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Boeing gibt zusätzliches Softwareproblem zu – Börse bleibt entspannt

Gestern hatte Ethiopian Airlines einen vorläufigen Untersuchungsbericht zum Absturz ihrer Boeing 737 Max 8 veröffentlicht. Daraus ging hervor, dass die Piloten keine Schuld am Absturz trugen, und sich sogar exakt an die Notfallvorgaben von Boeing und FAA gehalten hatten.

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Heute Nacht hat Boeing-Chef Dennis Muilenburg klarer als bisher Probleme mit der Steuerungssoftware „MCAS“ zugegeben. Und auch ein weiteres Softwareproblem sei aufgetaucht. Aber, so darf man es aus Sicht von Boeing sinngemäß zusammenfassen: Alles halb so wild, auch das neue Problem werde zusammen mit dem Update für das MCAS erledigt. Zuvor hatte die „Washington Post“ bereits berichtet, dass die Luftfahrtbehörde FAA dieses zusätzliche Softwareproblem beanstandet hatte. Solange es nicht gelöst sei, werde die FAA das Startverbot für die 737-Max-Serie nicht aufheben.

Die Aktie von Boeing endete gestern im US-Handel mit einem Tagesplus von 2,89%. Fast schon unglaublich bei dieser Gemengelage. Die aktuelle Meldung über ein weiteres Problem kam aber erst heute Nacht. Trotzdem notiert die Boeing-Aktie beispielsweise auch im aktuell laufenden Handel in Deutschland nur mit -0,9%. Die Ruhe der Börsianer ist verdammt rätselhaft. Ist das Vertrauen in die Lockerheit des Boeing-Chefs so groß? Mal kurz ein Software-Update, und dann geht alles weiter seinen Gang?

Boeing hatte heute Nacht unter anderem Folgendes gesagt Zitat:

The preliminary report contains flight data recorder information indicating the airplane had an erroneous angle of attack sensor input that activated the Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) function during the flight, as it had during the Lion Air 610 flight. To ensure unintended MCAS activation will not occur again, Boeing has developed and is planning to release a software update to MCAS and an associated comprehensive pilot training and supplementary education program for the 737 MAX. As previously announced, the update adds additional layers of protection and will prevent erroneous data from causing MCAS activation. Flight crews will always have the ability to override MCAS and manually control the airplane.

Und der Chef von Boeing richtet sich per Text- und Video-Botschaft auch ganz aktuell an die Öffentlichkeit (hier einzusehen). Auszugsweise hier dies wichtige Aussage im Wortlaut:

The history of our industry shows most accidents are caused by a chain of events. This again is the case here, and we know we can break one of those chain links in these two accidents. As pilots have told us, erroneous activation of the MCAS function can add to what is already a high workload environment. It’s our responsibility to eliminate this risk. We own it and we know how to do it. From the days immediately following the Lion Air accident, we’ve had teams of our top engineers and technical experts working tirelessly in collaboration with the Federal Aviation Administration and our customers to finalize and implement a software update that will ensure accidents like that of Lion Air Flight 610 and Ethiopian Airlines Flight 302 never happen again.

Boeing
Foto: By Aka The Beav from Seattle, Washington – Flickr, CC BY 2.0



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2 Kommentare

  1. Boeing hat ein Glaubwürdigkeitsproblem, das sich nicht so einfach mit einem Software-Update überspielen lässt. Wirtschaftlich ist die Krise für den Flugzeugbauer auch viel größer, als er es natürlich zugeben darf. Man steht in Seattle extrem unter Druck. Auf der einen Seite müssen die am Boden stehenden Maschinen überall auf der Welt so schnell wie möglich wieder in die Luft und vor allem will man die betroffene Baureihe natürlich auch weiter verkaufen und sich die vorhandenen Bestellungen erhalten, aber ohne langwierige Prüfungen und Tests geht man mit einer voreiligen Entwarnung ein unkalkulierbares Risiko ein, denn noch ein Flugzeugabsturz und Boeing ist am Ende!

  2. Boing hat zumindest grob fahrlässig gehandelt, eventuell sogar vorsätzliche.
    Wenige Stunden nach dem Unglück in Äthiopien wusste man, das es sich um ein Software Problem handelt, nur weil Lion ein Billigflieger ist, geht man davon aus dass es sich um einen Pilotenfehler handelt.
    Das ausschalten der automatischen Aktivierung kann doch nicht Monate dauern.

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