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Kryptowährungen fallen Bitcoin weiter unter Druck: Warnung schockt Kryptomarkt

Bitcoin weiter unter Druck: Warnung schockt Kryptomarkt
Bitcoin-Logo in der Bithumb-Wechselstube in Seoul. Foto: SeongJoon Cho/Bloomberg

Nach einer deutlichen Warnung von Standard Chartered rutschen Kryptowährungen erneut ab. ETF-Abflüsse, schwaches makroökonomisches Umfeld und enttäuschende Coinbase-Zahlen belasten den Kryptomarkt. Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial für Bitcoin und Ethereum – entscheidende Unterstützungsmarken rücken nun in den Fokus.

Warnung belastet Kryptomarkt

Wie Bloomberg berichtet, standen Kryptowährungen am Freitag in Asien unter Druck, nachdem Standard Chartered vor anhaltender Schwäche bei Bitcoin gewarnt hatte. Parallel dazu meldete die größte US-Kryptobörse Coinbase im vierten Quartal einen deutlichen Verlust – ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die ohnehin fragile Marktstimmung am Kryptomarkt.

Bitcoin notierte gegen 5:00 Uhr in Frankfurt knapp über 66.000 US-Dollar, nachdem der Kurs im späten US-Handel zeitweise um bis zu 4 % auf 65.079 US-Dollar gefallen war – das niedrigste Niveau der laufenden Woche. Ethereum bewegte sich mit rund 1.940 US-Dollar ebenfalls nahe dem Wochen­tief.

Geoffrey Kendrick, Global Head of Digital Assets Research bei Standard Chartered, rechnet in den kommenden Monaten mit einer weiteren Kapitulation der Krypto-Preise. Als zentrale Gründe nennt er anhaltende Kapitalabflüsse aus börsengehandelten Bitcoin-ETFs sowie ein zunehmend belastendes makroökonomisches Umfeld.

Die Großbank senkte zudem ihre Bitcoin-Prognose für Ende 2026 deutlich: Statt 150.000 US-Dollar erwartet Standard Chartered nun nur noch 100.000 US-Dollar – nachdem wenige Monate zuvor sogar 300.000 US-Dollar im Raum standen. Kurzfristig sei sogar ein Rückgang auf 50.000 US-Dollar möglich, bevor sich der Kryptomarkt stabilisiere.

Bitcoin war bereits in der vergangenen Woche auf bis zu 60.033 US-Dollar gefallen. Vom Allzeithoch im Oktober bei über 126.000 US-Dollar entspricht das einem Rückgang von mehr als 50 %. Mehrere Erholungsversuche scheiterten bislang, was auf eine nachlassende spekulative Nachfrage hindeutet. Der gesamte Kryptomarkt hat im gleichen Zeitraum rund 2 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren.

Bitcoin: Wichtige Unterstützungszonen im Blick

Aus technischer Perspektive bleibt die Lage angespannt, jedoch nicht eindeutig negativ. Laut Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG Australia, besteht Erholungspotenzial, solange Bitcoin über seinem Jahrestief und dem 200-Wochen-Durchschnitt bei rund 58.000 US-Dollar notiert – einer Marke, von der der Kurs am vergangenen Freitag erfolgreich abgeprallt ist.

Hält diese Unterstützung, sei ein Anstieg in Richtung des Widerstandsbereichs zwischen 73.000 und 75.000 US-Dollar möglich. Ein nachhaltiger Bruch der kritischen Zone zwischen 60.000 und 58.000 US-Dollar würde hingegen das Risiko einer stärkeren Korrektur deutlich erhöhen. In diesem Fall rücke der nächste Unterstützungsbereich im oberen 40.000-US-Dollar-Segment in den Fokus.

Auch die Marktstimmung bleibt fragil. Damien Loh, Chief Investment Officer bei Ericsenz Capital, sieht zusätzliche Risiken durch Abverkäufe in anderen Anlageklassen – insbesondere bei Technologiewerten. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung könne weiteren Abwärtsdruck auf Kryptowährungen ausüben, da Risikokapital insgesamt vorsichtiger agiere.

Parallel dazu verschärfte sich die Lage für Bitcoin und Co. durch schwache Unternehmenszahlen. Coinbase Global meldete für das vierte Quartal einen Verlust von 667 Millionen US-Dollar. Der Umsatz fiel um mehr als erwartete 20 % auf 1,8 Milliarden US-Dollar – ein klares Signal für rückläufige Handelsaktivität infolge sinkender Krypto-Preise.

Coinbase unter zusätzlichem Druck

Die Quartalszahlen waren nicht die einzige Herausforderung für Coinbase. Vor der Veröffentlichung der Ergebnisse berichteten Kunden über Probleme beim Kauf, Verkauf und Transfer von Kryptowährungen auf der Plattform. Das Unternehmen sah sich gezwungen, über das soziale Netzwerk X zu versichern, dass die Kundengelder sicher seien. Später teilte Coinbase mit, das Problem sei behoben.

Zusätzlichen Gegenwind brachte eine Herabstufung durch Monness, Crespi, Hardt & Co. Die Analysten stuften die Aktie auf „Verkaufen“ herab und bezeichneten Annahmen einer kontinuierlichen Markterholung als naiv, da Krypto-Bärenmärkte historisch oft langwierig verlaufen.

Die Coinbase-Aktie fiel den dritten Tag in Folge und verlor rund 8 % auf 141 US-Dollar. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf 37 %.

Die Kombination aus technischer Schwäche, institutioneller Skepsis, makroökonomischen Risiken und schwachen Unternehmenszahlen verdeutlicht: Der Kryptomarkt befindet sich weiterhin in einer fragilen Phase mit erhöhtem Volatilitätsrisiko.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Der größte Vorteil von Bitcoin, das Fehler einer Zentralbank, die mit Maßnahmen Stabilität in den Markt bringen könnte, erweist sich hier als Nachteil. Auch wenn die Inflation in den letzten Jahren recht hoch war, möchte ich mein Erspartes nur ungern in Bitcoin wissen – zu volatil. Als Zahlungsmittel für den Massenmarkt oder als Safe Asset definitiv – noch – ungeeignet. Ich bin geneigt, meine Meinung zu ändern, sollten sich starke Marktschwankungen doch irgendwann legen, aber ich halte es für unwahrscheinlich.

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