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Blutbad an der Wall Street! Schlechteste Woche des Dow Jones seit Finanzkrise!

FMW-Redaktion

Herber Abverkauf an den Märkten! Die große Enthebelung ist im Gange – der Dow Jones verliert über 1000 Punkte. Immerhin: nachbörslich gehen die US-Futures wieder etwas nach oben..

Was passiert da? Am Anfang standen der Anstieg der Renditen, dann die US-Arbeitsmarktdaten mit den stark gestiegenen Stundenlöhnen. Dann der Schiffbruch der VIX-Shorter, jetzt der allgemeine Abverkauf, und das obwohl die Renditen für US-Anleihen wieder leicht gefallen sind.

Die Boote waren zu einseitig besetzt – nicht mehr und nicht weniger. Alle waren „all in“ in Aktien und das ohne Hedges und mit viel Leverage, jetzt wird Geld teurer, damit die Hebelung kostspieliger. Vorher haben alle Aktien gekauft und Volatilität verkauft, jetzt müssen sie Aktien verkaufen und Volatilität kaufen als Hedge – daher legt der VIX heute wieder 30% zu, weil die Kosten für diese Absicherungen nach oben schießen, weil alle durch die selbe Tür wollen und jetzt Hedges brauchen!

Aber auffallend ist, dass die Devisenmärkte wenig reagieren. Die Panik startete am Anleihemarkt, der ungleich größer ist als der Aktienmarkt. Hier geht ein 30-jährige Abwärtstrend der Renditen zu Ende, daher das Erdbeben an den Märkten.

Im Hintergrund steht auch die Verschuldungs-Party der USA – und China scheint nicht mehr bereit, das Spiel mitzuspielen, während die USA mehr Schulden aufnehmen müssen über Anleiheemissionen. Nun sollen weiter 300 Milliarden an Schulden aufgenommen werden nach dem neuesten Plan, und die Märkte stellen die drängende Frage, wer überhaupt bereit ist, diese Schulden zu kaufen. Die heutige Anleiheauktion der 30-jährigen US-Anleihe schwach, Ausländer haben sich spürbar zurück gehalten. Das ist das eigentliche Problem – es ist, wenn man so will, ein Mißtrauensvotum der Welt gegenüber der Trumpschen Schulden-Party nach dem Motto „America first“, die faktisch ja besagt: wir leben über unsere Verhältnisse, und ihr habt dafür zu bezahlen. Die „Restwelt“ aber zeigt Trump jetzt den Stinkefinger!

Wir werden auch wieder impulsive Erholungen sehen intraday an den US-Aktienmärkten, aber das Chaos wird erst einmal anhalten. Die US-Indizes schließen unter wichtigen gleitenden Durchschnitten:



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14 Kommentare

  1. Schöner Abverkauf, aber wo ist der ganze Cash mit so einem Volumen hingeflossen?
    … Anleihen, nein
    ….Rohstoffe, nein
    ….Währungen,nein
    ….Kryptos,nein

    auf private Konten und warten dort?

    1. Es soll strategische Investoren geben, die zunächst einmal im Cash verharren, und zwar dem eigenen…

  2. @Denker: um zurück geforderte Kredite abzulösen, die vorher aus dem Nichts entstanden. Und damit ist das Geld wieder aus dem System verschwunden. Bemühen Sie sich darum, unser Geldsystem zu verstehen!

  3. Ich denke auch, dass Markus recht hat mit seiner Analyse, dass das Thema Enthebelung die Hauptursache für die heftigen Kursbewegungen ist. Geld war in den USA zu leicht zu verdienen. Deshalb trifft die Metapher von PK „Märkte gehen oft den Weg des größten Schmerzes“ den Nagel auf den Kopf. Oder wie André Kostolany bilanzierte: „An der Börse verdientes Geld ist Schmerzensgeld, erst kommen die Schmerzen, dann das Geld!“ Gilt gerade wieder. Dass es bereits wieder zur durchschnittlichen Baisse-Korrektur (60%) kommt, dagegen spricht eigentlich die Höhe des Zinsniveaus und der Inflation. Zur Erinnerinnerung. In den Jahren 2004 bis 2006 erhöhte die Fed den Leitzins von 1,0 auf 5,25% mit insgesamt 17! Anhebungen. Dann kam der große Einbruch an den Märkten. Die Finanzierungskosten waren nicht mehr zu stemmen und die Dickschiffe konnten das Geld erträglich parken. So weit sind wir noch nicht, glaube ich. Die Korrektur dauert an, weil es nicht mehr so einfach sein wird, an den Märkten Geld zu verdienen – es findet ein „Reappraisal“ in den USA statt. Aber für den großen Rückschlag muss die Inflation schon noch etwas steigen, damit die Fed zu heftigen Zinsschritten gezwungen wird. Derzeit sind die Zinssätze immer noch zu niedrig und die Schuldennation USA kann sich „noch“ günstig weiter „durchwursteln“. Ich habe es schon ein paar Mal erwähnt: Nahezu alle Baissen der letzten Jahrzehnte entstanden nach starken Anstiegen von Inflation/Leitzinsen – das wird wieder so kommen, aber noch in den nächsten Monaten, denke ich.

    1. @Wolfgang,
      ich sehe es nicht kommen, daß die FED einen größeren Zinsanstieg zulassen wird.
      Aktuell gibt es schon etwas Stress in den langjährigen Bonds in USA. Gestern hat der ZB Future trotz des herben Abverkaufs NICHT zulegen können wie beim ersten Flashcrash und die Nachfrage bei der Auktion war mies.
      Ich bleib dabei – die FED wird früher oder später wieder zu den Käufern am Anleihemarkt gehören, wenn sie hier nicht einen echten Crash riskieren will. Die einzig interessante Frage ist nur, wo genau die Schmerzgrenze liegt.
      Und das alles führt dazu, weil sie zwar die Zinsen kontrollieren kann nicht aber die Inflation, daß die Realverzinsung deutlich negativ werden wird.
      Heftige Zinsschritte kommen – garantiert – nicht !

      1. @PK. Klar ist sich die Fed der Folgen von starken Zinsanhebungen bewusst und könnte bei einem Kursrückgang an den Märkten mit über 20% (dem definierten Bärenmarkteintritt) mit der Anhebung der Leitzinsen aufhören und vielleicht QE 4 starten. Glauben Sie, dass dann die Inflation unter Kontrolle gehalten werden kann? Dass das Ausland weiter Vertrauen in die USA als wirtschaftliche Führungsnation hat – Folgen für US- $ als Reservewährung und ausländische Käufe von US-Treasuries? Die USA haben gerade noch 17% Anteil am Welt-BIP, vor nicht allzu langer Zeit waren es noch 25%. Zugleich eine Verschuldung von 108% mit steigender Tendenz infolge der Steuerreform und Trumps weiteren Plänen. Das Vertrauen in die USA schwindet eh schon und was hätte ein QE4 für Folgen? Die USA sind von ausländischem Kapital abhängig, auch am Anleihemarkt. Ich denke die USA sitzen mit ihren Verschuldungsexzessen ganz schön in der Falle. Ich weiß nicht, wie sie eine Rezession verhindern wollen, wenn die positiven Auswirkungen der Tax Reform abgeklungen sind. Gruß

        1. @Wolfgang, ich widerspreche ja nicht.
          Die FED hat sich selbst gecornered. Ich sage ja nur, daß sie die Zinsen nicht ausreichend anheben kann. Daher gilt es Anleihen und Cash langfristig zu meiden.
          Für Aktien ist es jetzt noch zu früh, die kommen aber wieder wenn die Auswegslosigkeit erkannt wird in der die Zentralbanken stecken.
          Aber Gold ist auch eine Alternative für diesen Zeitraum.

  4. „Die Boote waren zu einseitig besetzt – nicht mehr und nicht weniger. Alle waren „all in“ in Aktien und das ohne Hedges und mit viel Leverage, jetzt wird Geld teurer, damit die Hebelung kostspieliger. Vorher haben alle Aktien gekauft und Volatilität verkauft, jetzt müssen sie Aktien verkaufen und Volatilität kaufen als Hedge – daher legt der VIX heute wieder 30% zu, weil die Kosten für diese Absicherungen nach oben schießen, weil alle durch die selbe Tür wollen und jetzt Hedges brauchen!“

    @FMW und @Fugmann, wie funktioniert das mit dem “ all in“ wenn es doch immer einen Verkäufer und einen Käufer gibt? Mathematisch nicht lösbar! Auch „Alle haben Aktien gekauft“, wie geht das? Wo sind die Verkäufer? Ich verstehe diesen Absatz null!

    1. @Feldmaen, die Verkäufer waren ja nicht verschwunden, sie haben zu immer höheren Kursen verkauft, die Käufer zu immer höheren Kursen gekauft, und das eben stark kreditgehebelt..

    2. Feldmaen, das mit dem „all in“ verstehe ich genauso wenig. Die Verkäufer?!

      Wenn jemand „in“ gehen will, muss ja jemand „out“ gehen. Und Letzterer ist dann eben nicht mehr „in“, weil er „out“ ging. Demnach sind doch nicht alle „in“.
      Geht auch gar nicht, dass alle drin sind. Auch nicht, dass alle draußen sind.
      Was ginge, dass alle (bzw. viele) drin sein w o l l e n . Und das um jeden Preis. Und deshalb ging es so bergauf.
      Ähnlich bei Kryptos.
      Und zur Zeit wollen eben alle (bzw. viele) raus, auch um jeden Preis.

      Wobei sich am Ergebnis nichts ändert, egal welche Definition man wählt.
      Das eine führt gerne zu Übertreibungen nach oben und das andere nach unten.

    3. @Feldmaen. Bei einem starken Kursrückgang setzt bei der Inanspruchnahme von Wertpapierkrediten auf z.B. Aktien (noch schlimmer bei Hebelprodukten) – sehr beliebt bei Direktanlageinstituten – ein fataler Mechanismus ein. Angenommen ich habe ein Standardwertpapierdepot in Höhe von 100 000 € und beleihe dies bis zur Grenze von 50%. Fällt der Markt um 10%, hat dies noch einen Wert von 135 000 €. Da ich den Beleihungswert unterschreite, bekomme ich von der Bank den Margin Call und ich muss Aktien im Wert von 20 000 € verkaufen. Dann hat mein Depot einen Wert von 115 000€ und ich habe statt 50 Tsd. noch 30 Tsd. Kredit. Der schuldenfreie Wert meines Depots beträgt 85 Tsd. € (abzgl. Kreditzinsen u.w.K.). Jetzt gibt es einen Käufer, der die Aktien zu 10% billiger gekauft hat, aus seinem Cash-Bestand, aber mein Verkauf hat insgesamt mehr Wert vernichtet. Bei einem erneuten Anstieg des Papiers um 10% habe ich meinen Einstand noch deutlich nicht erreicht. Bei weiteren Kurs-Rückgängen verschlimmert sich die Rechnung noch. Das ist der nicht lineare Zusammenhang bei Verlusten und Gewinnen, der bei Hebelprodukten noch heftiger zu Buche schlägt. Gruß

  5. Auf den Punkt gebracht die Analysen von FMW der letzten Tage ,wie schon seit Monaten.Leider wurden alle die das anscheinend richtig gesehen haben in den letzten Monaten als Unwissende bezeichnet.
    Alle diese Fakten die jetzt zum Vorwand für die Baisse genannt werden waren alle schon bekannt.
    Was jetzt neu ist, ist dass jetzt die totgeglaubte Inflation endlich sichtbar scheint, welch Wunder, hat man denn nicht schon x- mal gelesen dass die ausgewiesene Teuerung auch total verzerrt ist, oder sind irgendwo die echten Lebenskosten ( Miete ,Krankenversicherung u.s.w.) nicht gestiegen.
    Die extreme Hebelung ist natürlich ein Riesenproblem,
    super wenn es steigt, was passiert wenn es fällt hatte niemand auf der Rechnung.
    Ich denke,dass diese Vola-Produkte auch noch gehebelt waren.Ich kenne mich da nicht so aus ,aber ich denke dass es diese früher eher nicht gab.Für alle die meinen , die FED würde eine rechte Korrektur nicht zulassen könnten sich täuschen.
    Der DJ kommt von etwa 6500 u.ist bis ca.26600 gestiegen. (ca 400% ) Warum sollte die Welt untergehen bei einer Korrektur von ca. 25% auf etwa 20000 ?
    Die schwierige Aufgabe der FED ist den Druck in der Blase kontrolliert abzulassen, was sehr schwierig ist.

  6. Wie schon der mit allen Wassern gewaschene C. Icahn
    am 7.2. sagte ist die Hebelung wie auch schon von M.Fugmann erwähnt ein Problem das bei immer steigendenKursen vernachlässigt wurde.Der Mensch lernt eben nichts.War doch der Auslöser der letzten Krise 2008
    eine zu grosse Hebelung ( zu viel Kredit) auf Immobilien.
    Während der Preiszerfall bei Immobilien langsam geht,
    weil sie eben immobil sind ,geht das bei Finanzanlagen
    viel schneller.Dazu kommt ,dass die Banken in Krisenzeiten die Kriterien verschärfen u.das beschleunigt die Margin Calls.Jetzt ist vielleicht der Punkt erreichtI wo die Zwangsverkäufe die freiwilligen Verkäufe (Gewinnmitnahmen ) antreiben.Ich denke ,dass die Korrektur eher noch weitergeht ,haben wir doch in den US
    Indexes nicht einmal die 200 Tageslinie unterschritten,während dies beim günstiger bewerteten DAX schon passiert ist.
    Beispiel:
    Warren Buffett, Anlagen ça 400 Mia. EK.ca 90Mia.
    FK.ca.310 Mia. Hebel ca. 3,5 ( Stand vor 2-3 Monaten )
    Hätte er keine Absicherungen gemacht, hätte er jetzt bei ca.10% Korrektur ca. 40 Mia. D.H FAST DIE HÄLFTE DES VERMÖGENS VERLOREN!!!
    Hat er Absicherungen, was ich denke, oder er stellt glatt,
    oder er macht Leerverkäufe oder er kauft Puts,
    in jedem dieser Fälle verstärkt er die Baisse.Zukaufen wird dieser schlaue Fuchs erst wieder wenn irgendeine grosse Bank oder Firma für ein Butterbrot zu haben ist.
    ALSO MEIN MOTTO ,VORWÄRTS MIT DER ENTHEBELUNG ,WIR MÜSSEN ZURÜCK.

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