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Bis zu 1 Billion Dollar weniger Öl-Investitionen in 5 Jahren

FMW-Redaktion

Das ist mal eine große Zahl. Vom Zeitraum 2015-2020 sollen die weltweiten Öl-Investitionen der Branche (Explorationen usw) um 22% oder 740 Milliarden bis zu 1 Billion Dollar geringer ausfallen als noch Ende 2014 erwartet wurde, wo der Ölpreis anfing so dramatisch zu fallen. So hat es die Analysefirma für die Ölbranche Wood Mackenzie Ltd in einer aktuellen Studie veröffentlicht.

Während der Nahe Osten seine Investitionen überhaupt nicht zurückfährt um die eigenen Marktanteile auch weiterhin verteidigen zu können, sollen die Öl-Investitionen z.B. in Russland in den nächsten beiden Jahren um 40% einbrechen – dies habe aber viel mit der Rubel-Abwertung zu tun. Für die USA gäbe es für 2016-2017 dramatische Rückgänge bei den Investitionen um die Hälfte, so die Studie. Es gehe um 125 Milliarden Dollar Rückgang. Verantwortlich sei hierfür der umfangreiche Rückgang bei den aktiv betriebenen Bohrlöchern an Land.

Die Studie spricht davon, dass die Öl-Investitionen für neue Bohrfelder durch den seit 1 1/2 Jahren gefallenen Ölpreis dramatisch gefallen seien. Man gehe davon aus, dass die globale Ölproduktion dieses Jahr 3% geringer ausfallen würde als vormalig prognostiziert. Wenn man seine Erwartungen von vor dem Ölabsturz von Ende 2014 mit den jetzigen vergleiche, werde die Ölproduktion 5 Millionen Barrels pro Tag geringer ausfallen, in 2017 sogar 6 Millionen Barrels. Für einen neuen „Kickstart“ wie die Firma es beschreibt, sei eine weitere Kostenreduzierung der Firmen notwendig. Zitat:


„Although exploration investment has more than halved since 2014, and the figure is expected to be around US$42 billion per annum for 2016 and the same in 2017, costs have not been cut as much and as quickly as we expected. Some deepwater exploration spend has been protected by long rig contracts, but as these unwind we expect sharper cuts than in non-deepwater.“ On a more positive note for operators, cost deflation has played a major role in driving down spend. For example, costs in the US unconventional sector in 2015 fell by 25% on average from peak in 2014. Wood Mackenzie’s models show 2016 is likely to yield another 10%. „For now, the select few projects that are progressed will do so because costs have been cut substantially to hit economic hurdle rates. But kick-starting the next investment cycle will require more cost deflation and project scope optimisation along with confidence in higher prices and arguably fiscal incentives.“ says Dickson.


„Unser aller Liebling“ und mit seinen Prognosen natürlich immer goldrichtig liegend (Satire) sieht Goldman Sachs das anders – der vermeintliche Wortführer der Investmentbranche glaubt an ein kurz bevorstehendes Wiederhochfahren der Ölförderung vor allem in den USA „nach einer 18monatigen Lücke“ und nun wieder steigenden Ölpreisen. Aber wir hatten das große Paradoxon schon mehrmals angesprochen: Fahren die Amerikaner ihre Fördermenge wieder kräftig hoch, kommt es wie schon 2014 zu einem Überangebot, und der Preis fällt (vermutlich). Also wie hätten Sie es denn gerne?



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