Nach vier Wochenverlusten in Folge sucht der Bitcoin-Preis eine klare Richtung. Trotz kurzfristiger Erholungen bleiben Kryptomarkt, Spot-Bitcoin-ETFs und das Sentiment zentrale Einflussfaktoren. Analysten diskutieren, ob die größte Kryptowährung einen Boden bei rund 60.000 Dollar erreicht hat oder weitere Verluste drohen.
Bitcion: Ist der Boden drin?
Die Schwankungen beim Bitcoin haben wieder zugenommen, nachdem die Kryptowährung ihre vierte Verlustwoche in Folge verzeichnete. Wie Bloomberg berichtet, hat eine zwischenzeitliche Wochenend-Rally am Montag rasch an Dynamik verloren und konnte keinen nachhaltigen Trend ausbilden.
Die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung beendete den Sonntag mit einem Wochenminus von 2,6 %. Eine kurzfristige Erholung hatte den Kurs am Samstag noch nahe an die Marke von 71.000 US-Dollar geführt, bevor die Gewinne wieder abgegeben wurden. Am Nachmittag notierte Bitcoin in London bei 68.355 US-Dollar. Die zweitgrößte Kryptowährung Ether liegt leicht im Plus bei 1.970 US-Dollar.
Seit seinem Allzeithoch im Oktober bei knapp 127.000 US-Dollar hat Bitcoin mehr als 40 % an Wert verloren. Während Gold und Aktien zeitweise zulegen konnten, blieb eine vergleichbare Dynamik im Kryptomarkt aus. Laut Daten von CoinGecko schrumpfte die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptosektors im gleichen Zeitraum um rund 2 Billionen US-Dollar.
Die anhaltende Schwäche wirft eine zentrale Frage auf: Hat Bitcoin bereits einen tragfähigen Boden gefunden – oder droht eine weitere Abwärtsbewegung?

Marktstimmung bleibt fragil
Greg Magadini, Derivate-Experte bei Amberdata, bringt die Unsicherheit auf den Punkt: „Die entscheidende Frage ist, ob der Kryptomarkt seinen Tiefpunkt erreicht hat oder ob weiteres Abwärtspotenzial besteht.“
Wichtige Indikatoren seien derzeit die Stimmung rund um Krypto-Treasury-Bestände sowie die Kapitalflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs. Besonders ETF-Zuflüsse oder -Abflüsse gelten als Stimmungsbarometer institutioneller Investoren.
Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung war ein massiver Abverkauf am 10. Oktober, bei dem Krypto-Positionen im Milliardenumfang liquidiert wurden. Seitdem zogen Anleger laut Bloomberg-Daten mehr als 8,4 Milliarden US-Dollar aus börsengehandelten Spot-Bitcoin-ETFs in den USA ab. Diese Kapitalabflüsse verstärken den Verkaufsdruck zusätzlich.
Auch von institutioneller Seite kommen vorsichtigere Töne. Die Standard Chartered Bank, bislang eher optimistisch für Bitcoin positioniert, senkte vergangene Woche ihre Preisprognose für Ende 2026 um rund ein Drittel. Statt 150.000 US-Dollar erwarten die Analysten nun einen Jahresschlusskurs von etwa 100.000 US-Dollar, was einem Potenzial von fast 45 % entspricht. Zuvor könnte der Bitcoin-Kurs laut Bank jedoch bis auf 50.000 US-Dollar zurückfallen.
Technische Marken entscheiden
Trotz der angespannten Lage sehen einige Marktbeobachter weiterhin Chancen auf eine Gegenbewegung. Aus technischer Sicht gilt insbesondere der 200-Wochen-Durchschnitt als entscheidende Unterstützungszone.
Tony Sycamore von IG Australia betont: „Solange Bitcoin oberhalb des 200-Wochen-Durchschnitts bei 58.239 US-Dollar bleibt – ein Niveau, das vor zwei Wochen erfolgreich verteidigt wurde –, besteht Spielraum für eine Erholung in Richtung 73.000 bis 75.000 US-Dollar.“

Damit rücken zentrale charttechnische Marken in den Fokus: Die Zone um 58.000 US-Dollar fungiert als langfristige Unterstützung, während der Bereich zwischen 73.000 und 75.000 US-Dollar als erster signifikanter Widerstand gilt.
Kurzfristig bleibt die Lage jedoch von Unsicherheit geprägt. Kapitalströme, makroökonomische Impulse und die Risikobereitschaft institutioneller Investoren dürften darüber entscheiden, ob Bitcoin einen nachhaltigen Rebound einleiten kann – oder ob die Korrekturphase weiter anhält.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken














