BlackRock positioniert sich zunehmend gegen deutsche Anleihen und setzt auf steigende Renditen von Staatsanleihen, da ein erneuter Inflationsschock in Europa erwartet wird. Auslöser sind steigende Energiepreise sowie wachsende Staatsausgaben im Zuge geopolitischer Spannungen, die den Druck auf die Zinsen erhöhen. Im Fokus der Märkte steht dabei auch die EZB, deren geldpolitischer Kurs angesichts hartnäckiger Inflation zunehmend unter Anpassungsdruck gerät.
BlackRock wettet gegen deutsche Anleihen
Wie Bloomberg berichtet, hat BlackRock seine Short-Positionen auf deutsche Staatsanleihen ausgebaut und setzt darauf, dass ein „ziemlich starker Inflationsanstieg“ in Europa die Kreditkosten wieder über die in der vergangenen Woche erreichten 15-Jahreshochs treiben wird.
Tom Becker, Manager des 6,5 Milliarden Dollar schweren Tactical Opportunities Fund, erwartet, dass Regierungen ihre Ausgaben erhöhen werden, um Haushalte im Euroraum angesichts steigender Energiepreise zu entlasten und gleichzeitig die militärischen Kapazitäten auszubauen. Seit Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat hat er daher seine Short-Positionen in fünf- und zehnjährigen Bundesanleihen ausgeweitet. Bereits zuvor war er bei 30-jährigen Laufzeiten auf fallende Kurse positioniert.
Inflation und Staatsausgaben im Fokus
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„Die Märkte unterschätzen möglicherweise die fiskalische Reaktion europäischer Politiker, mehr Geld für Energiesicherheit im Winter und militärische Investitionen auszugeben“, sagte Becker in einem Interview. „Das bedeutet ein höheres Angebot an Anleihen in den kommenden Quartalen.“
Mit steigenden Laufzeitprämien rechnet er damit, dass die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen über das jüngste Hoch von 3,13 % hinaus ansteigen wird. Dieses Niveau war in der vergangenen Woche erreicht worden, als der Krieg und steigende Ölpreise Inflationsängste anheizten. Anfang der Woche waren die Renditen noch gefallen, da Hoffnungen auf einen Waffenstillstand aufkamen, stiegen jedoch am Donnerstag wieder über 3 %.
Das Niveau von 3 % sei „keine besonders hohe nominale Rendite“, angesichts einer erneut über dem Ziel liegenden Inflation und eines steigenden Angebots durch umfangreiche fiskalische Maßnahmen, so Becker weiter.

Europa stärker von Inflationsschock betroffen
Seit Beginn des Krieges verlief der Ausverkauf europäischer und deutscher Anleihen weniger heftig als bei US-Staatsanleihen oder britischen Gilts. Dennoch dürfte die Eurozone laut Becker einen stärkeren Inflationsschock erleiden, unter anderem aufgrund ihrer Abhängigkeit von Energieimporten über die Straße von Hormus sowie schwächerer Handelsbedingungen.
Zudem haben europäische Länder bereits Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise für Verbraucher angekündigt, während die Strompreise zuletzt deutlich anzogen. Die EU-Kommission wird voraussichtlich ein weiteres Maßnahmenpaket vorstellen, um die Auswirkungen hoher Energiepreise abzufedern. Dies weckt Erinnerungen an die Jahre 2022 bis 2024, als umfangreiche Energie-Subventionen im Zuge des Ukraine-Kriegs die Haushaltsdefizite deutlich erhöhten.
Beckers Positionierung passt zu seiner langfristigen Einschätzung, dass Inflation ein zentrales Risiko bleibt. Regierungen neigten dazu, „auf jede Krise mit fiskalischen Maßnahmen zu reagieren und mehr Schulden auszugeben“, sagte er in einem weiteren Interview mit Bloomberg Television.
Zu Jahresbeginn hatte Becker bereits gegen US-Staatsanleihen und britische Gilts gewettet – ein Schritt, der damals gegen den Marktkonsens ging. Investoren gingen davon aus, dass die US-Notenbank Fed und die Bank of England im Jahr 2026 mindestens zwei Mal die Zinsen senken würden. Zuletzt rückten die Fed-Notenbanker jedoch von baldigen Zinssenkungen ab, da zunächst die Auswirkungen des Iran-Kriegs bewertet werden sollen.
Zinswende und Marktreaktionen
Der Iran-Konflikt stellte die Erwartungen von sinkenden Zinsen auf den Kopf, da steigende Ölpreise von über 100 Dollar pro Barrel die Inflationssorgen verstärkten. Laut Geldmarktpreisen wird die Fed in diesem Jahr nun keine Zinssenkungen mehr vornehmen. Stattdessen werden von der Bank of England und der Europäischen Zentralbank mindestens zwei Zinserhöhungen erwartet.
Diese Entwicklung spielte Becker in die Karten: Seine Wette auf steigende Renditen britischer Anleihen zahlte sich aus und ließ die Rendite seines Fonds im vergangenen Monat um nahezu 3 % steigen. Vergleichbare Fonds verzeichneten im Schnitt einen Verlust von etwa 4 %, wie Bloomberg-Daten zeigen.
Inzwischen hat Becker Teile seiner Positionen in Großbritannien mit Gewinn geschlossen und richtet seinen Fokus stärker auf deutsche Anleihen. Seiner Einschätzung nach sollten die fünfjährigen Finanzierungskosten Deutschlands in den kommenden fünf Jahren – ein Indikator für die zehnjährige Laufzeit – näher an die Niveaus in den USA und Großbritannien heranrücken. Das deutet auf weiter steigende Zinsen hin, da die aktuelle Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit rund 3 % deutlich unter den etwa 4,4 % vergleichbarer US-Staatsanleihen liegt.
FMW/Bloomberg
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Gemessen an früher…. liegt die deutsche Umlaufrendite heute im unteren Bereich…1990 wurden noch stolze 9,21 Prozent erreicht.. in der Spitze zwar …aber immerhin ….zur Jahrtausendwende 5, 46 Prozent und kurz vor der Finanzkrise..im Juli 2008.. immerhin noch 4,78 Prozent… .
9,21…5,46….4,78….Merken Sie was…? Die deutsche Umlaufrendite ging immer weiter zurück…obwohl die Inflation stieg…
Jetzt müssten wir erstmal das Hoch aus dem April 2011 rausnehmen… das waren immerhin noch 3,26 Prozent…
Dannach fiel die deutsche Umlaufrendite stark ab…von den 3,26 Prozent blieb im Prinzip nichts übrig…bis auf Minus 0,83 Prozent trieb die EZB unsere Umlaufrendite nach unten…
Niedrige Zinsen plus QE Programme..das war die Mischung… die die deutsche Umlaufrendite im Prinzip implodieren ließ…
Wir haben also folgende Punkte zu beachten…9,21 Prozent aus 1990…5,46 Prozent aus 2000…4,78 Prozent aus 2008…und 3,26 Prozent aus 2011..
Von der Charttechnik her müssten diese 3,26 Prozent als Erstes fallen ..um überhaupt wieder in den Aufwärtstrend zu kommen…dann die 4,78 …usw…
Bis dahin ist es noch ein langer Weg…