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Bitcoin und „Mr. Market“: Euphorie – und dann Depression?

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Epochenwandel, politische Unruhen, Angst vor der Inflation und die anhaltende Covid-Pandemie bringen Mr. Market in Euphorie über Bitcoin. Der Kusanstieg der Kryptowährung scheint keine Grenze zu kennen. Ist das von Dauer?

Bitcoin in aller Munde – aber wer ist Mr. Market?

Mr. Market ist ein fiktiver Charakter, der vom Investor Benjamin Graham im Jahre 1949 erfunden wurde, um die manisch-depressiven Eigenschaften des menschlichen Verhaltens an den Aktienmärkten zu beschreiben. Mr. Market könnte jeder sein, denn jeder kann manisch-depressiv, widersprüchlich, launisch, irrational, emotional und euphorisch handeln. Die Finanzmärkte zeigten in der Vergangenheit immer wieder diese menschlichen Muster: der Euphorie folgte stets die Depression, dann wieder Euphorie etc.

Mr. Market ist derzeit begeistert und in absoluter Euphorie über die Idee Bitcoin. Der Glaube dahinter ist: man kann von (Noten-)Banken und Staaten unabhängig sein und sich von den FIAT-Währungen lösen. Dazu schütze man sich vor Inflation und erhalte dabei durch die Kursanstiege von Bitcoin eine nach oben unbegrenzte Rendite im “digitalen Gold“.

Naiv und irrational wie wir Menschen sein können..

Der euphorische Mr. Market sieht den steilen Aufstieg von 36.000 $ in nicht einmal einem Jahr – von 5.000 $ im März 2020 auf nun 41.000 $. Die Euphorie von Mr. Market kennt derzeit keine Grenzen. Handelt er aus Angst etwas zu verpassen – oder steckt doch ein realer Wert dahinter?

JP Morgan und Goldman Sachs bekennen sich jetzt auch zum Gruppendenken der Krypotwährung Bitcoin. Somit werden die Kursziele für Bitcoin angehoben – wohlgemerkt erst nach dem starken Anstieg.

Woher auf einmal diese Krypto-Euphorie? Nun: steigende Kurse führen bei Analysten fast immer zu Erhöhung der Kursziele. Als Bitcoin bei 5000 Dollar stand und damit aus heutiger Sicht „günstig“ war, gab es bezeichnenderweise keine Erhöhungen der Kursziel-Prognosen! Die Hausse nährt die Euphorie – ein sich selbst dynamisierender Effekt mit weiter steigenden Kursen ist in Gang gesetzt.

Ob da nun ein echter Wert, heiße Luft oder die Gründung eines neuen Marktes entsteht? Diverse Kanäle treiben die Bekanntmachung von Bitcoin und Kryptowährungen voran und verstärken damit den Hype. Alle, die Bitcoin kaufen, werden “reich“.

Doch dass Mr. Market auch unter Depressionen leiden kann, hat uns die Finanzgeschichte immer wieder und absolut zuverlässig gezeigt.

Wenn der Traum von Bitcoin platzt – wie könnte die depressive Seite von Mr. Market aussehen?

M. A. Rothschild sagte: „Erlauben Sie mir, das Geld einer Nation auszugeben und zu kontrollieren, und es ist mir egal, wer ihre Gesetze macht!“ . Bitcoin ist der Versuch, Zahlungsmittel zu dezentralisieren und damit die Kontrolle staatlichen Organen zu entziehen. Aber werden sich diese staatlichen Organe das gefallen lassen, weil man die Kryptowährung aufgrund der dezentralen Struktur gar nicht verbieten kann?

Ein Kommentator bei FMW, Informatiker, formulierte es so:

„Bitcoin kann aufgrund des dezentralen Netzes nicht verboten werden? Hier geht den Bitcoin Jüngern eindeutig die Phantasie aus. Es reicht, wenn ein Staat ein indirektes Verbot ausspricht. Dann kann man seine Bitcoins nicht mehr in die originäre Währung oder in Güter tauschen. Ein Beispiel wie ein dezentrales Netzwek bekämpft und inflitriert werden kann, war übrigens der Angriff der NSA auf das Tor (Onion) Netzwerk. Das sogenannte Darknet. Auch hier wurde, mit entsprechendem Aufwand, ein dezentrales Netzwerk infiltiert und dekodiert. Wer jetzt denkt, dass die letzte verbliebene Supermacht ihr letztes Monopol (die Weltreservewährung) kampflos aufgibt, lebt in einer Traumwelt.“

Stellen wir uns vor, die Euphorie ist verflogen: Mr. Market kaufte noch Anteile vom Bitcoin, oben an der Spitze – und verlor dann viel, denn die “Blase“ platzte durch den Eingriff der Behörden. Er wird depressiv und verkauft mit großem Verlust. In der Zwischenzeit wurde das Bargeld abgeschafft, es gibt jetzt kryptographische Schlüssel und die Kontrolle über alle Transaktionen. Wo ist bloß der Traum vom unabhängigen Geldsystem geblieben? Vielleicht ist dieser Traum von Freiheit durch Emanzipation vom herkömmlich zentralisierten Geld-System schon der nächste Traum, der uns genommen werden wird (etwa durch die Durchsetzung einer Digitalwährung durch die Notenbanken).

So oder so: die Dinge werden immer abstrakter, weniger greifbar, virtueller (siehe dazu den Artikel „Börse: Epochenwandel an den Finanzmärkten – aus Erde wurde Luft.“). Aber auch Luft bietet “Mr. Market“ stets Chancen!

Ein Hype geht, der nächste Hype kommt. Nichts ist zuverlässiger als dieses menschliche Muster!

Die Euphorie von Mr. Market über Bitcoin ist groß - folgt die Depression?

 

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Mike

    8. Januar 2021 14:29 at 14:29

    Allein die Supermacht EZB zwingt geradezu die Leute wieder in eine Art Tauschhandel umzustellen, um einigermassen diese Manipulationen und Schäden im Zaun zu halten. Zunehmend schiessen deshalb dörfliche Gemeinschaften mit eigener Währung wie Pilze aus dem Boden.
    Meistens sind es Dorfgemeinschaften, die eine begrenzte lokale Währung einführen, um die lokale Wirtschaft gegenseitig zu stützen und zu fördern. Somit entstehen immer weitere Kreise, die sich wieder auf die altbewährten Tauschhandel besinnen, um dem Wahn der EZB-Geldflutung etwas entgegenstellen zu können. Zu bedenken ist auch, dass zwar alles immer von Demokratie spricht, jedoch im Prinzip ein Bürger höchstens nur alle 4 Jahre ein Kreuzchen bei Wahlen für fix vorgesetzte Politiker machen kann und sonst nichts mehr zu sagen hat. Dass das nun mit der EU-Bürokratie nun punktuell masslose Züge annimmt, müsste auch jeder beobachten können. Von Bewahrung der Demokratie ist damit leider immer weniger festzustellen.

  2. Avatar

    Andys

    8. Januar 2021 15:58 at 15:58

    …mmhh, ich bin auch Informatiker und ich kenne den erwähnten Angriff der NSA auf das Tor (Onion) Netzwerk, übrigens im Jahr 2013. Dieser war aber nach internen Berichten der NSA (aufgedeckt durch Edward Snowden) gar nicht so erfolgreich! (https://www.heise.de/security/meldung/Neues-von-der-NSA-Tor-stinkt-1972983.html) Erst 2014 gelang es dem FBI, DHS und europäischen Institutionen in der Operation „Onymous“ ein Teil des Darknet zu de-anonymisieren.
    Zum Bitcoin-Verbot: Ja ist möglich, so wie in China seit 2017, allerdings gibt es noch andere Kryptowährungen! Lösung: alle Kryptowährungen verbieten? Wann ist ein Tauschsystem im Internet eine Kryptowährung und wann nur virtuelle Tausch-Äpfel? Der Phantasie des Menschen ist diesbezüglich keine Grenzen gesetzt.

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    John

    8. Januar 2021 17:06 at 17:06

    Niemand wird mir je verbieten können Bitcoin anzunehmen! Man muss sich einfach mal von diesem Staatslemmingsdenken lösen…

    Der Staat hat auch verboten Weihnachten gemeinsam zu feiern und habt ihr euch alle schön daran gehalten? Am Schluss einer Epoche sind die grössten Verlierer immer die Mitläufer und hier werden es die Staatsmitläufer sein…

    Wer ist den die USA ein paar wenige Clowns die heute von der Geldpoltik profitieren oder das Volk…?!? Wir das Volk sind so blöde und lassen uns mit 1% des Vermögens abspreisen obwohl wir 99% sind und lassen uns auch noch gefallen das uns Vermögen entzogen wird….

    Klar….angenommen das Volk ist und bleibt so dumm, dann wird Bitcoin irgendwann verboten, ich hoffe immer noch drauf das die Menschen mal aufwachen….

    Ist es der Neid für die wenigen die jetzt partipizieren der hier spricht oder was ist es? Die Idee Bitcoin wäre gut gerignet eine für alle fairere Tauschwährung zu haben….

  4. Avatar

    Lausi

    8. Januar 2021 19:46 at 19:46

    Dank eines Leser-Kommentars bin ich auf folgendes Interview aufmerksam gemacht worden, was mich doch sehr nachdenklich gemacht hat:

    https://youtu.be/G9SsKZUOM6U

    Dieser Michael Saylor (= Segler?! :-) scheint einen sehr smarten und erfahrenen Eindruck zu machen, und er hat seine gesamte (!) Liquidität in Bitcoins investiert! Er meint Bitcoin wäre eine „Singularität“. Passt ja irgendwie: Gold entsteht ja bekanntermaßen, wenn ein Stern explodiert (Supernova), und Bitcoin ist dann im Vergleich dazu ein schwarzes Loch, was alles Vermögen aufsaugt. Nach dem Bitcoin kann also nur noch der Urknall kommen… :-)

  5. Avatar

    Columbo

    8. Januar 2021 20:49 at 20:49

    @John

    „…angenommen das Volk ist und bleibt so dumm, dann wird Bitcoin irgendwann verboten…“

    Das ist keine Annahme, sondern eine Tatsache.

  6. Avatar

    Alex

    9. Januar 2021 05:00 at 05:00

    Sowohl der Bäcker, als auch der Fleischer im Ort nehmen auch Edelmetalle zur Bezahlung an und ein Landwirt im Nachbarort tauscht seine Kartoffeln nur gegen Echtgeld. Ich glaube ich weiß wohin die Reise geht, aber kauft nur weiter Bitcoins, irgendwer muß ja die Zeche zahlen!

  7. Avatar

    Bitkowitz

    9. Januar 2021 09:44 at 09:44

    Typisch, Bitcoin Ist die neue Spielwiese der ganz Dicken.Nachdem jetzt Tech u.Co. ausgepresst scheinen ,suchen sie etwas Neues.Die Wertsteigerungen von Tech-Aktien sind ja teilweise durch Erträge oder erwartete Erträge der Firmen noch gerechtfertigt.Der kleine Unterschied: Bitcoin hat keine Erträge und die Preissteigerung ( nicht Wertsteigerung) werden einzig durch immer mehr Käufe angetrieben.Wenn dann auch dieses Spiel ausgereizt ist und Gewinnmitnahmen erfolgen kommt der Einbruch und die Letzten werden wieder von den Hunden gebissen.
    Friedrich freut sich wie ein Maikäfer, dass ein so Grosser seiner neuen Sekte beigetreten ist.Beim Intetview mit Marc Faber war er eher enttäuscht,als Marc Faber sagte: er habe im Moment keine Bitcoins.( Spüren sie etwas) ?

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    Kryptowitz

    10. Januar 2021 18:29 at 18:29

    Es gibt auch erfahrene Leute die der Friedrich – Sekte nicht trauen. ( Googeln: FORMATIONSTRADER DE ) .Dieser Doktor ist übrigens sonst gar kein Bär. Dieser Friedrich ist für mich so gegensätzlich wie Nichts auf der Welt.Sieht er doch alle durch die Geldschwemme der Notenbank geschaffenen Probleme ( Ponzi-System) und meint die Sache mit einem neuen Ponzi-System retten zu können.
    Der Auftritt eines seriös erscheinenden Milliardärs um neue Jünger zu gewinnen passt genau in solche Konstrukte. Der European Kings Klub ,der in den 90 ern kläglich scheiterte, hatte einmal als Gastredner
    Michael Gorbatschow engagiert.Die Heilsbringer von damals, die den Leuten 70% Rendite versprachen, versuchten nach dem Scheitern dem Gericht krampfhaft zu erklären ,dass sie von Geldanlegen keine Ahnung hatten und selber Opfer von Betrügern waren.
    In grösseren Zeiträumen gibt es immer solche Scharlatane. Ponzi, Madow, u.s.w. Es scheint ,dass M. Friedrich als Kandidat für ein so ehrenwertes Amt bereitsteht.

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Bitcoin: Verdoppelung JETZT?

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Steht die Verdoppelung unmittelbar bevor? Viele schwören ja auf die Bitcoins und rechnen ganz fest mit einem schnellen und deutlichen Anstieg. Doch nach der jüngsten Pause stellen sich manche nun die Frage, ob es jetzt schon wirklich Zeit dafür ist. Dieser Beitrag gilt einmal der charttechnischen Betrachtung, aber kann man das tatsächlich hier anwenden? Schauen wir uns das doch einfach mal an.

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

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Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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Bitcoin und der milliardenschwere Schwund durch Verluste

Bitcoin bietet scheinbar einen Schutz vor Inflation beim FIAT-Money. Aber was passiert, wenn man den Zugang zu seinem Konto verliert?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Kryptowährung Bitcoin bietet scheinbar einen Schutz vor Inflation beim FIAT-Money. Deshalb kam deren Preis auch so ins Steigen (zuletzt jedoch eine Korrektur), angesichts der Schuldenorgien, die weltweit infolge Covid-19 zelebriert werden. Die limitierte Anzahl an zu schürfenden Coins (21 Millionen) gibt dafür die Grundlage. Ein Argument für Stabilität – aber was passiert, wenn man den Zugang zu seinem Konto verliert? Die Zahl der verfügbaren Coins ist anscheinend schon erheblich geschrumpft. Es kündigt sich auch weiteres Ungemach an.

Bitcoin: Ein vermisster Laptop und eine Müllhalde

In vielen Medien war das Malheur des Wallisers James Howells schon verbreitet worden: Der Mann hatte im Jahr 2013 eine Festplatte mit 7500 Bitcoins weggeworfen, im Glauben ein Backup erstellt zu haben. Damals war dieser zwar auch schon 15 bis 30 Dollar wert, kein Vergleich mit dem jetzigen Kurswert, wo der Inhalt aktuell mit über 200 Millionen Euro beziffert wird – ein Tageswert, vor ein paar Tagen wären dies über 25 Prozent mehr gewesen. Der Laptop soll sich auf einer Müllhalde seines Heimatortes Newport befinden, die eine Suchaktion aus Umwelt- und Kostengründen bisher untersagt hatte. Jetzt bietet der Mann der Gemeindeverwaltung ungefähr 70 Millionen Euro Finderlohn an, die an die Bürger ausgezahlt werden sollen, falls man die Festplatte findet. Ein riskantes Unterfangen, denn es ist bestimmt nicht gewährleistet, dass die Festplatte nach acht Jahren noch funktionsfähig ist, deshalb lehnte die Gemeinde den Antrag bisher ab.

Wallet Recovery Services hilt – nur selten

Auch wenn er seine intakte Festplatte fände, bräuchte er noch sein Passwort. Es gibt ein Unternehmen, welches sich auf die Wiederherstellung von Passwörtern, mit Genehmigung der Kunden, spezialisiert hat – Wallet Recovery Services. Laut Wall Street Journal verlangt die Firma 20 Prozent des gefundenen Wertes, die Erfolgsquote soll bei 30 Prozent liegen.

Wobei wir bei einer anderen Schlagzeile wären.

Ein deutscher Programmierer, in den USA lebend, sucht verzweifelt nach seinem verlorenen Passwort. Bereits achtmal hat er einen Fehlversuch gestartet, Zugang zu seinem Vermögen in Bitcoin zu bekommen, durch Raten, bisher vergeblich und es bleiben ihm nur noch zwei Versuche übrig. Die dort „lagernden“ 7002 Bitcoins wären derzeit über 200 Millionen Dollar wert. Er hatte diese anscheinend im Jahre 2011 für eine Videodokumentation über die Digitalwährung erhalten, zu einer Zeit, wo diese nur wenige Euro an Wert besaß. Das „Verschlampen“ des Zettels mit dem Passwort könnte sich damit zu einem schwerwiegenden Fauxpas darstellen, denn bei der Kryptowährung gibt es eben nicht die Funktion wie bei normalen Accounts mit dem Button „Passwort vergessen“.

Viele Bitcoins sind bereits verschwunden

Es gibt inzwischen zahlreiche Besitzer von Bitcoin, die ihr Passwort nicht mehr kennen, vor allem die aus den ersten Jahren. Was man als „Selbst-schuld-Versehen“ so einfach abtun könnte, hat aber anscheinend schon größere Auswirkungen. Nach Ermittlungen der Firma Cainanalysis gelten von den bisher 19 Millionen geschürften Bitcoin bereits rund 20 Prozent als verloren. Ein Wert von zuletzt 140 Milliarden Dollar oder über 115 Milliarden Euro. Dass es sich beim Verlegen von Passwörtern in irgendwelchen Verstecken um keine Einzelfälle handelt, zeigt nach Angabe der Zeitung auch die Zahl der Aufträge an die Firma Wallet Recovery Services zur Wiederherstellung von Passwörtern. 70 Anfragen pro Tag und darunter nicht wenige, die vor Jahren auf die digitale Währung gesetzt haben. 21 Millionen soll die maximale Anzahl an Bitcoins einmal betragen. Nicht wenn man die gerade geschilderten Vorkommnisse berücksichtigt.

Fazit

Bitcoin schützt das Vermögen vor Inflation, allerdings nicht das eigene Kapital, wenn man sein Passwort verloren hat. Ich maße mir hier nicht an, ein Urteil über die Werthaltigkeit eines Bitcoin-Kapitalstocks fällen zu können. Zu komplex ist das Für und Wider der Kryptowährung. Da sind zum einen die ständig kursierenden Meldungen über die Aufteilung des Bestandes von Bitcoin: 95 Prozent in Händen von zwei Prozent „Walen“. Zum anderen die im Raume stehenden Andeutungen zur Regulierung der Digitalwährung. Hat nicht erst die neue US-Finanzministerin Janet Yellen verkündet, dass man diese forcieren müsste, weil der Bitcoin zur anonymen Finanzierung des Terrorismus verwendet würde, im Darknet bei der Geldwäsche von Drogen, Waffenhandel u.s.w.? Mal sehen, ob es bei Ankündigungen bleibt.

Über den Schwund bei Bitcoin

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