Bitcoin

Bitcoin-Verbot durch die Hintertür? Hochinteressante Szenarien

Symbolisches Bild für einen Bitcoin

Wird der Bitcoin verboten oder zumindest stark reguliert, weil die USA ihn als „chinesische Finanzwaffe“ gegen die Vorherrschaft des US-Dollar sehen? Diese These schwirrt seit letzter Woche dank Aussagen des namhaften US-Investors Peter Thiel durchs Netz. Aber erst ganz aktuell ist der Bitcoin 3.000 Dollar angestiegen, eben weil die US-Börsenaufsicht jetzt damit begonnen hat den Antrag für einen Bitcoin-ETF zu prüfen, also einen börsengehandelten Fonds, der die Kryptowährung enthält. Das wäre eine Art Ritterschlag der staatlichen Börsenaufsicht in den USA für den Bitcoin als Anlageklasse. Also, ist die Angst vor einem Verbot überflüssig, weil es ja gerade eher in die andere Richtung läuft, nämlich mehr Legitimität für die weltweit größte Kryptowährung?

Christian Rieck über zahlreiche Sanktionsmöglichkeiten gegen den Bitcoin

Professor Christian Rieck bespricht das mögliche Verbot des Bitcoin in einem aktuellen Video. Er sieht die Gefahr eher durch die Hintertür kommen, und nicht durch ein großes, offizielles Verbot. Ähnlich wie der „Impfzwang“, den es nicht geben wird – aber ohne Impfung kommt man nicht mehr in Flugzeuge, Hotels etc? Christian Rieck spricht von 7 faulen Tricks der Regierungen. Sie könnten subtiler vorgehen als mit einem platten Verbot. Regierungen und Zentralbanken hätten Angst vor dem Bitcoin, weil der Preis dafür ansteige, und er biete eine Ausweichmöglichkeit für die Inflationspolitik. Bargeld werde schleichend abgeschafft. Die finanzielle Repression (Negativzinsen) sei dann leichter durchsetzbar. Die weltweit größte Kryptowährung als Ersatz für Bargeld sei daher der Politik ein Dorn im Auge.

Laut Christian Rieck würde das „Geschäftsmodell“ der USA zusammenbrechen, wenn der Status des US-Dollar durch den Bitcoin verloren ginge. Die einfachste Variante gegen die Kryptowährung vorzugehen, sei der Rufmord. Er bespricht aber auch viele andere Möglichkeiten Bitcoin quasi zu lähmen, in dem man zum Beispiel die Handelsplätze einschränkt oder verbietet, oder in dem Zentralbanken und Staaten zahlreiche eigene Digitalwährungen schaffen und damit vom Bitcoin ablenken, oder in dem man Kryptowährungen vom FIAT-Geld entkoppelt, eine Mehrwertsteuer auf die Transaktion einführt uvm. Seine Ausführungen dazu sind hochinteressant.

Marc Friedrich über Bitcoin und Peter Thiel

Marc Friedrich bespricht im folgenden Video die jüngsten Aussagen von Peter Thiel, und wie sie zu interpretieren sind. Thiel habe überhaupt nicht von einem Bitcoin-Verbot gesprochen. Er habe die US-Regierung ganz im Gegenteil dazu aufgerufen sich aktiv in der Kryptowährung zu engagieren. Marc Friedrich ist weiterhin ein ganz klarer Fan der Kryptowährung.



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5 Kommentare

  1. Der Artikel beginnt schon falsch mit dem Wort „Kryptowährung“. Bitcoin hat nichts, aber auch gar nichts mit einer „Währung“ zu tun. Bitcoin ist keine Wärhung, sondern die reinste Form eines Spekulationsobjektes. Was unterscheidet nun ein Spekulationsobjekt von anderen Gütern und Dienstleistungen? Güter und Dienstleistungen werden von Käufern aus einem Nutzengrund erworben. Wobei „nutzen“ alles ist was ein Käufer als solchen empfindet. Es ist nicht erforderlich das es im Universum auch nur ein einziges weiteres Individuum gibt, das ebenfalls einen Nutzen sieht.

    Ein Spekulationsobjekt dagegen wird erworben um Vermögen durch Preisschwankungen umzuverteilen, wobei jeder Spieler natürlich hofft am Ende auf der Gewinnerseite zu stehen. Mit was da spekuliert ist völlig egal. Es reicht wenn genug mitmachen. Ein „Nutzen“ (außer Preisschwankungen zu produzieren) ist überhaupt nicht notwendig. Das ist wie eine Pokerrunde oder Lotto. Alle schmeißen was in den Pot und am Ende gewinnen wenige und verlieren ganz viele (mal abgesehen vom Veranstalter, der gewinnt immer).

    (Schuld)geld dagegen entsteht ausschließlich durch nicht geschlossener Tauschtransaktion und nicht durch das Herstellen von Geldsymbolen. Sprich Lieferung von Waren und Dienstleistungen gegen einen Geld(=Schuld)schein. Wer Bitcoin „kauft“ wechselt nicht in ein anderes „Geldsystem“ sondern steigt in eine Pokerrunde ein.

    Wie beschrieben wird Geld also auch außerhalb „offizieller Währungen“ geschaffen. Der Unterschied von „offiziellen“ zu „inoffiziellen“ Währungen ist lediglich in zwei Eigenschaften begründet:
    1. Der „Währungsgarant“ ist in der Lage, durch seine Machtmittel im Zweifelsfall die Schuldtilgung zu erzwingen.
    2. Zahlungen von Steuern und Abgaben (die ebenfalls mit Machtmitteln erzwungen werden können) werden nur in Form der „offiziellen“ Währung akzeptiert.

    Eine Währung ist daher genau so lange „stabil“ wie diese beiden Eigenschaften glaubhaft gemacht werden können. Wobei Machtmittel alleine nicht reichen. Es muss auch noch was da sein, was man an realen Gütern im eigenen Machtbereich eintreiben kann. Venezuela, Nord Korea und Kuba z.B. haben zwar die Machtmittel, aber bei ihrer Bevölkerung gibt es einfach nichts mehr zu holen. Folglich ist die Währung wertlos.

    Daher muss der Staat auch „Kryptowährungen“ gar nicht verbieten, da es eben gar keine Währungen sind. Sei gefährden auch keineswegs die Macht der „offiziellen“ Währungen (ein Hirngespinst vieler Liberaler). Allerdings lassen sich mit ihnen leicht riesige Vermögenstransfers durchführen. Wobei insbesondere die USA ein Auge darauf haben werden, das diese Transfers nicht netto Richtung China erfolgen.

    Das eigentliche Problem der „Kryptowährungen“ ist ein ganz anderes. Es ist nämlich lediglich der aktuelle Höhepunkt einer Entwicklung in deren Folge es unmöglich geworden ist mit der Schaffung realer Werte Vermögen aufzubauen. Also wenden sich immer mehr Leute der Spekulation zu, um nicht die letzten Deppen zu sein die lediglich von den Spekulanten ausgenommen zu werden.
    Die USA sind hier mal wieder ganz vorne in der Entwicklung. Mit einem nun chronischen Haushaltsdefizit von 30% des BIP sind sie endgültig in die Phase einer arbeitsfreien Gesellschaft eingetreten.

    P.S.: Rieck hat übrigens völlig recht. Die USA sind seit Jahrzehnten nicht mehr in der Lage ihren Wohlstand aus eigener Kraft zu erwirtschaften, sondern ziehen aus dem Besitz der Leitwährung eine erhebliche Imperialrendite. Das ist der Vorteil, wenn man die Referenzwährung stellt. Fällt das weg, kommt es zu einem immensen Verarmungsschub in den USA. Ich traue den USA zwar zu das in einigen Jahrzehnten wieder in Ordnung zu kriegen, aber es wird sie auf jeden Fall ihre Vormachtstellung kosten.

    Und Marc Friedrich ist nun wirklich keiner Erwähnung wert. Der versucht lediglich sein privates Bitcoin Depot hochzuschreiben.

  2. Peak im Finanzsystem.

    Ein Marc Friedrich bewirbt ein Ponzi scheme. Das ist nicht mehr der Bitcoin den wir 2013 gekauft haben…

  3. think Self sagt wieder einmal was Sache ist.Aber könnte denn die Bitcowitz-Währung nicht auch eine Konkurrenz zu den Aktien sein?
    Hat man doch jetzt bald alle Anleihen aufgekauft und Aktien somit alternativlos gemacht.Würde man so eine wundersame Geldvermehrung neben Aktien auch dulden? Etwas was mich nachdenklich stimmt ist ein Beitrag in der NZZ vom Sonntag wo berichtet wird ,dass der neue Mann der Finanzaufsicht ,ein hochdotierte Professor ein Krypto- Anhänger sei.
    Früher waren die Naiven die Ponzi- Gläubiger.In der geldgetriebenen Einwegbörsen- Zeit glauben schon viele Gebildete an die leistungslose Vermögensvermehrung.

  4. Bitcoin steht erst am Anfang? Gehts noch? Es ist ein Stinkefinger an die Regierungen (Friedrich)? Vielleicht von Satoshi Nakamoto. Wenn es stimmt, dass 60 Prozent der Bitcoins in den letzten zwei Jahren nicht mehr bewegt wurden, dass wenige Prozent über 90 Prozent der Bitcoinbestände besitzen und Satoshi allein 700.000 bis eine Mio. Bitcoins besitzt, wäre es eine unglaubliche Vermögenskonzentration. Wenn jetzt große Adressen einsteigen, wird das hoch spekulierte Vermögen einzelner gigantisch und der Manipulation Tür und Tor geöffnet. Ein Wal könnte short auf Bitcoin gehen, dann ein paar Bitcoins anonym verkaufen und so weiter. Wenn Jeff Bezos Amazon-Aktien verkauft, muss er das melden. Der Bitcoin wird reguliert werden, die Vermögenssituation ist viel zu einseitig, die Kollateraleffekte werden immer größer. Wenn jetzt jemand einen halben Bitcoin für 30.000 Dollar kauft, kann ihm einer der Wale das Stück andrehen, für das er 2010 einen Zehntel Dollar hingelegt hat. Hat nicht auch Marsalek von Wirecard viele Millionen mittels Bitcoin außer Landes geschafft? Das war teilweise weit vor Juni 2020. Könnte jetzt dann auf Hunderte Millionen zugehen. Treibt ruhig den Kurs weiter nach oben. Es gibt ein paar Dutzend, die kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus.

  5. Bruce Schneier zeigt hier noch andere Möglichkeiten auf, öffentliche Blockchains – nicht nur BTC – zu sabotieren ( und nicht nur Zentralbanken ins Spiel zu bringen ):

    https://www.schneier.com/blog/archives/2021/03/illegal-content-and-the-blockchain.html

    Wäre Schneier nicht Kryptologe, sondern Trader, so wäre ihm vermutlich auch eine dazu passende Short-Attacke eingefallen.

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