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Bitcoin: Käufer bleiben zu schwach Bitcoin: Verkäufer dominieren weiter – Wale treiben Abverkauf

Bitcoin-Wale belasten Kryptomarkt
Bitcoin-Logo auf der Bitcoin Asia-Konferenz in Hongkong. Foto: Chan Long Hei/Bloomberg

Bitcoin bleibt angesichts geopolitischer Spannungen im Nahen Osten unter Druck. Trotz zunehmender institutioneller Nachfrage dominiert weiterhin der Verkaufsdruck am Kryptomarkt, da insbesondere große Akteure – die sogenannten Wale – nach der jüngsten Erholung Positionen abbauen. Aktuelle Daten von CryptoQuant verdeutlichen, dass die Angebotsseite derzeit überwiegt – mit möglichen Auswirkungen auf die kurzfristige Kursentwicklung.

Bitcoin: Verkäufer dominieren weiterhin

Die Nachfrage nach Bitcoin bleibt schwach, selbst wenn institutionelle Investoren vermehrt einsteigen. Das deutet darauf hin, dass der breitere Markt weiterhin auf der Verkäuferseite steht.

Wie Bloomberg berichtet, lag die sogenannte „scheinbare Nachfrage“, die misst, ob die Nachfrage das neu geminte Angebot übersteigt oder unterschreitet, laut CryptoQuant zuletzt bei rund minus 63.000 Bitcoin. Dies geschah trotz Phasen verstärkter Käufe durch börsengehandelte ETFs sowie fortlaufender Akkumulation durch Unternehmen wie Strategy Inc. von Michael Saylor.

„Verkäufe von Privatanlegern und anderen Marktteilnehmern überkompensieren die zusätzlichen institutionellen Käufe“, heißt es in dem Bericht. „Der anhaltende Nachfragerückgang, der nun seit Ende November 2025 besteht, bestätigt, dass sich der Gesamtmarkt weiterhin in einer Distributionsphase befindet.“

Die Daten deuten somit auf eine Marktsituation hin, in der neue Nachfrage durch bestehende Investoren übertroffen wird, die ihre Bestände reduzieren – ein Faktor, der Kursanstiege begrenzen kann, selbst wenn institutionelles Interesse zunimmt.

Kryptomarkt leidet unter geringer Nachfrage - Bitcoin-Wale verkaufen
Bitcoin bleibt im Abwärtstrend

Bitcoin-Kurs trotz Gegenwind stabilisiert

Im März konnte Bitcoin eine fünfmonatige Verlustserie beenden und legte um 2,2 % zu. Dies geschah trotz geopolitischer Spannungen im Zuge des Iran-Konflikts, die Energiepreise steigen ließen und Inflationssorgen verstärkten – ein Umfeld, das andere Risikoanlagen wie Aktien belastete, während selbst sichere Häfen wie Gold unter Druck gerieten.

Dennoch notiert Bitcoin aktuell bei rund 66.000 US-Dollar und liegt damit weiterhin mehr als 45 % unter seinem Hoch von etwa 126.000 US-Dollar aus dem Oktober.

Kryptomarkt: Wale werden zu Verkäufern

Besonders bemerkenswert ist laut CryptoQuant die Entwicklung bei großen Bitcoin-Investoren, den sogenannten „Walen“. Diese galten lange als stabile Käufer, haben ihre Strategie jedoch wieder geändert.

„Nach der Akkumulation von rund 200.000 Bitcoin während des Bullenmarkts 2024 begannen Wale ab Mitte 2025 verstärkt zu verkaufen, wobei sich das Tempo im vierten Quartal 2025 deutlich beschleunigte“, so der Bericht. „Historisch ging eine anhaltend negative Wal-Akkumulation mit längeren Phasen schwacher Kursentwicklung einher, und die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass der Verkaufsdruck weiterhin ein strukturelles Hindernis darstellt.“

Zusätzlich verlangsamen auch mittelgroße Investoren ihre Käufe, wodurch eine weitere wichtige Stütze für den Kryptomarkt wegfällt.

US-Nachfrage schwächelt ebenfalls

Auch aus den USA kommen derzeit keine positiven Impulse. Die Nachfrage nach Kryptowährungen hat zuletzt nachgelassen, was sich unter anderem im sogenannten Coinbase Premium zeigt. Dieser misst die Preisdifferenz zwischen US-Börsen und internationalen Handelsplätzen.

Ein negativer Wert signalisiert, dass US-Investoren Bitcoin aktuell nicht aktiv nach oben treiben – ein weiteres Zeichen für die nachlassende Kaufdynamik.

Kurzfristig könnte sich das Bild jedoch aufhellen, sollte sich das makroökonomische Umfeld verbessern. Insbesondere eine Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran könnte laut CryptoQuant als positiver Impuls wirken.

„Eine Deeskalation geopolitischer Spannungen könnte kurzfristig als positiver Katalysator fungieren und eine Erholungsrally auslösen“, so die Einschätzung. Diese Hoffnungen erhielten jedoch am Mittwoch einen Dämpfer, nachdem Donald Trump angekündigt hatte, die Angriffe auf den Iran in den kommenden Wochen weiter zu intensivieren, ehe die USA den Krieg in zwei bis drei Wochen beenden wolle.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Es wurd wohl bei Bitcoin so sein wie mit dem Papiergold.
    Wenn schnell Liquidität benötigt wird, dann geht es schnell mit dem Verkauf.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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