Bitcoin gerät erneut unter Druck – und entkoppelt sich dabei spürbar von den Aktienmärkten. Während starke US-Arbeitsmarktdaten die Zinserwartungen verschieben und Aktien kaum reagieren, zeigt die größte Kryptowährung deutliche Nervosität. Die wachsende Divergenz wirft die Frage auf, ob digitale Assets vor einer neuen Bewährungsprobe stehen – oder ob sich hier eine strategische Chance eröffnet.
Divergenz bei Bitcoin und Aktien
Laut einem Bericht von Bloomberg divergiert die Korrelation zwischen Bitcoin und Aktien weiter: Die ursprüngliche Kryptowährung gab nach einem besser als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht nach, während US-Aktien weitgehend unverändert blieben. Dies deutet darauf hin, dass sich das Vertrauen der Anleger von dem diesjährigen Einbruch bei digitalen Vermögenswerten noch nicht erholt hat.
Bitcoin fiel zeitweise unter 66.000 US-Dollar, bevor sie einen Teil des Rückgang während des Handels in New York am Mittwoch wieder ausgleichen konnte. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung, fiel um bis zu 5,3 % auf ein Tagestief von 1.902 US-Dollar.
„Bitcoin ist unter 67.000 US-Dollar gefallen und verzeichnet damit seine dritte bärische Tageskerze in Folge“, sagte Alex Kuptsikevich, Chefmarktanalyst bei der FxPro Group, in einer Mitteilung. „Von der mehr als 20-prozentigen Erholung gegenüber den Tiefstständen vom Freitag bei rund 60.000 Dollar ist nur etwas mehr als die Hälfte übrig geblieben.“

Zwischen Erholung und Abwärtsrisiko
Am Freitag verzeichnete Bitcoin den stärksten Anstieg seit fast drei Jahren und machte damit fast alle Verluste wieder wett, die während des Absturzes des Kryptomarktes am Donnerstag entstanden waren, der die Kryptowährung um mehr als 50% gegenüber seinem Höchststand im Oktober nach unten gedrückt hatte.
„Wir vermuten, dass das Tief von 60.000 USD der letzten Woche, das durch massive Volumina entstanden ist, ein Kapitulations-Tief ist. Allerdings ist ein klarer Katalysator für eine nachhaltige Erholung weiterhin nicht erkennbar“, sagte Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia. Etwas Hoffnung machen indes die Käufe der Krypto-Wale, die nach einer langen Verkaufsphase wieder zugegriffen haben.
Die Arbeitsmarktdaten für Januar bestärken die Vertreter der US-Notenbank in ihrer Neigung, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen, sodass Händler ihren Zeitplan für die nächste Zinssenkung von Juni auf Juli verschieben. Zinssenkungen wurden in der Vergangenheit als positiver Katalysator für Bitcoin angesehen, da sie in der Regel die Nachfrage nach risikoreicheren Anlagen mit höheren Renditen steigern.
„Die Beschleunigung des Preisrückgangs auf 60.000 US-Dollar ohne entsprechende Volumenspitzen deutet auf dünne Orderbücher und mangelnde Kaufbereitschaft auf mittleren Niveaus hin“, schrieb Kaiko-Analyst Laurens Fraussen in einer Mitteilung. „Dies schafft Anfälligkeit für weitere Abwärtsbewegungen bei moderatem Verkaufsdruck.“
Robinhood-CEO Vlad Tenev zeigte sich bei Bloomberg Television trotz der jüngsten Kursrückgänge weiterhin „äußerst optimistisch“ mit Blick auf Kryptowährungen.
FMW/Bloomberg
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