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Bitcoin-Future: Die Euphorie ist schon verflogen – Handelsvolumen geringer als bei Hafer!

FMW-Redaktion

Der Beginn des Future-Handels bei Bitcoin war mit großer Spannung erwartet worden, und als es dann an der CBOE losging, wurden die Erwartungen nicht enttäuscht. Zweimal musste der Handel ausgesetzt werden nach einem Anstieg von 10% und dann 20%, der erste Tag schien ein voller Erfolg zu sein, das Volumen der gehandelten Kontrakte war ordentlich. Also sagte der Chef der CBOE, Ed Tilly: „Wir könnten nicht erfeuter sein damit, wie es vergangene Nacht gelaufen ist“. Und Tilly weiter, geradezu euphorisch: „Wir werden in den kommenden Monaten Vertrauen schaffen, und bleiben Sie dran, es wird noch mehr kommen!“.

Gemeint sind damit wohl Optionen und ETFs für den Bitcoin-Handel – möglicherweise aber auch die Einführung von Futures, Optionen und ETFs auch auf andere Kryptowährungen. Aber dass die CBOE wirklich damit erfolgreich sein wird, ist eher unwahrscheinlich!

Schon der zweite Handelstag der Bitcoin-Futures an der CBOE – jener Börse in Chicago, die sehr im Schatten ihrer großen Schwester, der CME steht – dürfte nämlich für große Ernüchterung gesorgt haben. Nach zwei Handelsstunden waren erst 890 Kontrakte gehandelt worden – extrem wenig im Vergleich etwa zu einem Kontrakt wie dem ES Mini (Future auf den S&P 500), dem an der CME gehandelten Future, bei dem häufig eintausend Kontrakte auf einen Schlag von einem einzigen Investor gehandelt werden – und zwar mit einer einzigen Order!

Daten des Datenlieferanten Nanex zeigen, dass der Bitcoin-Future volumenmäßig nur an 66.Stelle stand aller an den US-Märkten gehandelten Futures stand – und zwar noch hinter dem Future für Hafer (oats), hinter dem Future für Mais (corn), und gerade noch vor dem Future für Sojabohnen:

Also ein ziemlich herber Rückschlag für die Betreiber der CBOE – und es dürfte absehbar sogar noch viel schlechter werden, wenn die CME dann ab Sonntag ihren Bitcoin-Future handelbar machen wird (dort gelten dann zum Beispiel auch andere circuit breaker, also Handelsunterbrechungen: bei der CBOE bei 10% und 20%, bei der CME bei 7%, 13% und 20%).

Die CME ist schlicht die Future-Börse mit der höchsten Liquidität, zumal auch die Margin für den Bircoin-Future an der CME nur 35% betragen wird, während man an der CBOE 44% des faktisch bewegten Volumens als Sicherheit hinterlegen muß. Es ist davon auszugehen, dass die CME dann den relevanten Bitcoin-Future anbieten wird, während der Handel der Bitcoin-Futures bei der CBOE dann eher ein Nischen-Phänomen bleiben wird! Die einzige Chance der CBOE wiederum dürften dann Optionen sein, die wiederum an der CME nicht angeboten werden.

Nach wie vor handelt der Bitcoin-Future übrigens mit einem Preisaufschlag zu den zahlreichen Bitcoin-Börsen. Ein Grund dafür ist, dass es für Profi-Investoren deutlich einfacher ist, den Future zu handeln – und man hat vor allem einen starken Vorsprung in Sachen Sicherheit: Bitcoins können gestohlen/gehacked werden, während es uns noch nicht zu Ohren gekommen ist, dass ein Future-Kontrakt gestohlen worden wäre..



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1 Kommentar

  1. „Sicherheit: Bitcoins können gestohlen/gehacked werden, während es uns noch nicht zu Ohren gekommen ist, dass ein Future-Kontrakt gestohlen worden wäre..“

    Onlinebörsen und Softwallets können gehackt werden und dann werden Bitcoin Adressen (private keys) gestohlen. Oder Adressen werden gefischt. Bitcoins selber können nicht gehackt werden.

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