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Bitcoin: Was passiert nach der ETF-Entscheidung der SEC?

Redaktion

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Von Naeem Aslam, chief market strategist bei ThinkMarkets

 

Das Bitcoin-ETF

 

Es wurde weitgehend vom Markt erwartet, dass die United States Securities and Exchange Commission den Bitcoin-Anhängern kein Weihnachtsgeschenk machen würde. In ihrer jüngsten Entscheidung über das Bitcoin- ETF entschied sich die SEC, die Dose weiter die Straße hinunter zu kicken. Sie benutzten die gleiche lahme Ausrede, nämlich dass sie mehr Informationen sammeln müssten, um eine Entscheidung zu fällen.

Am 20. Mai verzögerte die SEC ihre Entscheidung über den VanEck-Bitcoin-ETF und fügte eine weitere 35-tägige Frist zur Sammlung weiterer Informationen hinzu. Die Entscheidung der SEC sollte aus zwei Gründen nicht als negatives Zeichen angesehen werden: Erstens haben sie die Genehmigung nicht verweigert, so dass es noch Hoffnung gibt. Schließlich will die SEC die öffentliche Meinung dazu einschätzen, und der einzige Grund, warum Bitcoin heute noch am Leben ist, ist die massive Unterstützung, die es in seiner Gemeinde findet.

 

Bitcoin-Bären müssen umdenken

Daher kann man davon ausgehen, dass die Zulassung des Bitcoin-ETFs nur eine Frage der Zeit ist. Mit anderen Worten, die Bitcoin-Bären müssen ihr Denken neu ausrichten. Tatsache ist, dass die United States Securities and Exchange Commission es nicht eilig hat, voreilige Schritte in Bezug auf die Zulassung des Bitcoin-ETF zu unternehmen. Sie können weiterhin die Dose so oft die Straße hinunter kicken, wie sie wollen. Das liegt daran, dass es keine feste und schnelle Regel für die Erlaubnis von ETFs gibt. Für die SEC ist das Wichtigste, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko für das Finanzsystem zu reduzieren – notfalls durch Verzögerung des Genehmigungsprozesses.

 

Die Volatilität von Bitcoin und Handelsstrategien

Vorerst wird die SEC im Informationsbeschaffungsmodus bleiben und weiterhin  die Volatilität von Bitcoin bewerten. Apropos Volatilität: ein wichtiger Anwendungsfall von Bitcoin-Futures unter professionellen Händlern ist, dass sie die Bitcoin-Futures in einer marktneutralen Strategie nutzen. Was ich damit meine, ist, wenn diese professionellen Händler an Credit Default Swaps-Produkten beteiligt sind und ihre Strategie marktneutral ist, verwenden sie Bitcoin-Futures, um das Delta in ihrer Strategie zu erhöhen. Und das ermöglicht es ihnen, aufgrund der höheren Volatilität Geld zu verdienen.

Denken Sie daran, dass es noch nicht lange her ist, dass Bitcoin-Futures das Rekordniveau von 33.700 Kontrakten mit einem Nominalwert von fast 1,23 Milliarden Dollar erreichten. Es ist auch wichtig zu bedenken, dass Bitcoin nicht „das Tier“ ist, das für seine höhere Volatilität bekannt ist: Tatsächlich hatte es einige Perioden gegeben, in denen die Volatilität von Bitcoin niedriger war als beim NASDAQ-Index.

In den letzten Tagen, insbesondere nach dem Konsensereignis in New York, haben wir eine geringere Volatilität für Bitcoin gesehen, und es scheint, dass der Preis in einen Konsolidierungsmodus eingetreten ist. Im Moment ist der Widerstand von $8.300 stark, und der Preis braucht einen starken Katalysator, um seine Bewegung in Richtung 10.000er Marke fortzusetzen.

 

Dennoch ist die Hauptfrage, wie sich die zukünftige SEC-Entscheidung auf den Preis von Bitcoin in der Zukunft auswirken kann?

Nun, es gibt drei Szenarien, die von großer Bedeutung sind: Erstens, wenn die SEC weiterhin die Dose die Straße hinunter kickt, ist es wahrscheinlich, dass der Preis in einer gewissen Bandbreite bleiben wird. Grundsätzlich alos eher eine Konsolidierungsperiode. Zweitens, wenn und wann immer die SEC ein negatives Urteil über den ETF fällt, ist es wahrscheinlich, dass sie den Preis nach unten drücken wird und die früheren Unterstützungsniveaus getestet werden. Diese wichtigsten Unterstützungsniveaus sind 6.000 $, 5.000 $, 4.000 $ und 3.130 $.

Wenn die SEC schließlich beschließt, grünes Licht für den Bitcoin-Börsenfonds zu geben, wird sie dagegen ein großes FOMO (Fear Of Missing Out) unter den Anlegern erzeugen, das den Preis für Bitcoins nach oben bringen wird.

 

Naeem Aslam

 

 

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Stefan Peters

    21. Mai 2019 13:49 at 13:49

    Ich gehe davon aus, dass es ein gutes Zeichen ist, dass die finale Entscheidung verschoben wurde:
    Es gibt wahrscheinlich zwei Gruppen beim SEC.
    Die Einen sehen ihre Aufgabe, den US-Dollar zu schützen und folgen der Argumentation von Sherman und Buffet. Diese wollen die ETFs nicht nur final ablehnen, sondern wären auch für ein Verbot zu haben.
    Die Anderen sind Kryptowährungen gegenüber offen, aber sie sind zu schwach, um eine positive Entscheidung zu erwirken. Also sorgen sie dafür, dass die finale Ablehnung x mal verschoben, damit der Markt nicht zu überrascht reagiert, sondern gewissermaßen gleichgültig reagiert, wenn es denn zu einer finalen Ablehnung kommt.
    Mit jedem Verschieben stabilisieren sie den Markt so etwas mehr. Mwehr ist wohl nicht drin. Aber immerhin. Und die USA-ETFs sind sicherlich sowieso nicht so dringend benötigt, wie einige glauben.

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Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Eine mögliche höhere Volatilität im Dax um die 13.000 Punkte wird im folgenden Video besprochen. Ebenso bespricht Manuel Koch mit einem Experten die Aussicht, dass sich der Bitcoin als zusätzlicher Sicherer Hafen neben Gold etablieren könnte. Notwendig sei ein grundsätzliches Vertrauen der Anleger in die Technik des Produkts, so der Experte. Auch werden im Video Empfehlungen der trading-house Börsenakademie zu den Aktien von Apple und Visa besprochen und im Detail erläutert.

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Bitcoin: Kommt der echte Konkurrent aus China?

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Symbolbild für den Bitcoin, der nur elektronisch existiert

Es gibt tausende verschiedene Kryptowährungen, doch keine kann es bis heute mit Bitcoin aufnehmen. 65 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung von mehr als 5.500 Kryptowährungen entfällt auf Bitcoin. Doch in China, wo ohnehin schon ein enormer Marktanteil auf digitales Bezahlen mittels Handy-Apps entfällt, entsteht jetzt eine Kryptowährung, die es mit Bitcoin aufnehmen könnte, ohne mit Bitcoin viele Gemeinsamkeiten zu haben.

Bitcoin und Co. sind bei Chinas Machthabern verpönt, da sie schwer zu kontrollierende Kapitalflüsse darstellen. Da es keinen freien Kapitalverkehr zwischen China und der Welt gibt und auch im Inland am besten alle Zahlungsflüsse kontrolliert werden sollen, standen Kryptowährungen lange auf der Abschussliste. Mining-Farmen galten sogar als im Land unerwünschte Branchen, Farmen wurden ab Januar 2018 geschlossen und Bitcoin selbst wurde ab Dezember 2013 schrittweise verboten. Ab September 2017 ist der Betrieb von Tradingplattformen für Kryptowährungen untersagt.

Inzwischen hat sich die Meinung etwas geändert. Bestehende Kryptowährungen sind noch immer verpönt. Doch die Staatsführung hat erkannt, dass Kryptowährungen wie Bitcoin perfekt nachvollziehbare und bis in alle Ewigkeit gespeicherte Zahlungsmittelflüsse abbilden, wenn bekannt ist, wem welche Wallet gehört. Staatlich kontrollierte Kryptowährungen wären somit das perfekte Überwachungsinstrument.

Chinas Bitcoin-Alternative heißt DCEP

Daher hat sich die Stimmung in der Führung inzwischen merklich gewandelt. Im November 2019 fand sogar ein Blockchain-Gipfel in China statt. Ziel ist die Erforschung und Entwicklung einer eigenen, chinesischen Alternative zu Bitcoin. Inzwischen begann bereits ein Pilotprogramm in vier Städten mit einer digitalisierten Version der staatlichen Währung Renmbini, genannte DCEP. Für die chinesischen Bürger entfallen dabei alle Vorteile, die klassische Kryptowährungen bieten, ohne dass die staatliche Kryptowährung dafür im Tausch neue Vorteile gegenüber zum Beispiel Bitcoin böte. Eine digitalisierte Form der staatlichen Währung können die Menschen schließlich bereits mit zum Beispiel Alipay oder WeChat nutzen.

Um die neue staatliche Währung unter die Menschen zu bringen, bedient sich die Regierung daher eines Tricks: Staatliche Leistungen werden in der neuen Kryptowährung ausgezahlt, was die Menschen dazu zwingt, diese neue Währung auch einzusetzen. Damit hat die Regierung auch die Möglichkeit, die neue Kryptowährung im Rekordtempo zu einem global unerreichten Marktanteil zu verhelfen. In letzter Konsequenz könnten z.B. Steuerzahlungen als Kryptowährung gefordert werden, was dann jeden chinesischen Steuerzahler zwänge, die Währung nicht nur einzusetzen, sondern auch einzunehmen.

In China ist die Bevölkerung bereit für digitale Zahlungsabwicklung

Schon ohne staatlichen Zwang werden 16% des chinesischen Bruttoinlandsprodukts mit Alipay und Co. abgewickelt, also privaten Handy-Apps. Mit staatlichem Zwang ließe sich der Anteil des digitalen Renminbi sicherlich auf noch deutlich größere Anteile heben. Damit bestünde für China dann auch die Möglichkeit, internationale Transaktionen ohne die Nutzung westlich dominierter Systeme wie Swift oder den Umweg über den US-Dollar abzuwickeln. Schon heute können chinesische Touristen in Westeuropa mit chinesischen Apps bezahlen. Künftig könnten zum Beispiel auch vom Westen sanktionierte Staaten wie der Iran auf die chinesische Bitcoin-Alternative umschwenken.

Ziel des digitalen Renminbis ist, dass er ohne Bankkonto auskommt. Die Wallet ist in diesem Fall das Konto. Noch immer gibt es in China 225 Millionen Menschen ohne Bankkonto. Gleichzeitig gibt es aber mehr Mobilfunkverträge als Einwohner. Die chinesische Bitcoin-Alternative wäre insofern ein Entwicklungsprogramm, das hunderten Millionen Menschen erstmals Zugang zu einem kontoähnlichen Produkt böte.

DCEP hat wenig Gemeinsamkeiten mit Bitcoin und Co.

Mit den von Krypto-Fans propagierten Vorteilen einer Kryptowährung hat DCEP natürlich fast nichts mehr gemeinsam. DCEP ist vollständig staatlich kontrolliert, die Geldmenge ist prinzipiell unbegrenzt und es gibt keine Blockchain. Insofern hat DCEP mehr mit Handy-Payment-Apps gemeinsam als mit Bitcoin und Co.

Sollte sich DCEP jedoch durchsetzen, stünde die Frage im Raum, wozu es die technisch deutlich aufwendigeren Kryptowährungen überhaupt noch braucht. Zweifelsohne verbrauchen die meisten Kryptowährungen Unmengen an Strom, um die kryptographischen Berechnungen durchführen zu können, die für den Betrieb der Blockchains erforderlich sind. Am Ende könnte also eine digitale Währung, die mit Kryptowährungen kaum etwas gemeinsam hat, den Stern der Kryptowährungen zum Sinken bringen.

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