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BTC fällt unter 90.000 USD Bitcoin im Sturzflug: Händler wetten auf weiteren Einbruch

Bitcoin im Sturzflug: Händler wetten auf weiteren Einbruch
Grafik: ChatGPT

In den Kryptomärkten brodelt es: Bitcoin stürzt ab, die führende Kryptowährung verliert rasant an Höhe – und Händler setzen zunehmend auf weiter fallende Kurse. Während Investoren weltweit nach Absicherung suchen, zieht die Schwäche von Bitcoin den gesamten Krypto-Sektor in eine Phase extremer Unsicherheit. Die zentrale Frage lautet nun: Wie tief kann dieser Markt noch fallen?

Bitcoin im freien Fall

Bitcoin befindet sich im freien Fall – und Händler positionieren sich für weiteren Schmerz.

Die weltgrößte Kryptowährung rutschte am Dienstagmorgen im asiatischen Handel unter 90.000 Dollar und verschärfte damit einen Ausverkauf, der sämtliche Jahresgewinne ausgelöscht hat. Wie Bloomberg berichetet, setzten Händler am Optionsmarkt verstärkt auf bärische Wetten – in der Überzeugung, dass der Absturz noch lange nicht vorbei ist, da finanzstarke Käufer den Rückzug antreten.

Der Stimmungsumschwung war schnell und heftig. Die Nachfrage nach Absicherung nach unten auf den Niveaus von 85.000 und 80.000 Dollar ist sprunghaft angestiegen. Besonders hoch ist die Aktivität bei Schutzoptionen, die später in diesem Monat auslaufen, wie Daten der Coinbase-Tochter Deribit zeigen.

Bitcoin löscht Jahresgewinne aus | Verkaufsdruck unter Großinvestoren steigt

Wachsende Absicherungspanik

Nachdem sie Bitcoin noch vor wenigen Wochen bis zu den Höchstständen getrieben hatten, haben Händler inzwischen Kontrakte im Wert von mehr als 740 Millionen Dollar gekauft, die auf weitere Rückgänge bis Ende November setzen – weit mehr als das Interesse an bullischen Positionen.

„Das Fehlen einer auf Überzeugung basierenden Spot-Nachfrage wird immer deutlicher, da Käufer, die in den letzten sechs Monaten Positionen aufgebaut haben, nun deutlich im Minus stehen“, sagte Chris Newhouse, Forschungsdirektor bei Ergonia, einem auf dezentrale Finanzen spezialisierten Unternehmen.

Besonders schmerzhaft trifft es Firmen, die als sogenannte Digital-Asset-Treasuries gelten – Unternehmen, die Anfang dieses Jahres große Mengen an Kryptowährungen angehäuft haben, um sich am Aktienmarkt als Krypto-Hortungs-Wetten zu positionieren. Während Michael Saylors Strategy Inc. erst kürzlich Bitcoin im Wert von weiteren 835 Millionen Dollar gekauft hat, stehen einige seiner Unternehmenskollegen zunehmend unter Druck, Vermögenswerte zu verkaufen, um ihre Bilanzen zu schützen.

Diese Verkäufe haben einen psychologischen Überhang geschaffen: einen Markt voller Anleger, die zu tief im Minus sind, um nachzukaufen, aber noch nicht bereit, ihre Verluste zu realisieren.

Ein von der Datenplattform CoinMarketCap erstellter Stimmungsindex – der Preisdynamik, Volatilität, Derivate und mehr verfolgt – zeigt, dass sich Kryptoinvestoren in einem Zustand „extremer Angst“ befinden.

Makrodruck verstärkt Abwärtsbewegung

Auch größere makroökonomische Kräfte belasten die Stimmung. Händler blicken auf die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch – ein Stimmungsbarometer für Tech und spekulatives Risiko – sowie auf die sich verändernden Erwartungen einer möglichen Zinssenkung der Federal Reserve im Dezember. Der S&P 500 fiel mehr als 1 % und belastete die Risikobereitschaft über alle Anlageklassen hinweg.

„Ich denke, die Fed und die Diskussion über eine mögliche KI-Blase sind zwei große Gegenwinde für Krypto und Risikoanlagen zum Jahresende“, sagte Adam McCarthy, Research-Analyst bei Kaiko. „Das KI-Risiko verstärkt sich wahrscheinlich und wirkt sich zunehmend auf die Risikostimmung im Kryptobereich aus. Zusammen mit den Kommentaren der FOMC-Mitglieder ergibt sich ein anhaltender Abwärtstrend für Bitcoin.“

Ethereums Token Ether zeigt sich besonders anfällig. Die zweitgrößte Kryptowährung der Welt fiel am Dienstag auf 2.946 Dollar und hat damit seit Anfang Oktober mehr als 20 % verloren. „Ether ist extrem anfällig für dieses Thema, da die größten Digital-Asset-Treasury-Firmen derzeit mit ihren Positionen unter Wasser sind“, sagte Greg Magadini, Derivatechef beim Datenanbieter Amberdata.

Brüchige Marktstruktur bleibt bestehen

Der breitere Kryptomarkt hat seit einer heftigen Liquidationswelle Anfang Oktober, die rund 19 Milliarden Dollar an digitalen Vermögenswerten vernichtete, schwer zu kämpfen. Das offene Interesse an Krypto-Futures ist zurückgegangen, insbesondere bei kleineren Token wie Solana, wo die Positionierungen laut Coinglass-Daten um mehr als die Hälfte gefallen sind.

„Diese Risk-off-Stimmung schwappt in die Kryptomärkte hinüber, wo die Stimmung weiterhin fragil bleibt – der jüngste Rückschlag spiegelt eher makroökonomische Sorgen wider als strukturelle Schwächen“, sagte Thomas Perfumo, Global Economist bei der Kryptobörse Kraken.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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