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BlackRock, Wall Street – und China: Kampf der Giganten

Wird BlackRock zu mächtig? Während BlackRock immer größer und wichtiger wird, scheinen die USA insgesamt abzusteigen (siehe hierzu das Interview mit der USA-Korrespondentin der „Zeit“, Heike Buchter).

Der Kampf der beiden Supermächte USA und China um die wirtschaftliche und technologische Vorherrschaft elektrisiert viele Marktbeobachter. Klar ist es fast unmöglich Chinas weiteren Aufstieg zu verhindern, schließlich hat China mit seiner riesigen Anzahl an Menschen – Vergleich zu den USA: 1439 Millionen zu 332 Millionen – einen Riesenvorteil. Aber die USA haben neben ihren großen Techfirmen auch noch weitere Riesen, einer davon ist der Finanzdienstleister BlackRock, der letzte Woche gigantische Zahlen abgeliefert hat.

BlackRock: Der schwarze Felsen wird immer größer

Der weltweite Aktienmarkt klettert, wie schon so oft dargestellt, auch infolge der Aktionen der Notenbanken nach oben, auf zuletzt 106 Billionen Dollar. Maßgeblich beteiligt daran ist die Wall Street, deren Aktienmärkte allein schon ein Gewicht von über 40 Billionen Dollar aufweisen. Angesichts des Anteils der USA an der Weltbevölkerung (4,3 Prozent) und der Wirtschaftsleistung (kaufkraftbeteinigt etwa 16 Prozent) eigentlich viel zu groß. Aber ebenso dominant ist der Anteil der Vermögensverwaltung in den USA, wie allein die letzten Donnerstag veröffentlichten Zahlen von BlackRock aufweisen.

BlackRock ist mit 8,68 Billionen US-Dollar an verwaltetem Vermögen (Stand: 31. Dezember 2020) der weltgrößte Vermögensverwalter. Die Kunden sind Privatanleger und Institutionen wie Banken, Pensionskassen, Stiftungen, Versicherer, Staatsfonds und Zentralbanken. So der zutreffende Eintrag bei Wikipedia.

Inmitten der Corona-Krise ist es der Firma von Larry Fink gelungen, einem sehr einflussreichen CEO, was demnächst auch die Regierung von Joe Biden erleben dürfte, das Volumen der verwalteten „Assets“ im Jahr 2020 um 17 Prozent oder 1,2 Billionen Dollar auf 8,68 Billionen Dollar zu steigern.

BlackRock profitierte nicht nur von der aktiven Fondsbranche, auch seine bekannte ETF-Sparte (iShares) ist um 185 Milliarden Dollar gewachsen.

Aus diesen ganzen Zahlen ergab sich ein Gewinn für das Jahr 2020 von 5,2 Milliarden Dollar, ein Anstieg von ebenfalls 17 Prozent. Dass die Fantasie der Investoren auch bei diesem Felsbrocken der Finanzwelt ins Kraut schießt, zeigt die Entwicklung der Aktie, die bis zur Veröffentlichung der Jahresbilanz um 44 Prozent gestiegen ist. Aufgrund der großen Marktmacht von BlackRock spürt der Gigant nicht einmal so sehr die Entwicklung in der Fondsbranche hin zu den kostengünstigen Exchange Traded Funds. Der Gewinn des Finanzdienstleisters war auch im vierten Quartal um 1,6 Milliarden Dollar angewachsen.

Noch ein paar Sätze zum Zweikampf zwischen den USA und China.

Liste der größten Firmen der Welt

Betrachtet man sich die aktuelle Liste der nach Marktkapitalisierung schwersten Unternehmen der Welt, so stellt man fest, dass sich unter den größten 20 Unternehmen allein 13 US-Unternehmen, unter ersten Zehn gleich deren sieben befinden. China ist mit Tencent, Alibaba vertreten.

Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Tesla, Facebook, Berkshire Hathaway, Visa, Walmart, Johnson &Johnson, JP Morgan, Procter&Gamble, MasterCard, von einem Finanzgiganten BlackRock ist dabei nichts zu sehen, nicht einmal unter den ersten Hundert.

Sicher wird es demnächst durch Regulation bei den Monopolfirmen einiges an Korrekturen geben. Auch befinden sich die Kurse einiger Firmen in Höhen, die nicht aufrechterhalten werden können – auch wenn einige glauben, Aktien könnten sich dauerhaft den Fundamentaldaten entziehen.

Was das Vermögen von Kundengeldern angeht, haben die USA noch weit die Nase vorn. Denn neben dem 8-Billionen-Dollar-Koloss BlackRock gibt es noch die Riesen Vanguard Group, State Street Global Advisors und Fidelity Investments, jedes Unternehmen verwaltet mehrere Billionen Dollar.

China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, wenn eine Regierung so rigoros an eine Firma wie Alibaba herangeht, kürzlich noch achtwertvollstes Unternehmen der Welt, dessen Gründer Jack Ma schon seit Wochen von der Bildfläche verschwunden ist. Da vertraut die westliche Welt schon eher auf einen ETF der Firma BlackRock, Sparte iShares, wie die jüngsten Zahlen beweisen. Der Produktionsstandort China boomt – aber der Finanzstandort?

BlackRock und die Wall Street



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3 Kommentare

  1. „China hat ein großes Problem in seinem Aufwärtsstreben und das ist sein totalitäres System. Es wird sicherlich nicht das Vertrauen von Investoren steigern, “

    Völlig falsche Einschätzung. China hat zwar ein Problem mit seinem autoritären System, aber nur weil es die Kreativität seiner Bevölkerung bremst. Investoren braucht China nicht und will sie auch nicht. Schließlich wollen sie die Kontrolle haben und werden sie bestimmt nicht an irgendwelche „Investoren“ abgeben.

    Am Ende zählt der Finanzstandort nichts, sondern nur der Produktionsstandort. Denn Black Rock kann mit seiner immensen Kohle in China schlicht nichts kaufen. Ihr Vermögen ist dort wertlos. Statt dessen kaufen die Chinesen Stück für Stück die Welt auf, denn sie können am Ende mit dem einzigen Zahlen was zählt: Gütern.

    Solange der Dollar noch etwas wert ist, nutzt China seine weiter steigenden Überschüsse um sich überall einzukaufen. Verliert der Dollar seine Funktion als Leitwährung, was früher oder später passieren wird, schmilzt auch das Black Rock Vermögen schneller als Butter auf der Sonnenoberfläche.

    Die „Größe“ einer Firma bemisst sich übrigens nicht an ihrem Börsenwert, sondern an ihrem Potential Güter unter die Leute zu bringen. Und da sieht es auch in den USA ganz düster aus.

  2. Ich finde, BlackRock sollte sich in BlackHole umbennenen – lol

  3. Avatar
    MD (der 1.500ste Untergangsprophet)

    Um das Schwanzvergleich-Dilemma zu lösen, sollte man komplett umdenken und dem totalitären Produktionsstandort China ebenso misstrauen, wie dem totalitär-monopolistischen Finanzstandort USA. Beide Systeme haben in grenzenloser Machtgier und Größenwahn nach innen und außen nun lange genug komplett versagt und die Welt aufgrund eines sogenannten technologischen und gesellschaftlichen Fortschritts an den Rande des Abgrunds geführt. Eines Fortschritts, dessen Implikationen und Auswirkungen man an den Schaltzentren der Macht und des angeblichen Wissens nicht im Ansatz begreifen und kontrollieren kann oder will. Hinter beiden kranken Systemen stehen dumm-bis-dümmere, zumeist größenwahnsinnige, narzisstische und viel zu mächtige Staatschefs. Dazu ein egomanischer und stets abschöpfender „Expertenstab“ aus vergleichsweise wenigen Individuen, Bigheads und Strippenziehern, von denen keiner bisher die Idee der Mitte, einer sozialen, ausgewogenen, nachhaltigen und ganzheitlichen Marktwirtschaft, oder auch nur die offensichtliche Tatsache von begrenzten Ressourcen eines eigentlich riesigen Planeten verstehen oder wahrhaben will.

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