Trotz der Zinssenkung der Fed und millionenschwerer ETF-Zuflüsse stürzt Bitcoin unter 90.000 US-Dollar – belastet durch enttäuschende Oracle-Ergebnisse und einen breiter einsetzenden Risikoabbau. Nun wächst die Sorge, dass die Kryptowährung kurz davor steht, eine weitere Abwärtswelle auszulösen.
Bitcoin fällt unter 90.000 USD
Bitcoin geriet erneut unter Druck und rutschte zeitweise unter die Marke von 90.000 US-Dollar. Damit verpuffte der kurze Kursschub nach der am Vorabend verkündeten Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Belastet wurde der Markt jedoch nicht allein von der geldpolitischen Entscheidung, sondern vor allem von schwächer als erwartet ausgefallenen Zahlen des Softwarekonzerns Oracle. Die enttäuschenden Ergebnisse des KI-Profiteurs setzten insbesondere risiko- und liquiditätssensitive Anlagen unter Druck – darunter Technologiewerte und Kryptowährungen.
Die ursprüngliche Kryptowährung fiel am Donnerstag um bis zu 3,2 Prozent und sank kurzzeitig unter 90.000 US-Dollar. Am Vortag hatte sie noch ein Tageshoch von 94.490 US-Dollar erreicht, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Auch kleinere Token gaben nach, wobei Ether bis zu 5,2 % seines Wertes verlor.
Bitcoin befindet sich weiterhin in einer geschwächten Position, nachdem die Kryptowährung seit Anfang Oktober einen anhaltenden Ausverkauf erlebt hat. Ausgelöst wurde die Abwärtsphase durch eine massive Liquidationswelle, bei der im Oktober rund 19 Milliarden US-Dollar an gehebelten Positionen zwangsaufgelöst wurden.
Auch die globalen Aktienmärkte gerieten am Donnerstagmorgen unter Druck und folgten damit den nachbörslichen Verlusten an der Wall Street. Hintergrund waren enttäuschende Quartalszahlen von Oracle: Dem Softwarekonzern gelang es nicht, die umfangreichen Investitionen in Künstliche Intelligenz in dem Maße zu monetarisieren, wie es Analysten erwartet hatten. Dies belastete besonders risiko- und liquiditätssensitive Anlagen – darunter Technologiewerte und Kryptowährungen.
Die Zinssenkung der US-Notenbank Fed um 25 Basispunkte bot den Kryptomärkten ebenfalls kaum Unterstützung. Zwar sorgte die Ankündigung zusätzlicher Anleihekäufe zur Stärkung der Bankenreserven zunächst für positive Impulse. Doch die Aussicht auf lediglich eine weitere Zinssenkung im kommenden Jahr führte rasch zu Ernüchterung: Die Märkte hatten sich mehr erhofft.

Krypto- und Aktienmärkte unter Druck
Der S&P 500 legte am Mittwoch in New York um 0,7 % zu und verzeichnete damit den größten Gewinn an einem Fed-Entscheidungstag seit März. Der Index schloss knapp unter seinem Rekordhoch, sackte jedoch im nachbörslichen Handel nach den enttäuschenden Oracle-Zahlen zeitweise um 0,8 % ab. Der Nasdaq 100 gab sogar um 1,5 % nach.
„Es ist eine klare Entkopplung“, sagte Sean McNulty, Leiter des Derivatehandels für den asiatisch-pazifischen Raum bei FalconX. Die nächste wichtige Marke für Bitcoin liege bei 88.500 US-Dollar, wobei 85.000 US-Dollar „die kritische Grenze” darstellten, fügte er hinzu. Händler sehen sich nun hinsichtlich der technischen Indikatoren für die weitere Entwicklung des Marktes mit gemischten Signalen konfrontiert.
Am Mittwoch verzeichneten US-börsengehandelte Fonds, die in Bitcoin investieren, einen Nettozufluss von 224 Millionen US-Dollar. Angeführt wurde dieser Wert von 193 Millionen US-Dollar für den iShares Bitcoin Trust von BlackRock – der höchste Wert seit 30 Tagen. Strategy Inc., das von Michael Saylor geführte Bitcoin-Treasury-Unternehmen, erwarb vom 1. bis 7. Dezember 10.624 Token im Wert von 962,7 Millionen US-Dollar. Damit verzeichnete das Unternehmen seine größte Akquisition seit Juli.
Dennoch gelang es Strategy nicht, die Stimmung am Kryptomakt aufzuhellen und den Bitcoin nachhaltig über 94.000 US-Dollar zu halten. „Das bestätigt, dass die Nachfrage durch strukturelle Verkäufe überwältigt wird”, so McNulty.
Perpetual-Futures-Kontrakte für Bitcoin, die den größten Anteil am Krypto-Handelsvolumen ausmachen, zeigen eine pessimistische Tendenz. Während der asiatischen Handelszeiten wurden die Finanzierungsraten negativ, was bedeutet, dass bärische Händler nun bullische Händler bezahlen, um Short-Positionen aufrechtzuerhalten. Dies geht aus Daten von CryptoQuant hervor.
Obwohl sich Bitcoin in den letzten Wochen von einem „Kapitulations-Tief“ von 80.537 US-Dollar erholt hat, sagte Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, laufe die Kryptowährung Gefahr, „eine weitere Abwärtsbewegung zu erleben, dieses Niveau erneut zu testen und nach unten durchzubrechen“.
FMW/Bloomberg
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Na ja, bei dem Bitcoin, müsste die 75000 USD Marke das Ziel sein, in „Fiat-Geld“ gerechnet…