Etwas mehr als einen Monat nach dem Erreichen seines Allzeithochs hat die Kryptowährung Bitcoin ihren mehr als 30-prozentigen Jahresgewinn vollständig wieder abgegeben – die anfängliche Euphorie über die krypto-freundliche Ausrichtung der Trump-Administration ist spürbar verflogen. Offensichtliche Auslöser für den abrupten Rücksetzer sind rar. Stattdessen rückt bei vielen Marktteilnehmern erneut der traditionelle Vierjahres-Halving-Zyklus in den Fokus, der am Kryptomarkt zunehmend als mögliche Erklärung für die wachsende Nervosität herangezogen wird.
Bitcoin stürzt trotz Rückenwind
Die bedeutendste Kryptowährung rutschte in der Nacht auf Montag zeitweise unter die Marke von 93.000 Dollar und notierte damit erstmals seit dem Jahresende 2024 unter dem Niveau, das sie unmittelbar nach dem Wahlsieg von Präsident Donald Trump getragen hatte. Am 6. Oktober hatte Bitcoin mit 126.251 Dollar noch ein Rekordhoch markiert, bevor der Kurs nur vier Tage später unter Druck geriet, nachdem Trump mit Äußerungen zu neuen Zöllen gegenüber China eine breite Verkaufswelle ausgelöst hatte.
Wie Bloomberg berichtet, erlebt Bitcoin derzeit eine Phase, in der nahezu alle makroökonomischen und politischen Signale positiv scheinen — und dennoch bleibt die erhoffte Rallye aus. Nachdem der Kurs im Oktober ein Rekordhoch von über 126.000 US-Dollar erreicht hatte, rutschte Bitcoin abrupt ab und gab zeitweise sämtliche Gewinne des Jahres 2025 wieder ab, bevor sich der Kurs zu Wochenbeginn in Asien leicht stabilisierte. Diese scharfe Korrektur kommt in einem Jahr, das eigentlich die endgültige Legitimation von Bitcoin an den Finanzmärkten untermauern sollte.
“Der Markt insgesamt meidet derzeit Risiken”, sagte Matthew Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise Asset Management in San Francisco. “Krypto ist der Kanarienvogel im Kohlebergwerk gewesen – der erste Markt, der gezuckt hat.”
Obwohl Bitcoin dank der Unterstützung der Wall Street, dem verstärkten Zufluss institutioneller Gelder und deutlicher politischer Rückendeckung — insbesondere durch die Trump-Administration — so stark im Mainstream angekommen ist wie nie zuvor, verlor der Markt innerhalb weniger Wochen rund 600 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. In der traditionell volatilen Welt der Kryptowährungen ist Bewegung zwar erwartet, doch diesmal ist bemerkenswert, wie schnell die Überzeugung dahinschmolz und wie wenig plausible Erklärungen überzeugen.
Auf Social-Media-Kanälen wie auch auf Trading-Desks macht sich spürbare Nervosität breit. Marktteilnehmer wälzen historische Kursmuster, suchen nach Käufern und ringen um Einordnung. Da es für Bitcoin im klassischen Wall-Street-Modell weder verlässliche Korrelationen noch etablierte Risikorahmen gibt, orientieren sich viele Trader erneut am bekannten Vierjahres-Halving-Zyklus.

Halving, Liquidität und die Tücken der Marktmechanik
Historisch gesehen löste das Halving oft spekulative Höhenflüge aus, denen schmerzhafte Korrekturen folgten – meist in einem Vierjahreszyklus. Miner und Krypto-Wale tendieren in diesen Phasen dazu, ihre Bestände zu verkaufen, was Preisrückgänge zusätzlich verstärkt. Auch in diesem Zyklus fand das Halving im April 2024 statt, worauf im Oktober – also 18 Monate späer – der Preisgipfel folgte, ein Muster, das grob der historischen Rhythmik entspricht. Doch da mittlerweile kapitalkräftige institutionelle Anleger den Markt prägen, ist unklar, ob der alte Zyklus noch dieselbe Bedeutung besitzt.
„Die Stimmung im Retail-Segment ist so schlecht, dass es weiteren Abwärtsdruck geben könnte“, erklärt Matthew Hougan, CIO bei Bitwise Asset Management. Er erwartet zwar für das kommende Jahr steigende BTC-Kurse, ergänzt jedoch: „Menschen fürchten, dass sich der Vierjahreszyklus wiederholt und wollen keinen weiteren Rückgang von 50% oder mehr erleben. Sie gehen dem voraus, indem sie aussteigen.“
Ein Teil der jüngsten Verluste spiegele zudem Übermüdung wider. Privatanleger hätten sich an den Hochs verspekuliert. Gleichzeitig sorgte eine überraschende Eskalation der globalen Handelsspannungen Anfang Oktober für die größten Liquidationen der Krypto-Geschichte — genau in einer Phase, in der der Markt stark gehebelt war. Das Ergebnis ist eine fragile Marktstruktur mit hohen Erwartungen, aber schwacher Überzeugungskraft.
Dabei schien die pro-Krypto-Story so überzeugend wie selten zuvor: ETFs sammelten bis zur Jahresmitte Milliarden ein und positionierten Bitcoin als mögliches Makro-Hedge, während die pro-Krypto-Politik des US-Präsidenten Donald Trump weitere Aufwärtsdynamik versprach. Doch die Kapitalzuflüsse kamen zum Erliegen, einige Langzeit-Holder realisierten Gewinne, und Unternehmen wie Strategy Inc. werden inzwischen nahe dem reinen Wert ihrer Bitcoin-Bestände gehandelt — ein Zeichen, dass die Marktteilnehmer keine Bewertungsprämie mehr zahlen.
„Bitcoin handelt mittlerweile viel stärker wie ein Makro-Asset in institutionellen Portfolios“, erklärt Jake Kennis von Nansen. „Es reagiert mehr auf Liquidität, Politik und Dollar-Dynamik als auf vorhersehbare Angebotsschocks.“

Risk-Off trifft auf Kryptomarkt
Trotz wachsender Institutionalisierung dominiert weiterhin das Marktsentiment — und dieses ist derzeit ausgesprochen negativ. Risikofreude schwindet, Altcoins haben deutliche Verluste erlitten, und selbst der politische Rückenwind unter Trump schützt nicht vor makroökonomischen Gegenkräften oder Konkurrenz durch neue spekulative Themen wie KI-Aktien, Stablecoins oder Prediction Markets.
„Bitcoin ist die Spitze des Eisbergs riskanter Assets — und sie schmilzt“, warnt Mike McGlone von Bloomberg Intelligence. Er erwartet weitere Rückgänge bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen.
Auch wenn die Marktmechanik intakt bleibt und Bitcoin seit Trumps Wahlsieg insgesamt höher steht, wirkt der jüngste Rückschlag ernüchternd. Viele hatten erwartet, dass die Kryptowährung bis Jahresende die Marke von 200.000 US-Dollar anpeilt. Die Frage lautet nun: Wenn Bitcoin selbst unter perfekten Rahmenbedingungen keinen Ausbruch schafft — wann dann?
Für Eric Balchunas von Bloomberg Intelligence könnte ausgerechnet die Angst vor sich selbst erfüllenden Mustern dazu beitragen, dass „der Vierjahreszyklus wahr wird“. Gleichzeitig hält er es für möglich, dass die „typischen Rhythmen gestört oder dauerhaft verändert werden“.
Derek Lim von Caladan betont, dass die Bitcoin-Rallyes 2017 und 2021 nicht allein auf das Halving zurückzuführen waren, sondern auf einen mächtigeren Faktor: globale Liquidität. Diese könnte, so Lim, nach Ende des US-Government-Shutdowns wieder zurückkehren — und damit auch Bitcoin eine neue Chance eröffnen.
FMW/Bloomberg
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