Bitcoin hat in den vergangenen Monaten erneut extreme Kursschwankungen erlebt. Nach dem Anstieg auf rund 126.000 US-Dollar folgte eine scharfe Korrektur bis auf rund 58.000 US-Dollar. Seitdem fragen sich Anleger: War das bereits der Boden – oder setzt sich der Crash sogar noch fort? Für den frühen Bitcoin-Investor und Unternehmer Michael Terpin kommt diese Entwicklung allerdings nicht überraschend. Er ordnet Bitcoin in einen klaren Vierjahresrhythmus ein – den sogenannten Superzyklus. Und genau dieser könnte Hinweise darauf liefern, wie es jetzt weitergeht.
Bitcoin: Superzyklus im Fokus
Im Mittelpunkt von Terpins Theorie steht das sogenannte Halving. Etwa alle vier Jahre halbiert sich die Menge neuer Bitcoin, die Miner als Belohnung erhalten. Dadurch sinkt das Angebot neuer Coins kontinuierlich, während die Nachfrage langfristig weiter steigen könnte. Genau dieses Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage bildet laut Terpin die Grundlage des gesamten Bitcoin-Zyklus.
Besonders bemerkenswert sei dabei, dass bereits rund 95 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin geschürft wurden, obwohl bislang nur etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung überhaupt die Kryptowährung besitzen. Sollte sich die Akzeptanz in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, könnte ein erheblicher Angebotsengpass entstehen. Nach Ansicht von Terpin wäre genau ein solcher Nachfrageüberhang der Auslöser für den eigentlichen Bitcoin-Superzyklus.
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Dabei verweist er auf die Geschichte der Kryptowährung. Bereits 2013 habe eine kurzfristige Angebotsknappheit zu einem explosionsartigen Kursanstieg geführt, als Börsen zeitweise nicht genügend Bitcoin anbieten konnten. Ein ähnliches Szenario könnte sich seiner Meinung nach künftig in wesentlich größerem Maßstab wiederholen.
Allerdings hat die Geschichte gezeigt, dass heftige Rückschläge ein fester Bestandteil dieses Zyklus seien. Kursverluste von 70 oder sogar 80 Prozent sind historisch keineswegs außergewöhnlich gewesen. Hinter diesen Bewegungen steckten weniger fundamentale Veränderungen als vielmehr die immer gleichen menschlichen Emotionen: Angst und Gier.
Zwischen Angst und Euphorie
Terpin unterteilt jeden Zyklus in vier Phasen, die er mit den Jahreszeiten vergleicht. Der „Bitcoin-Frühling“ beginnt mit dem Halving und endet, sobald ein neues Allzeithoch erreicht wird. Anschließend folgt der „Bitcoin-Sommer“, in dem die Kurse häufig explosionsartig steigen und die größte Euphorie entsteht.
Platzt diese Spekulationsphase, beginnt der „Bitcoin-Herbst“. In dieser Phase setzen oft massive Kursverluste ein, bevor schließlich der „Bitcoin-Winter“ folgt. Genau in dieser Phase des Superzyklus befindet sich die Kryptowährung derzeit. Anders als viele Anleger vermuten, beschreibt dieser Winter jedoch nicht den eigentlichen Absturz, sondern die längere Bodenbildungsphase bis zum nächsten Halving.
Nach diesem Muster sind weitere Rückgänge grundsätzlich möglich. Ein weiterer Rücksetzer in den Bereich von 45.000 bis 40.000 US-Dollar liege noch im Bereich des Möglichen. Entscheidend sei jedoch der langfristige Trend – nicht die kurzfristige Volatilität.
Kommt jetzt der Superzyklus?
Besonders optimistisch blickt der Bitcoin-Veteran auf die kommenden Jahre. Er erwartet noch drei große Bullenmärkte bis etwa 2037. Mit jedem weiteren Halving sinke die Inflationsrate des Netzwerks weiter, während gleichzeitig immer mehr institutionelle und private Investoren Bitcoin nachfragen könnten. Genau dieses Ungleichgewicht zwischen begrenztem Angebot und wachsender Nachfrage könnte den lange erwarteten Superzyklus auslösen.
Sein langfristiges Kursziel fällt entsprechend ambitioniert aus: Ein Preis von einer Million US-Dollar sei innerhalb der nächsten zehn Jahre durchaus erreichbar – vorausgesetzt, die historische Zyklusstruktur bleibt auch künftig intakt. Ob sich diese Prognose bewahrheitet, bleibt offen. Für Terpin sind die heftigen Kursschwankungen jedoch kein Warnsignal, sondern ein fester Bestandteil des langfristigen Bitcoin-Superzyklus.
Im folgenden Video erläutert Michael Terpin seine Theorie des Superzyklus ausführlich und erklärt, warum er trotz der aktuellen Kursschwäche langfristig an deutlich höheren Bitcoin-Kursen festhält.
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