Der Bitcoin bleibt weiter unter Druck und steuert auf den schwächsten Monat seit dem Krypto-Crash 2022 zu. Der Marktführer fällt in Richtung einer Schlüsselmarke, während globale Zölle belasten und die Risikoaversion anhält. Ein Bruch der 60.000-Dollar-Marke wäre fatal. Die letzte Bastion für die Krypto-Bullen dürfte die 200-Wochen-Linie sein. Steht der Kryptomarkt vor einer neuen Abwärtswelle?
Bitcoin im Sinkflug
Bitcoin setzt seine Talfahrt fort und steuert auf den schwächsten Monat seit dem dramatischen Krypto-Einbruch im Juni 2022 zu. Am Dienstag fiel die älteste Kryptowährung im asiatischen Handel zeitweise um bis zu 2,64 % auf 62.858 US-Dollar. Damit summiert sich das Minus im Februar auf mehr als 19 %. Laut einem Bericht von Bloomberg wäre dies die schlechteste Monatsperformance seit jenem Jahr, in dem eine Reihe spektakulärer Unternehmenszusammenbrüche die Branche erschütterte.
2022 löste der Kollaps des Stablecoin-Projekts TerraUSD eine Kettenreaktion aus. In der Folge scheiterten unter anderem der Krypto-Hedgefonds Three Arrows Capital sowie der Kreditgeber BlockFi. Das Vertrauen in digitale Vermögenswerte erlitt massiven Schaden, und die Krypto-Kurse brachen breitflächig ein.
Auch aktuell deutet vieles auf eine anhaltende Schwächephase hin: Bitcoin steht vor dem fünften monatlichen Rückgang in Folge – die längste Verlustserie seit 2018. Damals platzte der Boom rund um Initial Coin Offerings (ICOs) und leitete einen ausgeprägten Bärenmarkt ein.

Globale Risiken belasten
Der jüngste Kursrutsch ist Teil eines Abverkaufs, der bereits im Oktober einsetzte. Verstärkt wurde die negative Dynamik durch eine zunehmende Risk-off-Stimmung an den globalen Finanzmärkten. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, einen Globalzoll von 15 % zu erheben. Diese protektionistische Maßnahme verunsicherte Investoren weltweit und setzte insbesondere Aktien sowie andere risikobehaftete Anlageklassen unter Druck.
„Die Entscheidung von Präsident Trump, die globalen Zölle auf 15 % zu erhöhen, hat Risikoanlagen breitflächig erschüttert – und Bitcoin bewegte sich im Gleichklang“, erklärte Rachael Lucas, Krypto-Analystin bei BTC Markets. Trotz des Narrativs vom „digitalen Gold“ werde Bitcoin weiterhin wie ein Risiko-Asset gehandelt. Steige die makroökonomische Unsicherheit, fließe Kapital typischerweise in klassische sichere Häfen. „Bitcoin ist dort noch nicht angekommen.“
Diese Einschätzung unterstreicht ein strukturelles Problem für die Kryptowährung: Zwar wird sie häufig als Inflationsschutz oder Krisen-Asset positioniert, faktisch korreliert sie jedoch in Stressphasen stark mit dem Nasdaq 100 und anderen spekulativen Investments.
200-Wochen-Linie im Fokus
Technisch betrachtet nähert sich Bitcoin zunehmend seinem 200-Wochen-Durchschnitt bei 58.503 US-Dollar. Laut Tony Sycamore, Analyst bei IG Australia, ist diese Marke charttechnisch entscheidend. Bereits Anfang Februar gelang es dem Kurs, oberhalb dieses Niveaus zu bleiben – ein Signal relativer Stabilisierung.
Ob sich dieses Szenario wiederholt, dürfte maßgeblich für die kurzfristige Entwicklung sein. Hält sich Bitcoin über der 200-Wochen-Linie, könnte sich der Kryptomarkt konsolidieren und einen Boden ausbilden.
Fällt der Kurs jedoch unter die Unterstützungszone zwischen 58.000 und 60.000 US-Dollar, „dürfte dies die Tür für eine tiefere Korrektur am Kryptomarkt öffnen“, so Sycamore. In diesem Fall wäre eine Ausweitung der Abwärtsbewegung wahrscheinlich – mit neuen Jahrestiefs im Blick.
FMW/Bloomberg
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