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Geht’s weiter – oder kippt es? Bitcoin: Zwei Faktoren, warum der Zyklus diesmal anders ist

Bitcoin: Zwei Faktoren, warum der Zyklus diesmal anders ist
Grafik: ChatGPT

Bitcoin steht erneut am Scheideweg eines historischen Zyklus, während Analysten von Bravos Research vor möglichen Parallelen zu früheren Marktphasen warnen. Das jüngste Halving und die ungewöhnliche Kombination aus geldpolitischer Lockerung und institutioneller Nachfrage schüren die Frage, ob der aktuelle Aufwärtstrend der Kryptowährung seinem traditionellen Rhythmus folgt – oder diesen zum ersten Mal sprengt.

Bitcoin tritt in die Gefahrenzone

In ihrer neuen Videonalyse „Investoren irren sich hinsichtlich der Zukunft von Bitcoin“ zeigt Bravos Research, warum dieser Bitcoin-Zyklus anders sein könnte und welche Marktkräfte die historische Struktur potenziell verschieben.

Im aktuellen Marktumfeld rückt die größte Kryptowährung erneut in eine kritische Phase ihres historisch etablierten Vierjahreszyklus, der traditionell von Halving-Ereignissen und klar definierten Expansions- und Kontraktionsphasen geprägt wird. Eine Analyse von Bravos Research zeigt, dass sich Bitcoin nach seinem Bärenmarkttief 2022 bereits um mehr als 800 Prozent erholt hat und damit in das 35-Monats-Fenster eintritt, das in den vergangenen beiden Zyklen den Wendepunkt vor größeren Korrekturen markierte. Historisch endeten die Erholungs- und Expansionsphasen jeweils nach rund 35 Monaten, gefolgt von zwölf Monaten teils schmerzhafter Marktbereinigung.

Die Grundlage dieses Musters bildet das Halving, das alle vier Jahre die Menge der neu erzeugten Bitcoins halbiert und somit einen systematischen Angebotsschock schafft. Während im Zyklus 2015–2018 das Halving 2016 eine 18-monatige Rallye auslöste, bevor ein einjähriger Bärenmarkt folgte, zeigte sich dieselbe Struktur im Zyklus 2018–2022 erneut. Mit dem jüngsten Halving im April 2024 liegt Bitcoin heute wieder am potenziellen Übergangspunkt zwischen Expansion und möglicher Korrektur– zumindest, wenn sich das historische Muster unverändert fortsetzt.

Zwei Faktoren verändern den Zyklus

Doch Bravos Research identifiziert zwei Faktoren, die diesen Zyklus fundamental von seinen Vorgängern unterscheiden könnten. Erstens hat sich das geldpolitische Umfeld dramatisch verändert. Während die Federal Reserve in den Jahren 2017 und 2021 mit Zinserhöhungen den jeweiligen Bullenmärkten den Boden entzog, befindet sich die US-Notenbank nun in einem Lockerungszyklus. Sinkende Zinsen erhöhen die Liquidität und begünstigen risikobehaftete Vermögenswerte wie Bitcoin. Zudem rechnen Märkte 2026 mit einem neuen Fed-Vorsitz, der eine noch expansivere Linie verfolgen könnte – ein potenziell strukturell bullisher Faktor.

Der zweite Unterschied liegt in der massiven institutionellen Nachfrage. Während im letzten Zyklus das Angebot die Nachfrage überstieg, kaufen Institutionen seit 2024 deutlich mehr Bitcoin, als neue Coins durch Mining entstehen. Allein 2024 übertraf die institutionelle Akkumulation das neue Angebot um mehr als das Vierfache, und im laufenden Jahr liegt das Verhältnis bereits bei rund sieben zu eins. Dieses strukturelle Nachfrageübergewicht verleiht der Kryptowährung eine Stabilität, die in früheren Zyklen nicht vorhanden war. Dennoch bleibt ein Warnsignal bestehen: Das Interesse großer Krypto-Wale nimmt ab, und viele von ihnen treten zuletzt verstärkt als Verkäufer auf.

Bemerkenswert ist zudem, dass Bitcoin trotz deutlicher Kursgewinne bisher nicht die extremen Bewertungsaufschläge erreicht hat, die der Markt in den Spitzen der Jahre 2017 und 2021 verzeichnete. Die Kennzahlen, die das Verhältnis von Marktpreis zu langfristigem On-Chain-Wert abbilden, deuten darauf hin, dass die Phase irrationaler Übertreibung bislang ausgeblieben ist.

Vor diesem Hintergrund hält es Bravos Research für möglich, dass der aktuelle Zyklus gegenüber dem klassischen Vierjahresmodell verlängert werden könnte – getrieben von expansiver Geldpolitik und institutioneller Nachfrage. Gleichzeitig bleibt das Risiko eines Zyklusbruchs bestehen, denn Märkte können historische Muster sowohl bestätigen als auch widerlegen. Der große Knall könnte daher deutlich näher sein, als viele annehmen.



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