Hintergrund

Bleiben Sie liquide!

..denn die Aussichten auf steigende Aktienmärkte sind eher mau..

In den USA „tobt“ derzeit eine Debatte darüber, ob die Aktienmärkte nun vor einer Rally stehen wie in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Auslöser ist ein Artikel von Bloomberg Businessweek, der sich wiederum auf einen Artikel des Time Magazins bezieht: Time hatte zu Beginn der 90er-Jahre vorhergesagt, dass die Wirtschaft in den USA nur sehr langsam wachsen werde. Was dann kam, ist bekannt: das Internet sorgte für einen Boom an den Märkten – bis dann ab dem Jahr 2000 Ernüchterung einkehrte.

Die amerikanische Finanzseite stawealth.com hat nun noch einmal die Fakten untersucht – und kommt zu dem Schluss, dass das Time Magazin schon damals nicht ganz falsch lag, vielmehr dominierende Trends durch die Internetrevolution nur überdeckt wurden. Und, noch bedeutender: die Aussichten, dass die USA in den nächsten Jahren wirtschaftlich stärker werden, sind verschwindend gering.

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte, und so führe man sich folgende Grafik von stawealth.com zu Gemüte:

Wages-to-Profits-030414-2

Die Charts zeigen einen großen Trend mit beispielloser Klarheit: Die Unternehmen in den USA steigerten ihre Gewinne, brauchten dafür aber aufgrund gestiegener Produktivität durch Software, Maschinen etc. immer weniger Mitarbeiter. Während die Löhne (wages) im Vergleich zu den Profiten der Unternehmen permanent zurückgehen, fand und findet eine gigantische Umverteilung von Vermögen statt, die fast ausschließlich den oberen 10% der amerikanischen Gesellschaft zugute kommt – also Firmeninhabern und größeren Aktionären.

Nun aber ist aber eine entscheidende Säule der US-Wirtschaft der Konsum (68% des BIP). Es ist vorwiegend die einst breite Mittelschicht, die den Konsum stützt – und diese Mittelschicht wird aufgrund der skizzierten Entwicklung immer kleiner.

Gleichzeitig aber steigt die Verschuldung massiv. Zwischen 1980 und 2000 stieg der Anteil des Konsums am US-BIP von 61% auf 67%, einhergehend mit einer Zunahme der Verschuldung um 5,6 Billionen US-Dollar. Seit dem Jahr 2000 ist der Anteil des Konsums am US-BIP von 67% auf 68% gestiegen – aber diese Zunahme von 1% ging einher mit einer Zunahme der Verschuldung von 6,1 Billionen US-Dollar. Das bedeutet im Klartext: um eine Steigerung von 1% des Konsums zu erreichen, mussten sich die Haushalte mehr verschulden, als bei der Zunahme des Konsums von 6% zwischen 1980 und dem Jahr 2000.

Schlechte Perspektiven also, da sich dieser lang anhaltende Trend weiter fortsetzt: schon kleine Steigerungen des Konsums werden mit immer mehr Schulden erkauft. Die Lücke zwischen Realwirtschaft und steigenden Aktienkursen wird dabei immer größer. Stawealth.com empfiehlt deshalb: bleiben Sie liquide – bis irgendwann ein echter Wirtschaftsaufschwung kommt und aus den Aktienmärkten die heiße Luft entwichen ist..



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