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Europa

BIP – Spannung vor den deutschen Zahlen am Mittwoch

Betrachtet man sich das aktuelle Gesamtbild, so könnte man für die deutsche Konjunktur die Metapher „auf des Messers Schneide“ heranziehen..

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Nach Wochen und Monaten rückläufiger Zahlen für das produzierende Gewerbe in Deutschland, die sich auf dem niedrigsten Niveau seit einem Jahrzehnt befinden, wartet man sehnsüchtig auf die Zahlen für das deutsche BIP im 2. Quartal 2019 – und diese werden am kommenden Mittwoch vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

 

Deutsches BIP – der stetig schrumpfende Industriesektor, Bauboom und Konsum

Betrachtet man sich das aktuelle Gesamtbild, so könnte man für die Konjunktur die Metapher „auf des Messers Schneide“ heranziehen. Dazu die aktuellen Zahlen:

  • Das Statistische Bundesamt meldete am letzten Mittwoch für den Monat Juni einen Rückgang der Produktion um 1,8 Prozent im Monatsvergleich und um erschreckende 5,2 Prozent auf Jahressicht. Einen so starken Einbruch hatte es zuletzt im November 2009 gegeben, in der stärksten Rezession seit Jahrzehnten.
  • Der Ifo Geschäftsklimaindex, der seit Ende 2017 im Rückgang begriffen ist, fiel bereits wieder vier Monate in Folge (ab drei Monaten spricht man von einem Trend)
  • Der Einkaufsmanagerindex IHS Markit lag im Monat Juli nur noch knapp über der Schwelle von 50 Punkten.
    Im Export sind die Zahlen im Jahresvergleich um 8 Prozent eingebrochen. Aber auch die Importe fielen im Jahresvergleich um 4,4 Prozent. Sicherlich auch eine Folge des Handelskriegs.
  • Der Einbruch in der Industrie hat eine zentrale Bedeutung für das gesamte Bruttoinlandsprodukt. Nach Schätzungen des Finanzdienstleisters Bloomberg könnten aus diesem Sektor rund 0,6 Prozentpunkte beim BIP vernichtet worden sein. Deshalb lautet derzeit die heiß diskutierte Frage: Können andere Sektoren wie der private Konsum, der Bau oder die öffentliche Hand die Negativfaktoren ausgleichen und die Konjunktur nochmals retten?

Dazu noch ein paar Zahlen aus dem Baugewerbe:

Im Mai dieses Jahres erzielten die größeren Betriebe des Bauhauptgewerbes 9,8 Prozent mehr Umsatz als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Für die ersten fünf Monate des Jahres beträgt das Umsatzplus sogar 11,5 Prozent. Auch die Arbeitnehmer profitierten. Die Beschäftigtenzahl lag im Mai 2,2 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2018.

Was den Konsum und den Dienstleistungssektor betrifft, hat sich der Wind bereits etwas gedreht. Der GfK-Konsumklimaindex notierte zuletzt auf dem tiefsten Stand seit 2017. Der Rückgang der Anschaffungsneigung ist vermutlich auf einen etwas wackeligeren Arbeitsmarkt zurückzuführen. Der leichte Rückgang der Zahl der Arbeitslosen im letzten Quartal könnte auf ein Ende des jahrelangen Jobwunders hindeuten.

Alles in allem münden die Überlegungen in die Frage, ob Deutschland zumindest in eine technische Rezession rutschen wird – einer Schrumpfung der Wirtschaft über zwei Quartale. Darüber wird uns das Statistische Bundesamt aber erst Mitte November berichten.

 

Fazit

Jetzt könnte man einwenden, was spielt das denn praktisch für eine Rolle ob eine Wirtschaft für zwei Quartale einmal 0,1 oder 0,2 Prozent ins Minus rutscht? Objektiv betrachtet sicherlich nicht viel, aber da Wirtschaft bekanntermaßen mindestens zu 50 Prozent von der Psychologie der Akteure abhängt, hat dies in der Regel gewaltige Auswirkungen. Unternehmen stellen angesichts der Erwartung einer Schrumpfung im Geschäft Investitionen zurück und führen verschärfte Sparmaßnahmen durch, was insgesamt auf das Wachstum durchschlägt. Es tritt etwas ein, was landläufig als „Self Full Feeling Prophecy“ bezeichnet wird. Die Rezession nährt die Rezession und deshalb achtet alle Welt auf die kommenden Zahlen zum BIP der viertgrößten Volkswirtschaft des Planeten.

 

Das deutsche BIP am Mittwoch dürfte die Finanzmärkte stark bewegen

11 Kommentare

11 Comments

  1. Aha...

    12. August 2019 12:18 at 12:18

    … was ist denn eine Self Full Feeling Profecy 😀 :D.
    Die selbst voll fühlendene Prophezeiung?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung

    • leftutti

      12. August 2019 15:54 at 15:54

      @Aha, zumindest sollten Sie erst einmal lernen, korrekt zu zitieren. Siehe „Profecy“…
      Und damit es auch mit dem zweiten Smiley klappt: In Zukunft den Punkt dahinter weglassen 😉

  2. Columbo

    12. August 2019 12:40 at 12:40

    @Aha
    Meine Güte, Herr Oberlehrer, ein Tippfehler kann doch jedem mal passieren, oder? Ihnen nicht?
    Sollten sie öfters hier schreiben, werden wir bei Ihnen mal ganz besonders aufpassen.

  3. Gixxer

    12. August 2019 14:18 at 14:18

    Ein Tippfehler und dazu noch Autokorrektur und schon ist es passiert.

    Ich bin natürlich auch dafür, dass die Rechtschreibung nicht ganz in Vergessenheit gerraten darf, aber man kann es auch übertreiben. Der Inhalt ist das was zählt, zumindest auf einer Finanzseite.

    • Gixxer

      12. August 2019 14:18 at 14:18

      Und schon habe ich mich auch vertippt.

  4. Wolfgang M.

    12. August 2019 14:48 at 14:48

    @Columbo. Danke für die Unterstützung. War tatsächlich die Autokorrektur, die ich zu nachtschlafender Zeit nicht bemerkt habe. Die Redewendung, die Standardfloskel aus der Börsenpsychologie schlechthin, wurde von mir auch schon zigfach verwendet. Gelobe Besserung.
    Viele Grüße nach Südtirol

  5. 😂😂😂

    12. August 2019 17:53 at 17:53

    Seien Sie doch nicht so streng @leftutti

    • leftutti

      12. August 2019 19:23 at 19:23

      Na, Goldi, heute schon etwas zu intensiv an der (Ha)Shisha genuckelt? 🤪
      Schön hast du heute deinen Namen gemalt, morgen probieren wir es dann mit dem ABC?

      @Markus Fugmann, ich finde es nicht gut, dass Kommentare freigeschaltet werden, die statt eines Nicknames nur noch Smileys im Namensfeld enthalten, nur um in der rechten Kommentarspalte viel Aufmerksamkeit zu erregen. Die Inhalte der Kommentare sprechen ja ohnehin schon Bände, muss die Infantilität auch noch optisch unterstrichen werden?
      Und außerdem: Wie soll man die Smileys denn ansprechen? Hallo, George Triple Doof? Oder 3×0=Nichts?

      • nachaußengrünnachinnbraun

        12. August 2019 22:17 at 22:17

        Bravo @leftutti man muss solchen Personen auch die Wahrheit sagen dürfen!

        • leftutti

          12. August 2019 23:28 at 23:28

          Hallo @durchunddurchhohlundfarblos, was habe ich eigentlich geschrieben, was Sie so erzürnt? Nachdem jemand einen kleinen Tippfehler von dem von mir sehr geschätzten Wolfgang M. auf die Schippe genommen und dabei peinlicherweise selbst falsch zitiert hat, habe ich ihm einen harmlosen und gleichwertigen Spiegel vorgehalten.

          Die Kommentatoren @Columbo und @Gixxer haben das bereits Stunden vorher getan. Dürfen wenigstens die das noch, oder sind die auch schon alle etwas @leftutti?

          Mut zur Wahrheit, Sie erinnern sich?! Also warum sollte man drei dämlichen Grinsgesichtern ohne Namen gegenüber eine Ausnahme einräumen? Und welche Personen meinen Sie? George Triple Doof? Oder 3×0=Nichts? Ich kann keine Personen erkennen, noch nicht einmal Aussagen, die auf etwas personenähnliches schließen lassen. Ich tippe mal auf schlecht programmierte Bots, ähnlich den Algos an den Börsen.

          P.S. Was ist „nachinnbraun“?
          P.P.S 😂😂😂

        • Erbsenundrechtsschreibfehlerzähler

          13. August 2019 01:02 at 01:02

          Hallo, ich glaube, Sie haben in Ihrem Nickname einen Schreibfehler!
          Hochachtungsvoll

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Europa

Achtung Donald Trump: EU-Außenhandelsüberschuss mit USA steigt kräftig

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Das dürfte Donald Trump überhaupt nicht freuen. In diesem Minuten müsste er wach werden und anfangen zu twittern, so wie er es fast jeden Tag macht. Morgens erstmal richtig drauf los twittern! Was ist passiert? Die EU-Statistikbehörde Eurostat hat aktuell die Außenhandelsstatistik der EU für den Monat Juni veröffentlicht.

Daraus geht hervor, dass der Außenhandelsüberschuss der EU mit Waren gegenüber den USA von Januar-Juni im Vergleich zu Januar-Juni 2018 von 67 auf 74,6 Milliarden Euro gestiegen ist. Ein dramatischer Zuwachs für die EU, zu Lasten der USA. Das dürfte Donald Trump gar nicht gefallen. Übrigens: Während Europa also einen verstärkten Kapitalzufluss aus den USA erlebt, steigt das EU-Defizit gegenüber China spürbar an von -81,3 auf -90,4 Milliarden Euro. Insgesamt sind die Exporte wie auch Importe der EU gegenüber Juni 2018 rückläufig. Eine Auswirkung des Handelskriegs? Zitat Eurostat:

Nach ersten Schätzungen betrugen die Extra-EU28-Warenausfuhren im Juni 2019 164,5 Milliarden Euro, ein Rückgang von 4,4% gegenüber Juni 2018 (172,1 Mrd.). Die Einfuhren aus der restlichen Welt beliefen sich auf 158,3 Mrd. Euro, ein Rückgang von 4,2% gegenüber Juni 2018 (165,2 Mrd.). Infolgedessen registrierte die EU28 im Juni 2019 einen Überschuss von 6,1 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt, gegenüber +7 Mrd. im Juni 2018. Der Intra-EU28-Handel belief sich im Juni 2019 auf 288,8 Mrd. Euro, ein Rückgang von 6,4% gegenüber Juni 2018.

Außenhandelsüberschuss EU Juni

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Europa

Rezession – Deutschland schon mitten drin?

„Die Eurozone hat eine masochistische Tendenz, nur in einer Krise zu handeln.“

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Befindet sich Deutschland bereits in einer technischen Rezession? Und was macht eigentlich die deutsche Regierung?

Am Mittwoch wurde vom statistischen Bundesamt das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal 2019 bekannt gegeben. Es fiel wie erwartet um 0,1 Prozent. Aber vieles deutet darauf hin, dass sich Deutschland bereits in einer technischen Rezession, sprich in einem Schrumpfungsprozess über zwei Quartale befindet.

 

Die Anzeichen für eine Rezession

Nachdem das Schrumpfen des deutschen BIP im 2. Quartal nun amtlich ist, achtet man natürlich auf die Indikatoren in Q3. Und die deuten derzeit auf eine weitere Abschwächung hin. Im Juli sanken sowohl die Auftragseingänge in der Industrie als auch der Ifo-Geschäftsklimaindex bei den Unternehmen, welcher im Industriebereich auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise 2009 gefallen ist.

Nach Angaben des Konjunkturchefs des Ifo-Instituts, Professor Timo Wollmershäuser, zeigt sich auch im Dienstleistungsbereich, der die Gesamtkonjunktur noch über Wasser hielt, eine zunehmende Abwärtstendenz bei Geschäftslage und Erwartungen. „Die Industrieschwäche strahlt allmählich auf andere Wirtschaftsbereiche aus“, so der Ökonom wörtlich.

Und ein Ende der schon seit einem Jahr anhaltenden Schwäche der Industrie sei nicht zu erkennen.

 

Und was macht die Bundesregierung?

Angela Merkel scheint sich wieder einmal auf ihre Politik des Aussitzens zu fokussieren. Auch wenn es oft angebracht ist, nicht hektisch auf jede Entwicklung zu reagieren, erscheint dies in der jetzigen Lage nicht ungefährlich, denn eine Rezession kann sich auch zu einer tiefen Wirtschaftskrise entwickeln – mit Massenarbeitslosigkeit und Firmenpleiten. Dabei gäbe es Vorschläge genug für Stimuli, die einen wirtschaftlichen Schub entfachen könnten. Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen, Infrastrukturprogramme, Verkehrswende, Digitalisierung und so weiter und so fort…!

 

Fazit

Man darf gespannt sein, woher der Wind wehen soll, der das endgültige Abgleiten, in Deutschland wie auch in Europa, in eine Rezession verhindern soll.

In New York ist man sogar entsetzt über den Attentismus in Europa, der sich angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen Lage breitmacht: Analysten von Bloomberg bemerkten hierzu in einer Studie: „Die Eurozone hat eine masochistische Tendenz, nur in einer Krise zu handeln.“

Und auf die Spitze getrieben: „Europe is walking naked !“

Auch wenn man das amerikanische Wirtschaftshandeln sehr kritisch betrachtet: An dieser Aussage ist etwas dran, das Beispiel Bankenrekapitalisierung nach der Finanzkrise lässt grüßen.

 

Die Jubelstimmung in Deutschland ist verflogen, eine Rezession wahrscheinlich

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Asien

Deutschland und Japan: So katastrophal sind die Rückgänge in der Industrie!

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So wirklich angekommen scheint das Thema in der breiten Öffentlichkeit noch nicht zu sein. Denn der Arbeitsmarkt ist weiterhin quasi am Rand der Vollbeschäftigung. Bau und Dienstleistungen produzieren neue Jobs, und alles wird gut? Dem ist nicht so. Denn für Volkswirtschaften mit großer Bevölkerungszahl bildet die Industrie die Basis, auf der vor allem die Dienstleistungsindustrie aufbaut! Kleine Länder wie Luxemburg können sich zum Beispiel auf Finanzdienstleistungen als Einnahmequelle konzentrieren. Das geht, weil das Land aufgrund seiner kleinen Landmasse geringe Kosten für die Infrastruktur hat.

Und aufgrund seiner geringen Bevölkerungszahl kann Luxemburg in einem langfristigen Zustand der Vollbeschäftigung leben, wenn die Menschen reihenweise als Wirtschaftsprüfer oder Fondsmanager tätig sind. Aber in großen Flächenländern wie Deutschland, Frankreich etc mit großer Bevölkerungszahl, da braucht es die Industrie als Basis, um die breite Masse der Bevölkerung auch in Dienstleistungsjobs ernähren zu können. Ohne diese Basis geht es nicht! Deswegen ist es auch so wichtig, dass die Politik die aktuelle Schwäche in der Industrie viel stärker in Augenschein nehmen sollte. Aber wie wir gestern schon zeigten.

Unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier will eine bevorstehende Rezession mit Maßnahmen bekämpfen, die vielleicht erst in 3, 4 oder 5 Jahren wirken könnten. Ein Witz. Denn wenn die Politik gegensteuern wollte, dann müsste jetzt sofort etwas geschehen. Sehen Sie dazu unseren Artikel von gestern. Aber wir schweifen ab. Anlass dieses Artikels sind Daten, die heute früh in Japan veröffentlicht wurden. Japan und Deutschland gelten als die klassischen Exportländer. Und gerade diese beiden Länder weisen seit Monaten drastische Rückgänge in der Industrieproduktion aus. Japan meldet heute für den Monat Juni im Jahresvergleich einen Rückgang von 3,8%. Damit sinkt die Industrieproduktion in Japan im Jahresvergleich nun schon den fünften Monat in Folge (erste Grafik). Und die jeweiligen monatlichen Rückgänge sind kräftig!


source: tradingeconomics.com

Und Deutschland? Hier sieht es nicht besser aus. Zuletzt vor einer Woche hatten die Statistiker hierzulande die Industrieproduktion für Juni im Jahresvergleich mit -5,2% vermeldet. Hallo? Das ist katastrophal! Damit gibt es bei uns nun acht Monate in Folge deutliche Rückgänge! Zahlreiche Entlassungen in der Industrie gibt es schon. Aber die Dramatik der Lage fällt am Arbeitsmarkt wohl noch nicht auf, weil gleichzeitig Bau und Dienstleistungen wie gesagt neue Jobs schaffen. Aber am Bau, da braut sich gerade was zusammen in Deutschland. Schon in den Vormonaten schwächelten die Neugenehmigungen für den Wohnungsbau, und auch heute geht es weiter bergab. Wir werden dieses Thema in einem Folgeartikel genauer ansprechen.


source: tradingeconomics.com

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