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BMW mit 1,4 Milliarden Rückstellung für Kartellverfahren: Wirkt sich das auf den DAX aus?

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Beitrag von Sebastian Thiele

Nachdem BMW aufgrund eines Kartellverfahrens der EU unter Umständen Strafzahlungen wird leisten müssen, hat der Autobauer jetzt in einem präventiven Schritt 1,4 Milliarden Euro für das Verfahren zurückgestellt. Dadurch rutschte BMW im ersten Quartal jedoch deutlich in die Verlustzone – obwohl man sich insgesamt gut aufgestellt sieht. Doch ein Blick auf das größere Gesamtbild lohnt sich: Denn zusätzlich zu BMW sind auch Daimler und Volkswagen von dem Verfahren betroffen; beide Unternehmen sind ebenfalls im DAX 30 gelistet. Wird dies Auswirkungen auf den DAX haben oder wird dieser seinen langjährigen Aufschwung weiter fortsetzen?


Quelle: Pixabay

BMW vermeldet 310 Millionen Euro Verlust

Zuerst die Fakten: Im ersten Quartal 2019 musste BMW im Kerngeschäft einen Verlust von 310 Millionen Euro vermelden. Für das aktuelle Geschäftsjahr rechnet BMW damit, dass die Marge von Zinsen und Steuern auf 4,5 bis 6,5 Prozent fällt. Im Jahr zuvor hatte sie noch bei 7,2 Prozent gelegen. Einer der Hauptgründe für die eingefahrenen Verluste war die Rückstellung von 1,4 Milliarden Euro aufgrund des EU-Kartellverfahrens, welches dem Autobauer aufgrund angeblich verbotener Absprachen innerhalb der Branche droht.

Investoren gegenüber betonte man jedoch, dass sich das Unternehmen gegen die Vorwürfe zur Wehr setzen wolle, da man diese als ungerechtfertigt empfinde – BMW spricht in diesem Zusammenhang von „zulässiger Abstimmung von Industriepositionen“ und weist unethisches Verhalten von sich. Auf die Verkäufe hatte das Kartellverfahren bislang keine Auswirkungen, der Absatz konnte im ersten Quartal gesteigert werden. In der zweiten Jahreshälfte soll eine hohe Anzahl neuer Modelle die Absätze und den operativen Gewinn weiter ankurbeln. Der Kurs der BMW-Aktie sackte dennoch im Verlauf der letzten Wochen weiter ab und erreichte am 30. Mai mit 61,83 Euro einen neuen Tiefpunkt – noch Anfang des Monats hatte der Kurs bei über 75 Euro gelegen.

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Quelle: eToro

Auswirkungen auf den DAX

Es lohnt jedoch der Blick auf die gesamtwirtschaftliche Situation: Da auch Daimler und VW in die Vorwürfe verwickelt sind, befürchten manche Beobachter, dass sich das Kartellverfahren auch negativ auf den DAX auswirken könnte. Die guten Nachrichten: Diese Befürchtungen werden sich voraussichtlich als unnötig erweisen. Am 31. Mai notierte der DAX bei 11.837 Punkten – deutlich über dem Wert zum Jahresbeginn. Langfristige Auswirkungen auf die Profitabilität der drei Autohersteller sind durch das Verfahren nämlich nicht zu erwarten. Keines der Unternehmen befürchtet einen dauerhaften Imageverlust. Dabei agiert BMW bislang mit am vorsichtigsten: Daimler und Volkswagen haben laut eigener Angaben bislang keine Rückstellungen gebildet, sondern konzentrieren sich auf ihre gestellten Kronzeugenanträge. Das Kalkül dahinter ist, auf diese Weise einen Erlass auf mögliche Strafen nach Ende des Verfahrens zu erhalten. Der DAX sollte daher höchstens kurzfristig beeinträchtigt werden, auf längere Zeit gesehen wird er seinen Aufstieg wohl fortsetzen. Nicht nur BMW, auch Daimler und Volkswagen werden außerhalb der möglichen Bußgelder kaum oder gar nicht mit Einbrüchen der Gewinne rechnen müssen.

Langfristig auf der Überholspur?

Dennoch sind die kurzfristigen Auswirkungen auf BMW für Anleger ernstzunehmen: Das Kartellverfahren war der Hauptgrund für den zuletzt eingefahrenen Verlust. Wie das Verfahren für den Autobauer enden wird, ist aktuell noch nicht abzusehen. DAX-Investoren müssen also keine Sorgen vor Kursverlusten haben, doch die Aktie von BMW wird mit Sicherheit an der Börse noch genauer als sonst beobachtet werden. Dennoch sind die deutschen Autobauer – trotz kurzfristiger Problematiken – langfristig gut aufgestellt. Denn über mehrere Jahre hinweg zählen Innovation, technologischer Vorsprung und letztlich das Produkt. Und hier können sowohl BMW als auch Daimler und Volkswagen international überzeugen.

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Kommt eine 10% Korrektur bei Aktien? China pumpt Geld, Gold steigt, und zwei Aktienideen

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China pumpt Milliarden ins Finanzsystem und senkt seinen Leitzins. Das soll helfen gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus. Manuel Koch bespricht das Börsengeschehen dieser Woche im folgenden Video. Goldman Sachs sieht die Möglichkeit, dass die Aktienmärkte um 10% einbrechen könnten. Gold hat laut Empfehlungen der trading-house Börsenakademie, die im Video besprochen werden, die Möglichkeit auf 1.700 Dollar zu steigen. Die Aktie von Airbus sei eine Short-Idee. Für beide Empfehlungen gibt es im Video konkrete Einstiegsmarken.

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Sophie Schimansky zum Handelsstart in New York – „Optimismus trotz Virus-Update“

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Sophie Schimansky berichtet im folgenden Video zum heutigen Handelsstart in New York. Der Coronavirus ist auch heute wieder im Gespräch. Auch zu diversen Einzelwerten gibt es Infos, die besprochen werden.

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Ich verschaffe Ihnen unabdingbares Hintergrundwissen – Werbung

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Lieber Börsianer,

es muss etwa Mitte der 90-er Jahre gewesen sein, als ich noch relativ am Anfang meiner Börsenlaufbahn einige Stück des ungarischen Unternehmens Matav erworben hatte. Matav (Magyar Telekom) war im Zuge der Wende im Ostblock privatisiert und wenig später an die Börse Budapest gebracht worden. Auch die Deutsche Telekom hatte sich bedeutsam an dem ungarischen Telefonunternehmen beteiligt.

Die Stimmung für Telekom-Aktien war seinerzeit recht gut, und ich freute mich über steigende Matav-Kurse. Irgendwann stockte der Hauptaktionär Deutsche Telekom nochmals auf, und damit begannen meine Probleme. Denn die Anzahl der Aktien im freien Handel (Free float) wurde durch diese Transaktion erheblich reduziert. In der Folge trocknete der Handel mit der Matav-Aktie in Deutschland weitgehend aus.

Mit anderen Worten: In meinem Depot stand zwar ein schöner Wertzuwachs, den ich allerdings aufgrund des ausgetrockneten Aktienhandels nicht realisieren konnte. Ich war richtig aufgeschmissen und wurde zunehmend nervös.
Theoretisch hätte ich die Aktie in Budapest verkaufen können, denn an der Heimatbörse wurde der Titel immer noch ausreichend gehandelt. Allerdings hatte ich die Aktie ja in Deutschland gekauft, wo sie auch für mich gelagert wurde. Damit war ein Verkauf an der Auslandsbörse erst einmal nicht möglich.

Zu diesem Vorgang einige Hintergrund-Informationen: In der Regel hat jede nationale Börse eine eigene Verwahrstelle. Hierzulande werden unsere Aktien bei Clearstream Banking (Tochter der Deutschen Börse) gelagert. Dort befinden sich alle Aktien, die an einem deutschen Börsenplatz erworben worden sind, auch wenn es sich um…..

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