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Bitcoin

Bitcoin – bringt das Jahr 2020 einen Kursschub?

Bitcoin in Zeiten ungezügelter Geldmengenvermehrung durch die Notenbanken

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Als Pionier unter den „Cryptos“ ist der Bitcoin nach wie vor die populärste digitale Währung, basierend auf der Blockchain-Technologie. Im nächsten Jahr könnte der nächste Kursschub kommen.

Bei Bitcoin sinkt das Geldmengenwachstum

Anders als bei den offiziellen Zahlungsmitteln, auch Fiat-Geld genannt, sinkt die Emissionsrate der digitalen Kryptowährung Bitcoin im Laufe der Zeit, konkret alle vier Jahre. Als Satoshi Nakamoto, der mysteriöse Vater der Cyberwährung, vor zehn Jahren die ersten Bitcoins erschuf, waren dies noch 50 Stück pro Rechenblock alle zehn Minuten. Im Jahr 2012 griff die erste in den Code der Kryptowährung eingebaute Halbierung der Geldschöpfungsrate, auch „Halving“ genannt. Der gleiche Rechenaufwand wurde nun lediglich mit 25 Bitcoins pro Block belohnt. Das zweite Halving fand dann im Jahr 2016 statt – seitdem gibt es nur noch 12,5 Bitcoins pro Block. Am 20. Mai des nächsten Jahres findet die nächste Halving-Runde statt. Ab diesem Tag können alle 10 Minuten nur noch 6,25 Bitcoins digital erzeugt werden.

Die Bitcoin-Geldmenge wird dann nur noch um 328.500 Stück pro Jahr steigen, verglichen mit aktuell 657.000 pro Jahr und über 2,6 Millionen vor zehn Jahren.

Die Geldschöpfung der Digitalwährung endet final, wenn der letzte Bitcoin im Jahr 2140 berechnet wird. Die Bitcoin-Produktion, in Fachkreisen auch Bitcoin-Mining genannt, ist durch den eingebauten Algorithmus auf insgesamt 21 Millionen Stück begrenzt. Es kann nie mehr als diese Geldmenge existieren. Der Horror für jede moderne Zentralbank aber für Anleger und Währungsspekulanten ein interessanter Aspekt.

Vorausgesetzt, die Nachfrage nach Bitcoins übertrifft die Emissionsrate, sind steigende Preise damit theoretisch vorprogrammiert. In der Praxis könnten jedoch neue Handelsverbote, Hacker-Skandale und vor allem die Überspekulation im Vorfeld des Halvings dazu führen, dass dieser Zusammenhang zeitlich nicht direkt erfolgt. Die Antizipation der Verknappung beim Bitcoin-Mining könnte im Vorfeld bereits zu starker Aufwertung führen, was das Kurspotenzial danach limitiert.

Der Geldschöpfungsprozess wird immer aufwendiger bei Bitcoin

Die Reduktion der „Belohnung“ beim Lösen der Bitcoin-Rechenblöcke auf jeweils die Hälfte alle vier Jahre ist nicht der einzige Faktor, der die Geldschöpfung der Pionier-Kryptowährung im Zeitverlauf erschwert.

Es wird zunehmend aufwendiger, Blöcke zu berechnen und die digitalen Münzen zu generieren. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Mining immer schwieriger wird, je mehr digitale Bergleute dem Bitcoin-Netzwerk beitreten.

Aufgrund des erhöhten Schwierigkeitsgrads benötigen Die Bitcoin-Miner leistungsfähigere Hardware und mehr Energie um die kryptografischen Algorithmen zu lösen.

Dieser permanent zunehmende Schwierigkeitsgrad beim Schürfen der digitalen Münzen hat dazu geführt, dass sich die Miner zu „Bergbaupools“ vernetzen, um gemeinsam Blöcke zu lösen und die geschürften Bitcoins anschließend zu teilen. Die berechneten Bitcoins werden gemäß der Rechenleistung, die jedes Netzwerkmitglied einbringt, verbucht. Das Lösen der Blöcke ist mittlerweile so schwierig geworden, dass sich mehrere Tausend bis Zehntausend Miner mit den Kapazitäten ihrer Rechner zusammenschließen. Im Ergebnis bedeutet dies oft nur noch wenige Dollar für jeden digitalen Bergmann. Demgegenüber stehen Kosten für benötigten extrem leistungsfähigen Grafikkarten, vorzugsweise von Herstellern wie Nvidia oder AMD, sowie natürlich für den Strom, der für die enorme Rechenleistung benötigt wird.

Bisher war das Halving eine Preissteigerungsgarantie

Bis heute wurden bereits 85 Prozent aller möglichen Bitcoins erzeugt, aktuell ca. 18 Millionen Stück. In den Jahren 2012 und 2016 hat sich die These, dass der Kurs parallel zur abnehmenden Geldschöpfungsrate steigt, erfüllt. Massive Spekulationen und eventuell auch Preismanipulationen haben seit 2017 gleichwohl zu extremer Volatilität geführt. Somit ist dieser Zusammenhang nicht mehr ohne weiters herstellbar.

Wo die faire Bewertung eines Bitcoins liegt, ist ebenfalls schwer zu sagen. Dies gilt zwar auch für Gold, das gelbe Metall hat sich aber schon seit fünftausend Jahren bewährt – Bitcoins gibt es erst seit einer Dekade. Was man sagen kann, ist, dass die erneute Halbierung der Schöpfungsrate der Kursentwicklung auf jeden Fall nicht schaden wird.

Ob jedoch Kursziele von einer Million Dollar und mehr, wie sie von dem New Yorker Hedgefonds-Manager Charles Hwang postuliert werden, erreichbar sind, hängt auch von anderen Faktoren ab.

Der Mehrwert des Bitcoin besteht neben seiner Knappheit vor allem in seiner Diskretion. Man kann das digitale Geld unbemerkt überall mit hinnehmen (auch über Grenzen hinweg) und damit online diskrete Transaktionen durchführen. Verbote von Handelsplattformen für Bitcoin sowie die Stilllegung von Darkweb-Handelsplätzen wie „Silk Road“ oder „Dream Market“ haben den Kurs in der Vergangenheit immer wieder stark belastet und sind auch ein Risiko für die Zukunft.

Wie groß der politische Einfluss auf den Kursverlauf ist, konnte man gestern beobachten, als der Kurs des Bitcoin in kürzester Zeit massiv zulegte, weil die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin der Kryptowährung im Rahmen des Kreditwesengesetzes ab Januar 2020 offiziell den Status eines regulierten Finanzinstruments verlieh.

Da Bitcoins mittlerweile sogar in Form von Futures handelbar sind, bekommt der Faktor Spekulation einen immer größeren Einfluss auf die Preisbildung bei der Digitalwährung. Zudem befindet sich eine bedeutende Menge Bitcoins in den Händen nur weniger Marktteilnehmer. Allein ca. 1 Million Stück sollen sich nach wie vor in den Händen von Satoshi Nakamoto befinden. Dies entspräche einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 7,4 Milliarden US-Dollar.

Da der Markt für Bitcoin vor allem durch Intransparenz glänzt, was natürlich der einer Kryptowährung innewohnenden Diskretion geschuldet ist, ist der Markt schwer einschätzbar.

Fazit und Ausblick

Mit dem neuen Halving besteht zumindest aus der Erfahrung der letzten beiden dieser Ereignisse die Möglichkeit, dass der Bitcoin erneut massiv an Wert gewinnt. Noch fungiert der Pionier unter den Kryptos als beliebteste Handelswährung im Darknet und überall dort, wo Geld diskret aufbewahrt, ausgegeben und transportiert werden soll. Dies ist z. B. für Festland-Chinesen ein großer Vorteil, da die chinesische Binnenwährung Renminbi nicht frei konvertierbar ist und der Kapitalverkehr aus China heraus streng kontrolliert wird.

Das Risiko des Verbotes von Handelsplattformen, auf denen Bitcoins ge- und verkauft bzw. diese in Waren und Dienstleistungen getauscht werden können, bleibt ebenfalls hoch.

In Zeiten ungezügelter Geldmengenvermehrung durch die Notenbanken und in einem Umfeld von Null- und Negativzinsen bleibt der Bitcoin als Währungs-Exot aufgrund seiner sehr speziellen Eigenschaften gleichwohl interessant.

Wie wird das Jahr 2020 für Bitcoin laufen?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Ice 9

    6. Dezember 2019 11:38 at 11:38

    Der Kryptomarkt ist wenig liquide und völlig unreguliert und wird so von einigen wenigen großen playern (Tetherkartell und Wale) beherrscht, die die Preise nach Belieben manipulieren.

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Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

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Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Bitcoin: Kommt der echte Konkurrent aus China?

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Symbolbild für den Bitcoin, der nur elektronisch existiert

Es gibt tausende verschiedene Kryptowährungen, doch keine kann es bis heute mit Bitcoin aufnehmen. 65 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von mehr als 5.500 Kryptowährungen entfällt auf Bitcoin. Doch in China, wo ohnehin schon ein enormer Marktanteil auf digitales Bezahlen mittels Handy-Apps entfällt, entsteht jetzt eine Kryptowährung, die es mit Bitcoin aufnehmen könnte, ohne mit Bitcoin viele Gemeinsamkeiten zu haben.

Bitcoin und Co. sind bei Chinas Machthabern verpönt, da sie schwer zu kontrollierende Kapitalflüsse darstellen. Da es keinen freien Kapitalverkehr zwischen China und der Welt gibt und auch im Inland am besten alle Zahlungsflüsse kontrolliert werden sollen, standen Kryptowährungen lange auf der Abschussliste. Mining-Farmen galten sogar als im Land unerwünschte Branchen, Farmen wurden ab Januar 2018 geschlossen und Bitcoin selbst wurde ab Dezember 2013 schrittweise verboten. Ab September 2017 ist der Betrieb von Tradingplattformen für Kryptowährungen untersagt.

Inzwischen hat sich die Meinung etwas geändert. Bestehende Kryptowährungen sind noch immer verpönt. Doch die Staatsführung hat erkannt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin perfekt nachvollziehbare und bis in alle Ewigkeit gespeicherte Zahlungsmittelflüsse abbilden, wenn bekannt ist, wem welche Wallet gehört. Staatlich kontrollierte Kryptowährungen wären somit das perfekte Überwachungsinstrument.

Chinas Bitcoin-Alternative heißt DCEP

Daher hat sich die Stimmung in der Führung inzwischen merklich gewandelt. Im November 2019 fand sogar ein Blockchain-Gipfel in China statt. Ziel ist die Erforschung und Entwicklung einer eigenen, chinesischen Alternative zu Bitcoin. Inzwischen begann bereits ein Pilotprogramm in vier Städten mit einer digitalisierten Version der staatlichen Währung Renmbini, genannte DCEP. Für die chinesischen Bürger entfallen dabei alle Vorteile, die klassische Kryptowährungen bieten, ohne dass die staatliche Kryptowährung dafür im Tausch neue Vorteile gegenüber zum Beispiel Bitcoin böte. Eine digitalisierte Form der staatlichen Währung können die Menschen schließlich bereits mit zum Beispiel Alipay oder WeChat nutzen.

Um die neue staatliche Währung unter die Menschen zu bringen, bedient sich die Regierung daher eines Tricks: Staatliche Leistungen werden in der neuen Kryptowährung ausgezahlt, was die Menschen dazu zwingt, diese neue Währung auch einzusetzen. Damit hat die Regierung auch die Möglichkeit, die neue Kryptowährung im Rekordtempo zu einem global unerreichten Marktanteil zu verhelfen. In letzter Konsequenz könnten z.B. Steuerzahlungen als Kryptowährung gefordert werden, was dann jeden chinesischen Steuerzahler zwänge, die Währung nicht nur einzusetzen, sondern auch einzunehmen.

In China ist die Bevölkerung bereit für digitale Zahlungsabwicklung

Schon ohne staatlichen Zwang werden 16% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit Alipay und Co. abgewickelt, also privaten Handy-Apps. Mit staatlichem Zwang ließe sich der Anteil des digitalen Renminbi sicherlich auf noch deutlich größere Anteile heben. Damit bestünde für China dann auch die Möglichkeit, internationale Transaktionen ohne die Nutzung westlich dominierter Systeme wie Swift oder den Umweg über den US-Dollar abzuwickeln. Schon heute können chinesische Touristen in Westeuropa mit chinesischen Apps bezahlen. Künftig könnten zum Beispiel auch vom Westen sanktionierte Staaten wie der Iran auf die chinesische Bitcoin-Alternative umschwenken.

Ziel des digitalen Renminbis ist, dass er ohne Bankkonto auskommt. Die Wallet ist in diesem Fall das Konto. Noch immer gibt es in China 225 Millionen Menschen ohne Bankkonto. Gleichzeitig gibt es aber mehr Mobilfunkverträge als Einwohner. Die chinesische Bitcoin-Alternative wäre insofern ein Entwicklungsprogramm, das hunderten Millionen Menschen erstmals Zugang zu einem kontoähnlichen Produkt böte.

DCEP hat wenig Gemeinsamkeiten mit Bitcoin und Co.

Mit den von Krypto-Fans propagierten Vorteilen einer Kryptowährung hat DCEP natürlich fast nichts mehr gemeinsam. DCEP ist vollständig staatlich kontrolliert, die Geldmenge ist prinzipiell unbegrenzt und es gibt keine Blockchain. Insofern hat DCEP mehr mit Handy-Payment-Apps gemeinsam als mit Bitcoin und Co.

Sollte sich DCEP jedoch durchsetzen, stünde die Frage im Raum, wozu es die technisch deutlich aufwendigeren Kryptowährungen überhaupt noch braucht. Zweifelsohne verbrauchen die meisten Kryptowährungen Unmengen an Strom, um die kryptographischen Berechnungen durchführen zu können, die für den Betrieb der Blockchains erforderlich sind. Am Ende könnte also eine digitale Währung, die mit Kryptowährungen kaum etwas gemeinsam hat, den Stern der Kryptowährungen zum Sinken bringen.

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