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BIZ warnt vor Banken-Krisen in China, Türkei und Brasilien

FMW-Redaktion

Die Bank für internationalen Zahlungsausgleich, BIZ, warnt vor einer Bankenkrise in den Schwellenländern Brasilien, Türkei – und China. Auslöser dieser Krise dürfte nach Angaben der BIZ vor allem das starke Kreditwachstum sein:

“Early warning indicators of banking stress pointed to risks arising from strong credit growth”.

Besonders gefährdet ist demnach China: in Relation des Kreditwachstuns zum BIP – ein Indikator der anzeigt, wie stark das Kreditwachstum von langfristigen Trends der Vergangenheit abweicht – liegt China klar an der Spitze. So stieg das Kreditwachstum im Reich der Mitte 25,4% schneller als das BIP des Landes, in der Türkei 16,6% und in Brasilien 15,7%.

Historisch gesehen, so die BIZ, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine dann folgende Banken-Krise innerhalb der nächsten zwei Jahre bei 66%, wenn das Verhältnis über 10% liegt – und China liegt weit darüber!

Der Grund dafür liegt auf der Hand: das Kreditwachstum verlief rasant, nun aber kühlt sich die Wirtschaft sowohl in China als auch in der Türkei und Brasilien ab – die Folge sind dann eine starke Zunahme von faulen Krediten. In China startete ab 2009 unter dem damaligen Premier Wen Jiabao ein Kredit-Boom, der nun immer problematischer wird: im ersten Quartal stiegen die faulen Kredite (nach offiziellen Zahlen – die Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen) so stark wie noch nie seit Aufzeichnung der Daten (2004) und liegen nun bei 982,5 Milliarden Yuan – das entspricht fast der Größe der gesamten Volkswirtschaft von Vietnam!

Gefährdet sind laut Daten der BIZ aber auch Singapur und Thailand, die ebenfalls Quoten von über 10% ausweisen. Aber das Problem ist noch dringlicher in China, der Türkei und Brasilien: dort müssen die Haushalte immer mehr Geld aufwenden, um die aufgelaufenen Schulden zu bezahlen, wie die BIZ anmerkt:

“Estimated debt service ratios also pointed to continuing risks (..). Households and firms in Brazil, China and Turkey spent significantly more on servicing their debt than in the past.”

Für die Banken dieser Länder bedeutet das stark steigende Rückstellungen, um die absehbar ausfallenden Kredite auffangen zu können. Kommt eine Schuldenlawine erst einmal ins Rollen, dürfte auch eine autokratische Regierung wie in China Schwierigkeiten haben, diese Prozess zu stoppen oder zu verlangsamen. Die BIZ hat mit ihrer Warnung den Finger in die Wunde gelegt – der Abschwung der Schwellenländer ist noch lange nicht vorbei. Er kommt jetzt erst so richtig in Fahrt!



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2 Kommentare

  1. immer wieder hervorragende Informationen!

  2. Brasilien ist selbst schuldig, oder die dortige korrupte Regierung.
    Wer derartig mit dem Geld der Steuerzahler um sich wirft und auf eigene Konten umleitet, hat es nicht besser verdient. Der leidtragende ist wie immer der kleine Arbeiter.

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