Bitcoin steigt vor der Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation über 66.000 Dollar und sorgt damit für neue Dynamik am Kryptomarkt. Nach einem deutlichen Rücksetzer zu Wochenbeginn drehen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether und andere Altcoins wieder nach oben. Laut einem Bloomberg-Bericht reagieren Anleger auf eine verbesserte Marktstimmung, Short-Covering und spekulative Positionierungen im Vorfeld der State-of-the-Union-Rede.
Bitcoin zieht deutlich an
Bitcoin sprang am Mittwoch im frühen Asienhandel deutlich an. Nachdem die größte Kryptowährung der Welt zu Wochenbeginn noch unter Druck geraten war, zogen Trader die Kurse wieder spürbar nach oben. Um 10 Uhr Ortszeit in Singapur lagen Bitcoin und Ether jeweils mehr als drei Prozent im Plus.
Bitcoin stieg zwischenzeitlich um bis zu 3,52 % auf rund 66.300 US-Dollar. Damit verzeichnete die Kryptowährung den stärksten Intraday-Anstieg seit dem 13. Februar. Auch Ether zeigte Stärke und kletterte um bis zu 4,8 Prozent auf 1.944 US-Dollar. Die zweitgrößte Kryptowährung profitierte damit ebenfalls von der verbesserten Risikobereitschaft am Markt.
Neben den beiden Marktführern legten auch kleinere Token zu. Solana gewann rund vier Prozent, während XRP um etwa zwei Prozent stieg. Die Kursgewinne deuten auf eine breitere Erholung am Kryptomarkt hin, nachdem die Stimmung zuvor deutlich eingetrübt war.

Politische Impulse treiben Kurse
Der schnelle Kursanstieg erfolgte parallel zu steigenden Aktienmärkten. Anleger positionierten sich im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Rede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation vor dem Kongress. In seiner Ansprache setzte Trump stark auf Eigenlob und bescheinigte seiner Amtsführung außergewöhnliche Erfolge. „Unsere Nation ist zurück – größer, besser, wohlhabender und stärker als je zuvor. Dies ist das goldene Zeitalter Amerikas“, erklärte der Präsident. Dabei zeichnete er das Bild eines wirtschaftlich erstarkten und sicherheitspolitisch gefestigten Landes. Konkrete neue Impulse blieben jedoch weitgehend aus – in der Folge gaben Teile der zuvor erzielten Gewinne an den Aktienmärkten und bei Bitcoin wieder nach.
Zu Wochenbeginn hatten politische Entwicklungen noch für erhebliche Unsicherheit gesorgt. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erklärte Trumps Befugnis für unzulässig, Notstandsvollmachten zur Durchsetzung sogenannter reziproker Zölle einzusetzen – ein Kernbestandteil seiner Handelspolitik. Daraufhin kam es zu deutlichen Kursverlusten bei Kryptowährungen.
Zusätzlichen Druck erzeugte Trumps Ankündigung, stattdessen eine andere Rechtsgrundlage zu nutzen, um globale Zölle in Höhe von 15 Prozent zu verhängen. Diese Maßnahme verstärkte kurzfristig die Risikoaversion an den Märkten und führte zu einem Abverkauf bei digitalen Assets.
Marktbeobachter sehen die aktuelle Erholung daher auch als technische Gegenbewegung. Laut Pratik Kala, Research-Leiter beim Digital-Asset-Hedgefonds Apollo Crypto, dürfte der Anstieg von Bitcoin auf eine Kombination aus Short-Covering und spekulativen Long-Positionen im Vorfeld der State-of-the-Union-Rede zurückzuführen sein. Mit anderen Worten: Händler deckten zuvor eingegangene Short-Positionen ein und bauten zugleich neue Wetten auf steigende Kurse auf.
Die weitere Entwicklung am Kryptomarkt dürfte nun maßgeblich davon abhängen, welche wirtschaftspolitischen Signale Trump in seiner Rede sendet und wie die Märkte diese einordnen.
FMW/Bloomberg
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