Bitcoin

Bitcoin vor kritischer Marke Bitcoin taumelt: Jetzt droht die nächste Liquidationswelle

Bitcoin droht neue Liquidationswelle
Grafik: ChatGPT

Bitcoin steht erneut massiv unter Druck — und diesmal wächst am Markt die Angst vor einer neuen Liquidationswelle. Eskalierende Spannungen im Nahen Osten, milliardenschwere Abflüsse aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs und der zunehmende Verkaufsdruck am Derivatemarkt belasten die größte Kryptowährung erheblich. Besonders kritisch wird nun die Marke von 70.000 US-Dollar: Sollte Bitcoin darunter fallen, warnen Analysten inzwischen offen vor einem möglichen Dominoeffekt.

Bitcoin vor kritischer Marke

Auslöser der jüngsten Verkaufswelle waren unter anderem neue US-Angriffe im Nahen Osten. Nachdem die USA laut Medienberichten Luftschläge gegen eine iranische Drohnenstellung nahe der Straße von Hormus durchgeführt hatten, nahmen die Sorgen vor einer weiteren Eskalation in der Region deutlich zu. Gleichzeitig zogen die Ölpreise erneut an, während Anleger Risikoanlagen reduzierten. Bitcoin gab infolgedessen zeitweise um bis zu 3,3 % auf 72.643 US-Dollar nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit dem 13. April. Die zweitgrößte Kryptowährung Ether verlor mehr als 4 % auf 1.965 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten.

Viele Bitcoin-Bullen waren nach der jüngsten Erholungsrally offenbar bereits wieder zu euphorisch geworden und hatten verstärkt auf weiter steigende Kurse gesetzt. Mit dem jüngsten Rücksetzer setzten jedoch massive Kapitalabflüsse aus den US-Spot-Bitcoin-ETFs ein. Wie Bloomberg berichtet, verzeichneten die ETFs allein im Mai Nettoabflüsse von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Entscheidend dürfte nun werden, ob Bitcoin die runde Marke von 70.000 US-Dollar verteidigen kann. Genau hier könnte die Lage nun kippen.

Droht jetzt die nächste Bitcoin-Liquidation?

Angesichts des jüngsten Rückschlags am Kryptomarkt rückt ein weiterer kritischer Faktor in den Mittelpunkt: der gehebelte Derivatemarkt. Laut Daten von CoinGlass wurden in den vergangenen 24 Stunden bullische Kryptopositionen im Wert von rund 873 Millionen US-Dollar liquidiert. Allein in den letzten vier Stunden summierten sich die Liquidationen auf etwa 512 Millionen US-Dollar. Genau diese Dynamik sorgt derzeit für Nervosität unter Anlegern.

Denn dadurch könnte das Risiko eines klassischen Liquidationsereignis steigen. Fallen wichtige Unterstützungen, werden automatisch weitere gehebelte Long-Positionen geschlossen, was zusätzlichen Verkaufsdruck beim Bitcoin erzeugt und die Abwärtsbewegung weiter beschleunigt. Dieser Mechanismus kann innerhalb kurzer Zeit eine regelrechte Kettenreaktion auslösen.

Wie Bloomberg berichtet, sieht auch Rachael Lucas, Analystin bei BTC Markets, genau dieses Risiko. „Soweit ich das beurteilen kann, handelt es sich um ein Liquidationsereignis, das durch eine Kombination aus geopolitischem Schock und übermäßig gehebelten Long-Positionen ausgelöst wurde“, erklärte Lucas. Besonders kritisch sei nun die Marke von 70.000 US-Dollar. „Ein klarer Bruch unter die Marke von 70.000 US-Dollar dürfte eine erhebliche und sich selbst verstärkende Welle an Stop-Loss-Auslösungen und Liquidationen nach sich ziehen.“

70.000 Dollar als Schlüsselmarke

Die 70.000-Dollar-Zone gilt derzeit sowohl charttechnisch als auch psychologisch als entscheidender Bereich. Viele Trader dürften dort ihre Absicherungen platziert haben. Sollte Bitcoin nachhaltig darunter fallen, könnte dies laut Analysten eine neue Verkaufswelle am gesamten Kryptomarkt auslösen.

Zudem bleibt auch das makroökonomische Umfeld schwierig. Anleger sorgen sich zunehmend darum, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten könnte. Die erneut steigenden Ölpreise verstärken die Inflationssorgen zusätzlich, während deutlich gestiegene US-Anleiherenditen und der robuste Dollar die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten belasten. Auffällig ist dabei auch die relative Schwäche des Bitcoins: Während der Nasdaq 100 am Mittwoch noch ein neues Rekordhoch markierte, befindet sich Bitcoin bereits seit dem 6. Mai wieder in einer Abwärtsbewegung. Da die Kryptowährung als wichtiger Proxy für Risikoanlagen gilt, könnte dies zugleich ein Warnsignal für die zuletzt heiß gelaufene KI-Rally am US-Technologiemarkt sein.

Kryptomarkt unter Druck: Liquidationen, Abflüsse aus Bitcoin-ETFs belasten

Der Gegenwind für Bitcoin kommt aktuell also gleich aus mehreren Richtungen: geopolitische Unsicherheit, institutionelle ETF-Abflüsse, ein fragiler Derivatemarkt und ein zunehmend schwierigeres Makroumfeld. Die kommenden Tage dürften deshalb entscheidend dafür werden, ob sich der Kryptomarkt stabilisieren kann — oder ob tatsächlich die nächste große Liquidationswelle bevorsteht.

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung oder Handelsempfehlung dar.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage