eine schnelle Ausweitung der Produktion also schwieriger ist, als bei Impfstoffen auf mRNA-Basis. Aber das wird sich ja zeigen, ob Moderna/Biontech gegenüber Valneva das besserer Vehikel haben.

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