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BNP Paribas: EZB und Bank of Japan betreiben „Bilanzkrieg“

FMW-Redaktion

Die französische Großbank BNP Paribas wirft in einer neu vorgelegten Studie der EZB und der Bank of Japan vor, sie würden derzeit einen „Bilanzkrieg“ führen! Aber auch die amerikanische Fed bekommt ihr Fett weg: sie habe viel zu früh die ultralaxe Geldpolitik beendet – die Folge seien die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Denn mit Einstellung ihres QE habe sie die Liquiditätsversorgung der gesamten Weltwirtschaft verschlechtert.

Die Fed habe, so BNP Paribas, eine zentrale Stellung im Geldkreislauf der Welt: als sie 2013 den Kauf von Wertpapieren verringerte (Tapering) und später ganz einstellte, hätten sich die monetären Bedingungen in den USA gestrafft – und damit automatisch in weiten Teilen der Welt. Denn während die Fed ihr QE betrieb, konnten sich ausländische Zentralbanken gewissermaßen an die amerikanische Notenbank ankoppeln – man kaufte ebenfalls etwa US-Staatsanleihen und emittierten dabei Gelder in der jeweiligen Landeswährung. Damit sorgten sie für eine Art monetären Stimulus, die Kreditvergabe stieg etc.

Seitdem aber die Fed die Zügel gestrafft hat, fährt der Zug in die andere Richtung: der Dollar wertete auf, damit stieg die Belastung durch Dollar-Kredite, Gelder wurden abgezogen. Daher mußten viele Zentralbanken, um die Kapitalflucht einzudämmen, die Zinsen anheben, der starke Dollar brachte zudem die Rohstoffpreise unter Druck. Mithin: die Fed ist im Grunde schuld, dass die Dinge so sind wie sie derzeit eben sind!

Verschlimmert werde die Lage noch weiter durch den „Bilanzkrieg“, den die EZB und die Bank of Japan betrieben. So etwa die EZB: der faire Wert des Euro zum US-Dollar liege etwa bei 1,32. Aber die EZB versuche eine ohnehin unterbewertete Währung noch weiter abzuwerten, und das sei nichts anders als „Währungskrieg“. Ähnlich die Bank of Japan – all das verursache Streß und Ungleichgwichte im Finanzsystem. Damit die Lage sich bessern könne, müßten sich die großen Notenbanken koordinieren – aber das sei derzeit eher unwahrscheinlich. Daher müsse die Fed ihre Führungsrolle wahrnehmen – und statt die Zinsen weiter anzuheben, das Gegenteil tun: nämlich QE4 betreiben.

Die BNP Paribas sieht ein, dass auch das derzeit wenig realistisch ist – die Widerstände vor allem der Republikaner seien dafür zu groß. Und ja: die Löhne stiegen derzeit recht rasant in den USA, die Inflation ebenso. Und das ist nicht gerade eine Steilvorlage für eine grundsätzliche Richtungsänderung der Fed. Damit diese Richtunsänderung komme, müsse die Lage wohl noch viel schlechter werden als derzeit – mehr Streß im System, noch schlechtere Wirtschaftsdaten. Derzeit, so die Bank als Fazit, sei die aktuelle Lage jedenfalls „Mist“!



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1 Kommentar

  1. Und die Moral von der GeschichtAll ihr Arbeiter in der deutschen Erfolgsindustrie könnt Euch eure Selbstsicherheit wg.beinahe Vollbeschäftigung,in den A… schieben.Bnpcdu&andere werden Euch schon lehren nwas Sache ist!5

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