Die Bitcoin-Rally ist an der wegweisenden Marke von 70.000 USD erneut ins Stocken geraten. Die Einstufung von Bitcoin als sogenannter Trump-Trade gerät allmählich in Konflikt mit den größeren Veränderungen an den globalen Finanzmärkten, die zum Teil auf die mögliche Rückkehr des ehemaligen Präsidenten ins Weiße Haus zurückzuführen sind. Dazu gehören der starke Dollar und steigende Kapitalmarktzinsen, die für Gegenwind an den Krypto- und Aktienmärkten sorgen. Aus charttechnischer Sicht steht die größte Kryptowährung nun am Scheideweg: Droht der nächste Einbruch oder geht die Rally jetzt erst richtig los und führt den Bitcoin auf neue Höchststände?
Bitcoin am Scheideweg
Laut dem Broker eToro ist Bitcoin für die einen nicht mehr als ein Spielball der Spekulation, für die anderen hingegen der digitale Wertspeicher der Zukunft – ein Herausforderer von Gold. Und in diesem Jahr hat Bitcoin das Edelmetall bereits in den Schatten gestellt: Seit Januar kletterte Bitcoin um beeindruckende 58 Prozent, während Gold „nur“ um 34 Prozent zulegte. Doch das erhoffte Allzeithoch lässt weiter auf sich warten.
Die Volatilität bleibt ein ständiger Begleiter von Bitcoin. Am Mittwoch fiel der Kurs um 1,4 Prozent und schloss unter der 67.000 US-Dollar-Marke. Trotzdem brodelte in den letzten Wochen ein stilles, aber bestimmtes bullisches Momentum, das sich nach Monaten der Konsolidierung aufgebaut hat. Aus charttechnischer Sicht hat sich eine sogenannte Bullenflagge ausgebildet.
Sollte Bitcoin die starken Widerstände zwischen 67.000 und 73.000 US-Dollar knacken, könnte eine Welle der „Fear of Missing Out“ (FOMO) losbrechen. In der Vergangenheit zeigte sich: Sobald Bitcoin anzieht, bleibt der Aufwärtstrend oft über Wochen oder Monate hinweg ungebrochen. Doch kurzfristig wird die Unsicherheit durch die bevorstehenden US-Wahlen im November für Volatilität sorgen.
Volatilität vor US-Wahlen
Die Anleiherenditen und der Dollar sind in letzter Zeit sprunghaft angestiegen, da der republikanische Kandidat Donald Trump auf den Wettmärkten vor Vizepräsidentin Kamala Harris liegt, so ein Bericht von Bloomberg. Einerseits reduzieren Investoren ihre Wetten auf eine lockere Geldpolitik der Fed, da Trump im Falle eines Wahlsiegs am 5. November eine wachstums- und inflationsfördernde Agenda auf die bereits robuste US-Wirtschaft anwenden wird.
Bitcoin und Aktien fielen parallel zu dieser relativen Verschärfung der finanziellen Bedingungen, was dazu führte, dass die Kryptowährung ihren ersten wöchentlichen Verlust seit drei Wochen erlitt. Donald Trump hat sich während seiner Wahlkampagne für die digitale Asset-Branche ausgesprochen und damit die Stimmung am Kryptomarkt aufgehellt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die Auswirkungen seiner weiteren Prioritäten diesen Optimismus dämpfen könnten.
„Der Rücksetzer an den Aktienmärkten, der höhere US-Dollar und die höheren Renditen bedeuten eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen“, sagte Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG Australia Pty. „Das ist nicht gut für Kryptowährungen am spitzen Ende des Spektrums. Einige werden darauf hinweisen, dass die finanziellen Bedingungen von Anfang an locker waren, aber es ist eher die Geschwindigkeit, mit der sich die Verschärfung vollzieht.“
Bitcoin ringt mit 67.000-USD-Marke
Der BTC-Kurs stieg am Donnerstag um 9:10 Uhr in London um etwa 1 % auf 67.127 USD und konnte damit seinen wöchentlichen Rückgang auf etwa 2 % reduzieren. Der größte digitale Vermögenswert ist in diesem Jahr um fast 60 % gestiegen und erreichte im März ein Rekordhoch von 73.798 USD, was durch die Nachfrage nach börsengehandelten Bitcoin-Spot-ETFs gestützt wurde.
Trump hat geschworen, die USA zur Krypto-Hauptstadt des Planeten zu machen, während er sich mit der demokratischen Kandidatin Harris um Stimmen duelliert, die einen gemäßigteren Ansatz gewählt hat, indem sie versprach, einen regulatorischen Rahmen für die Branche zu unterstützen. Die Positionen der beiden Kontrahenten stehen im Gegensatz zu einem harten Durchgreifen gegen den Krypto-Sektor unter Präsident Joe Biden.
Laut einer Umfrage von Bloomberg News/Morning Consult liegen die Kandidaten bei den wahrscheinlichen Wählern in jedem der sieben „Swing States“ der USA gleichauf. Die hauchdünnen Vorsprünge in diesen umkämpften Staaten unterstreichen, wie sehr ein letztes Aufbäumen von Werbung, Kundgebungen und Türklopfen darüber entscheiden könnte, wer das Weiße Haus gewinnt.
Sollte Trump als Sieger hervorgehen, könnte dies zu höheren Renditen und letztlich zu „negativen Auswirkungen auf Risikoanlagen“ führen, so Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, einem Anbieter von Liquidität für den Handel mit Derivaten auf digitale Vermögenswerte. Dennoch: „Die erwartete regulatorische Aufweichung einer Trump-Administration gegenüber der Krypto-Industrie sollte immer noch ein treibender Faktor sein“, sagte sie.
FMW/Bloomberg
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Psychologisch gesehen, ist die Angst, etwas zu verlieren, ein mächtigeres Gefühl, als die Hoffnung, etwas zu gewinnen. Aus dieser Perspektive werden viele Bitcoininteressierte noch warten, bis die positiven Versprechen zur Kryptoregulierung auch eingelöst werden. Danach wird das Digitalgold Bitcoin (BTC) seinen fulminanten Aufstieg fortsetzen. Die Gründe sind vielfältig, können aber z.B. beim ‚blocktrainer‘ oder auch beim größten Vermögensverwalter der Welt eruiert werden…