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Signal der großen Investoren Bitcoin-Wale schlagen wieder zu: Kommt jetzt die Trendwende?

Bitcoin-Wale schlagen wieder zu: Kommt jetzt die Trendwende?
Bitcoin-Logo in der Bithumb-Wechselstube in Seoul. Foto: Jean Chung/Bloomberg

Obwohl die Rückkehr der Nachfrage noch zu gering ist, um zu zeigen, ob es sich um eine Erholung oder lediglich um Schadensbegrenzung handelt, hat Bitcoin neue Unterstützung von einigen seiner größten Inhaber erhalten. Nach Wochen massiver Abverkäufe greifen sogenannte Wale wieder zu – Milliardenbeträge fließen in den Kryptomarkt. Doch reicht das, um den Kurs nachhaltig zu stabilisieren, oder setzt sich der Sturm fort?

Bitcoin-Wale schlagen zu

Wie Bloomberg berichtet, haben sogenannte Wal-Wallets in der vergangenen Woche nach wochenlangen massiven Verkäufen etwa 53.000 Coins angehäuft. Dies stellt den größten Kaufrausch seit November dar. Diese Käufe trugen dazu bei, die Preise nach einem starken Rückgang zu stabilisieren, während sich die meisten anderen Investoren zurückhielten.

Daten des Branchenforschungsunternehmens Glassnode zeigen, dass Wallets mit mehr als 1.000 Bitcoin in diesem Zeitraum Coins im Wert von mehr als 4 Milliarden US-Dollar hinzugefügt haben. Damit wurde die monatelange Verkaufsphase unterbrochen, in der Bitcoin rund 50 % gegenüber seinem Höchststand im Oktober verloren hatte.

Kryptomarkt: Bitcoin-Wale schlagen wieder zu - Beginn der Rally?
Bitcoin-Preisverfall

„Das verlangsamt zwar den Rückgang“, sagte Brett Singer, Vertriebsleiter bei Glassnode. „Aber wir müssen noch mehr Geld in den Kryptomarkt fließen sehen.“

Diese Einschränkung ist wichtig. Während große Inhaber wieder eingestiegen sind, deutet der allgemeine Trend weiterhin auf Vorsicht hin. Mit Ausnahme von Spot ETFs und Unternehmen waren große Bitcoin-Wale im vergangenen Jahr Nettoverkäufer. Laut Glassnode haben seit Mitte Dezember mehr als 170.000 Coins im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar diese Wallets verlassen.

Krypto-Rally ohne Fundament?

Die Preisentwicklung von Bitcoin spiegelt diese ungleichmäßige Unterstützung wider. Nachdem er im Oktober ein Rekordhoch erreicht hatte, fiel der Token letzte Woche auf rund 60.000 US-Dollar, erholte sich dann aber wieder auf etwa 70.000 US-Dollar. Am Mittwochmorgen um 7:20 Uhr in Frankfurt notierte der BTC-Kurs 2,7 % tiefer bei 66.849 US-Dollar.

Das Stop-and-Start-Verhalten der Großinvestoren hat die bekannte Frage, die über dem Kryptomarkt schwebt, noch verschärft: Wer bleibt übrig, um die nächste nachhaltige Rally anzutreiben?

Viele Anleger, die Bitcoin über neu aufgelegte börsengehandelte Fonds gekauft haben, haben nun Verluste gemacht und sind daher weniger geneigt, aggressiv nachzukaufen. Gleichzeitig haben börsennotierte Unternehmen, die Bitcoin als Reservewährung eingeführt hatten, ihre Käufe verlangsamt, da ihre eigenen Aktienkurse unter Druck geraten sind.

Ohne eine neue Nachfragequelle scheint die jüngste Akkumulation eher der Schadensbegrenzung zu dienen als einer neuen Überzeugung – ein Muster, das in vergangenen Zyklen kurzfristige Erholungen unterstützt hat, aber selten von sich aus eine dauerhafte Dynamik erzeugt hat.

„Wenn sich der Sturm gelegt hat, werden wir wieder kaufen, da wir vor Ende letzten Jahres einen Teil unserer Bestände verkauft haben“, sagte Bruno Ver, ein langjähriger Krypto-Investor. „Aber wir befinden uns derzeit noch mitten im Sturm.“

Die Daten von Glassnode verfolgen eher Cluster von Bitcoin-Wallets als einzelne Händler und können große private Investoren, Verwahrungsgesellschaften und institutionelle Konten umfassen. Frühere Rallys, die an Stärke gewannen, waren in der Regel durch eine stabilere Akkumulation und eine breitere Beteiligung verschiedener Anlegertypen gekennzeichnet – etwas, das im aktuellen Bärenmarkt deutlich fehlt.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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