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„Boeing hat fliegende Krücken konstruiert“ – wenn Geldgier über Sicherheit geht..

Warum die Abstürze der beiden Boeing737Max kein Zufall sind – sondern die logische Konsequenz aus jahrelangem Pfusch, weil Geld wichtiger als Sicherheit war!

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Die Hinweise verdichten sich immer mehr, dass bei Boeing nicht erst seit dem 737Max-Modell, sondern seit Jahren etwas schief läuft! So hat kürzlich die „Seattle Times“ gezeigt, dass die Probleme bei Boeing intern bekannt bekannt waren, man aber vorzog, die Sache zu verschweigen (siehe hierzu den Artikel „Boeing möglicherweise vor MEGA-Katastrophe – Insiderbericht aus Seattle“).

Wo aber liegt das Problem? Dazu hat der ehemalige Lufthansakapitän Peter Haisenko, der über 30 Jahre Erfahrung im weltweiten Einsatz als Copilot und Kapitän auf den Mustern B727, DC 8, B747, B737, DC 10 und A 340 verfügt (dank an @Quintus für diesen Hinweis) einen luziden Artikel geschrieben. Haisenko zeigt detalliert auf, was seit Jahrzenten schiefläuft bei Boeing:

„Am Beispiel der Boeing 737 und besonders der neuesten Entwicklungsstufe MAX 8/9 wird sichtbar, wie fatal es sich auswirkt, wenn nicht mehr Ingenieure die Entscheidungen treffen, sondern Kaufleute. Kein Ingenieur bei Verstand hätte die 737 MAX so gebaut, wenn er nicht von profitgierigen Managern dazu gezwungen worden wäre. Die beinahe 400 Toten bei zwei Abstürzen gehen auf das Konto von Boeings Konzernvorstand, ebenso wie die jetzt drohende Pleite des ganzen Konzerns.“

Harter Tobak? Haisenko liefert die Begründung:

„Die B 737 von Boeing war von Anfang an eine Krücke (..). Bug- und Hauptfahrwerk waren von Anfang an nicht für den jetzt größeren Rumpf konzipiert. So berichteten mir unsere Flugingenieure, dass ihnen während ihres Studiums der Luftfahrttechnik ebenfalls bereits in den 1960-er Jahren das Bugfahrwerk der 737 als Negativbeispiel dafür präsentiert wurde, wie man es nicht machen sollte. Dennoch wurde die B 737-100 ein Erfolgsmodell, was aber vor allem an mangelnden Konkurrenzmodellen lag. In den 1970-er Jahren wurde die B 737 zum ersten Mal modernisiert mit dem Modell B 737-200. Die leistungsstärkeren Motoren JT-8 waren im Umfang noch klein und passten unter den niedrigen Flügel. Die zeitgemäßen Anforderungen an Schlechtwettertauglichkeit beantwortete Boeing mit einem Autopilotkonstrukt, das von Anfang an eine Krücke war, dennoch bis heute in allen B 737-Modellen verbaut wird.“

Und Haisenko weiter:

„Mitte der 1980-er Jahre stellte Boeing das Modell 737-300 vor. Es hatte ein “Glascockpit” wie der Airbus A 310 (also mit Bildschirmen anstatt eines “Uhrenladens”) und zeitgemäße Triebwerke mit einem großen Frontrotor. Bereits hier hätte Boeing eine Neukonstruktion vornehmen müssen, denn die Motoren passten nicht mehr unter den niedrigen Flügel. Um die Kosten für eine Neukonstruktion zu sparen und vor allem die aufwendigen Zulassungen dafür, kam die nächste Krücke. Der Motor wurde etwas höher und weiter vor gesetzt und der Einlass des Triebwerks wurde unten abgeflacht, damit er nicht zu dicht über dem Boden ist und so jeden Stein vom Boden aufsaugt, was den Motor zerstört hätte. In den weiteren Jahren hat Boeing die 737 immer weiter “aufgebohrt” mit den Modellen bis -800. An der grundsätzlichen Konstruktion aus den 1960-er Jahren mit ihren Defiziten hat Boeing nichts geändert. Es ist einfach kostengünstig für die Herstellung, bereits zertifizierte Baueinheiten weiter zu verbauen.“

Klar wird hier, dass Wirtschaftlichkeit seit Jahrzehnten für Boeing wichtiger war als aerodynamisch sinnvolle Flugzeuge zu bauen! Dazu Haisenko weiter:

„Mit den hohen Ölpreisen ist die Nachfrage nach spritsparenden Modellen gestiegen. Airbus hat mit dem A 320-neo und dessen besonders effizienten Motoren wieder Maßstäbe gesetzt. Boeing war im Zugzwang. Die Super-Motoren der A 320 passten aber einfach nicht mehr unter den Flügel der alten B 737. Doch anstatt jetzt endlich ein komplett neues Modell zu konstruieren, haben die Kaufleute bei Boeing entschieden, jenseits aller aerodynamischer Regeln die ultimative Krücke zu basteln. Die für die 737 zu großen Motoren wurden noch weiter nach vorne und oben verlegt. Bei den ersten Testflügen stellte sich heraus, dass sich die Physik nicht so einfach überlisten lässt. Der Luftstrom des Motors führte jetzt direkt unter dem Flügel vorbei, was mehrere negative Effekte haben muss. Einmal wird dadurch der Auftrieb negativ beeinflusst, doch die größten Probleme zeigten sich im extremen Langsamflug, also kurz vor dem Strömungsabriss, der zum Absturz führen kann.

In dieser Situation legt sich bei der 737 MAX der Luftstrom des Motors unter den gesamten unteren äußeren Flügel, was das Flugzeug in einen unkontrollierbaren Zustand bringt. Anstatt jetzt endlich eine Neukonstruktion vorzunehmen, haben sich die Manager bei Boeing für die schlimmste Krücke entschieden: Sie haben ein System verbauen lassen, das in diesem Grenzbereich die vollständige Kontrolle über das Flugzeug übernimmt. Wenn ein Sensor, und nur ein Sensor, diesen Grenzbereich erkennt, veranlasst der angehängte Computer das Flugzeug dazu, die Trimmung des Höhenleitwerks ganz auf “Nase nach unten” zu fahren. Das wäre grundsätzlich nicht falsch, schießt aber übers Ziel hinaus. Als fatal hat sich jetzt zweimal erwiesen, dass dieses tödliche System kein Kontrollsystem hat, was als solches in der Luftfahrt nicht vorkommen dürfte. Das bedeutet, wenn dieser einzige Sensor eine Fehlermeldung gibt, haben die Piloten kaum noch eine Chance, ihr Flugzeug davor zu bewahren, ungespitzt in den Boden zu fliegen. Das Loch im Boden Äthiopiens spricht hierzu eine klare Sprache.“

Es handelt sich also eben nicht, wie Boeing selbst behauptet, um ein Problem, das mit einem Software-Update gelöst werden könnte! Aber es kommt noch dicker, denn faktisch ist die gesamte Elekronik im Cockpit eine Fehlkonstruktion:

„Nun sollte man dazu wissen, dass die Trimmung des Höhenleitwerks bei allen kleineren Boeing-Modellen schon immer eine störanfällige Krücke ist. Es ist eine Motor-Spindel-Einheit, die dazu neigt, bei einem Relaisfehler “davonzulaufen” oder auszuspringen und sich zu verklemmen. Aus diesem Grund gab es auf B 727 einen prominent platzierten Notschalter, mit dem man den Trimmmotor stromlos machen, also abschalten konnte. Das wurde im Simulator geübt. Die neueren 737-Modelle haben diese Notabschaltungsvorrichtung nicht mehr. Die Piloten können also selbst dann, wenn sie den Fehler erkannt haben, den Trimmmotor nicht mit einem Handgriff abschalten und das Flugzeug retten. Sie müssten die gesamte Stromschiene abschalten, an der der Trimmmotor hängt. Damit würden sie aber weitere elementare Systeme außer Betrieb nehmen und es ist ein Vorgang, der nicht im Bruchteil einer Sekunde durchführbar ist. Gibt also der einzige Sensor für den Anstellwinkel ein falsches Signal an den wiederum einzigen Computer, dann ist dieses Flugzeug nicht mehr zu retten, zumindest, wenn es in niedriger Höhe fliegt.“

Und jetzt kommt Entscheidendes – der Boeing-Vorstand mußte von den Problemen wissen, tat aber nichts:

„Die B 737 MAX ist eine Fehlkonstruktion von Anfang an. Jeder, der etwas von Aerodynamik versteht, erkennt das sofort, wenn er nur das Flugzeug betrachtet. Sie bildet die Spitze einer Reihe von Krückenkonstruktionen, die sich durch die gesamte Historie der B 737-Entwicklung ziehen. Dafür sind nicht Ingenieure verantwortlich, sondern die Manager, die die Ingenieure zwingen, wider besseres Wissen Krücken zu bauen. Dass dies tatsächlich wider besseres Wissen geschieht, wird dadurch belegt, dass es eine E-mail vom Sommer 2018 gibt, also vor dem ersten Absturz, in der Boeing-Mitarbeiter bereits dokumentieren, welche Auswirkungen dieser Konstruktionsfehler haben kann. Der Vorstand von Boeing hat nicht reagiert und so billigend in Kauf genommen, dass genau das passiert, was jetzt innerhalb weniger Monate zweimal passiert ist – mit fast 400 Toten.“

Für Boeing ist die Lage mehr als nur eine vorübergehende Krise, sie ist eine Bedrohung der Existenz:

„Die Katastrophen mit der B 737 MAX bringen die gesamte Luftfahrtbranche in arge Bedrängnis. Auch im Chartersommer 2019 in Europa wird es Engpässe geben. Für Boeing selbst aber kann es das Ende bedeuten. Immerhin sind bereits einige hundert Exemplare der 737 MAX ausgeliefert und die müssen aller Wahrscheinlichkeit nach verschrottet werden, denn eine einfache Nachrüstung mit Software kann das Grundproblem der Fehlkonstruktion nicht lösen. Einfach die Produktion der alten Modelle der 737 wieder aufzunehmen, ist auch keine Lösung. So einfach geht das nämlich nicht und wer wollte noch ein Flugzeug haben, das neben der A 320 neo nicht bestehen kann?“

Aber der Markt hat immer Recht, oder? Seit Anfang 2017 bis zum Hoch vor wenigen Wochen hat sich die Boeing-Aktie praktisch verdreifacht:

 

By User:Acefitt – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69781313

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Moritz

    20. März 2019 11:23 at 11:23

    DAS ist noch um Welten schlimmer als der Abgassakandal…

  2. Avatar

    Leerverkäufer

    20. März 2019 11:54 at 11:54

    An Leerverkaufskritiker: Wenn einer der Vielen Informierten mit Leerverkäufen die Firma früher attackiert hätte, hätten vielleicht einige Hundert Toten verhindert werden könnten.
    Noch einmal, am falschen Ort sparen u.Aktien hochtreiben ist viel schlimmer.

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    Faktist

    20. März 2019 14:01 at 14:01

    Kann sein dass ich mich wiederhole (so zum 100000 mal), aber wen wundert es den? USA ist die Lügnersupermacht im ganzen Universum! So wie die Amis lügen, lügt keiner, besser gesagt dafür muss ein anderes Wort erfunden werden! Weil das Wort Lügner ist viel zu harmlos als Beschreibung der Amis! Klar sind nicht 100% der Amis Lügner… lediglich 99% sind es. Wer sich schon mal des öfteren mit den Menschen unterhalten hat, muss feststellen, dass die komplett oberflächlich sind und mehr als sinnlosses Smalltalk nicht beherschen. Alles was darüber hinaus geht, sind Gespräche voll mit Lügen! Seit 2016 sitzt nun auch noch der grösste Lügner im WH! Bei ihm wird aber die Lügnerei so offen, dass auch der letzte dumme im Ausland versteht dass er lügt bei jedem Wort was aus seiner Birne entweicht.

    Naja… lange rede kurzer Sinn. Boeing, CocaCola, Monsanto, 3M, J&J, Exxon, Pfizer sind die Prominentesten Mörder der USA und im Hintergrund ist noch eine ganze Armada von Lügnern und Betrügern im Schafspelz!

    • Avatar

      Hesterberg

      20. März 2019 16:14 at 16:14

      @Faktist
      Das Schlimme ist, dass es im Grunde tatsächlich stimmt, was Sie schreiben. 9-11 und andere unzählige Nachweise entlarven aber nicht nur die Verlogenheit, sondern auch eine Skrupellosigkeit, die sich ein normaler Mensch gar nicht vorstellen kann. Allerdings gibt es in den USA nun doch etwas mehr als 1% ehrliche und rechtschaffene Menschen.

  4. Avatar

    GN

    20. März 2019 14:23 at 14:23

    …aha, ich sehe, die FMW-Redaktion ist auch auf anderen guten Seiten unterwegs, wie „Anderwelt-Online“ von Peter Haisenko oder UNCUT-NEWS.CH….

    Hier der Artikel in Gänze:

    https://www.anderweltonline.com/wissenschaft-und-technik/luftfahrt-2019/b-737-max-endlich-muss-der-schrott-aus-seattle-am-boden-bleiben/

    Liebe Grüße

    GN

    • Avatar

      leftutti

      20. März 2019 15:28 at 15:28

      @GN, die Seite Anderewelt Online ist nicht wirklich gut, sondern vielmehr eine extrem dubiose, teilweise rechtsradikale und Verschwörungstheorien sowie Reichsbürgertum nicht abgeneigte Seite.
      https://www.anderweltonline.com/politik/politik-2015/kann-die-kanzlerakte-ignoriert-werden-ja-sie-kann-und-sie-muss/
      https://wiki.sonnenstaatland.com/wiki/Kanzlerakte#cite_note-17

      Peter Haisenko hat bereits für RT Deutsch, dem für Holocaustleugnungen berüchtigten Blog „Honigmann“ und für die Homepage der Thule-Gesellschaft Artikel verfasst und dem verschwörungsideologischen und für antisemitische Agitation bekannten Youtubekanal KenFM ein Interview gegeben. Er selbst hat mit England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert – Die perfiden Strategien des British Empire ein dezidiert geschichtsrevisionistisches Buch verfasst, das Großbritannien für die beiden Weltkriege und die Shoa maßgeblich verantwortlich macht.

      Als ehemaligem Piloten ist ihm mit diesem Artikel über die Boeing 737 Max mal ein guter, weil auch unpolitischer Artikel gelungen. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
      Ansonsten glaube ich eher weniger, dass die FMW auf dieser Seite unterwegs ist.

      • Avatar

        sabine

        20. März 2019 15:52 at 15:52

        „Vielen Dank für Ihren rettenden/richtigstellenden Kommentar der Richtigstellung. Jetzt geht nichts mehr schief, wenn jemand wirklich diese Seite aufrufen sollte.“ Ironie aus.
        . By the way:
        Es ist immer so: Die Wahrheit ist überall und immer richtig, egal wer sie findet.
        – So hatte der Nationalsozialist Hitler mit der Aufdeckung der russischen Katyn-Verbrechen recht, obwohl er nicht besser als Stalin war.
        – Man sollte keine Angst haben, die Wahrheit überall zu finden und auch nicht sofort ängstlich und schnell Mauern aufbauen, so wie Ihre Wortmeldung: „Der da hinten, der Samariter, die Achse der Bösen, die haben aber sonst immer unrecht, gell? Nicht vergessen. Danke.“

        • Avatar

          sabine

          20. März 2019 15:53 at 15:53

          Ich möchte damit nur sagen, warum jeder (auch fmw) Artikel bringen dürfen, die auf irgendwelchen kleinen Webseiten sind, die politisch nicht korrekt sind.

        • Avatar

          leftutti

          20. März 2019 18:47 at 18:47

          @sabine, kann man so sehen, wenn man verblendeter Rechtsradikaler, Reichsbürger oder Verwörungstheoretiker mit XXL-Scheuklappen ist ;)

          Dann ist die Wahrheit eben, dass es keinen Holocaust gab, und wenn, dann tragen die Engländer die Schuld daran. Die haben ja schließlich auch die beiden Weltkriege angezettelt…
          Haben nicht Sie mir kürzlich vorgeworfen, ich würde aus Schwarz Weiß machen?

          Der Samariter ist übrigens ein Guter und ein Barmherziger und gehört nicht zur Achse des Bösen, wie beispielsweise der Pharisäer. Aber was weiß ich denn schon, schließlich haben Sie die Quelle der absoluten Wahrheit gefunden und auch gleich mit der Schöpfkelle oder dem Trichter konsumiert, gell?

          Ansonsten habe ich ja geschrieben, dass dieser Artikel von Peter Haisenko mal ausnahmsweise ein guter (abgesehen vom sprachlichen und orthografischen Aspekt) ist, weil sachlich und mit dem Wissen und der Erfahrung eines Ex-Piloten verfasst. Und deshalb zum Glück nicht durch seine obskuren sozio-politischen Ansichten vergiftet und versifft. Solange dies der Fall ist, hat wohl niemand Probleme damit, warum jeder (auch fmw) Artikel bringen dürfen, deren grundsätzliche Quellen im Internet politisch tatsächlich falsch und völlig daneben sind.

          Und war übrigens nicht ich es, der am 18. März 2019 um 23:00 als Kommentator zum Artikel
          https://finanzmarktwelt.de/boeing-vor-mega-katastrophe-120522/
          sachlich und offenbar die Wahrheit 2 Tage früher erkennend oder erahnend an Boeing, technisches Versagen, Schlamperei, Schluderei aus wirtschaftlichen Interessen erinnert hat? Und waren es nicht gleichzeitig Sie, die sich in wirren, uralten und zusammenhanglosen Zitaten ergangen hat, um die sensationelle und für jedermann verständliche These Alles läuft nach Plan… zu untermauern?

          In diesem Artikel sind Sie übrigens noch immer 7 Antworten auf einfache Fragen schuldig…

  5. Avatar

    Patrick Vandercar

    20. März 2019 16:15 at 16:15

    Jetzt werden wir erleben wie die USA mit allen Mitteln versuchen wird den Konzern Boeing zu retten.
    Nicht wie in Deutschland wo gerade Die Autokonzerne zerstört werden und sich Deutschland nicht schützend davor stellt. Ich hoffe die EU vergibt mal Milliardenstrafen an Boeing wie es die USA mit europäischen Konzernen die ganze Zeit macht.

  6. Avatar

    Quintus

    20. März 2019 16:24 at 16:24

    Nun, es berichten auch noch andere seriösere Seiten über diesen Flugzeugtyp:
    Einen Tag vor Katastrophe – Pilot rettet Boeing 737 Max 8 vor Absturz

    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/boeing-737-max-8-pilot-rettet-ungluecksmaschine-einen-tag-vor-absturz-a-1258738.html

    Langsam erinnert mich das ganze an einen Horrorfilm…gruselig…gruselig

  7. Avatar

    mamit

    20. März 2019 21:15 at 21:15

    Nur mal so ein Gedanke. Ein Dollar von Boing ist 6 Punkte im Dow. Die Aktie hat sich in den letzten Jahren verdreifacht. Würde jetzt Boing einen auf die Glocke bekommen und noch 200 Dollar im Kurs fallen…. würde das alleine ca. 1200 Punkte im Dow bedeuten. Im Minus.
    Und nur durch Boing. Nur ein Gedanke….

    • Avatar

      Michael

      20. März 2019 22:50 at 22:50

      Nicht ganz so linear, aber Boeing als Schwergewicht im DOW müsste dem DOW-Index ganz schön auf die Glocke prügeln. Aber regulierende und ausgleichende Maßnahmen dürften dieser logisch-konsequenten Folgerung dämpfend entgegen wirken.

  8. Avatar

    Kurt

    21. März 2019 07:09 at 07:09

    Die MAX hatte ein vollkommen anderes Fahrwerk. Das meistverkaufte Flugzeug grundsätzlich nun zur absoluten Krücke zu erklären ist Mumpitz.

    • Avatar

      sabine

      22. März 2019 10:03 at 10:03

      Hallo Kurt, es ist für uns Laien hilfreich, mehrere Meinungen zu hören. Gleicht das „andere Fahrwerk“ die Fehlstellung bzw. falsche Größe der Turbinen ausreichend aus? Oder ist es wie die Software nur ein Notnagel? (Ehrliche sachliche Frage!)

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    Hesterberg

    22. März 2019 11:49 at 11:49

    Ich weiß nicht, was an den Gerüchten um Boeing dran ist, aber das muss ich ja auch nicht wissen. Es reicht, wenn ich als Anleger weiß, dass es für den US-amerikanischen Flugzeugbauer in einem Desaster enden wird, wenn er die Gerüchte nicht zweifelsfrei entkräften kann. Solange das nicht der Fall ist, werden wohl die meisten Airlines keine der betreffenden Maschinen mehr in den Himmel steigen lassen geschweige denn kaufen und es wird zu Auftragsstornierungen kommen. Ich bin bei Boeing klar short!

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Coronakrise: Warum stehen die Aktienmärkte noch so hoch?

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Die Coronakrise errreicht einen Hochpunkt nach dem anderen – und viele reiben sich derzeit verwundert die Augen: Warum stehen die Aktienmärkte so hoch, angesichts der schlechtesten Konjunkturaussichten in den vergangenen 100 Jahren? Gerade mal 20 bis 25 Prozent im Minus und nur leicht im Bärenmarkt. Spinnen die Börsianer – oder sehen Sie etwas anderes, was man aus den gegenwärtigen Daten nicht entnehmen kann? Hierzu ein paar Argumente aus der bullishen Sicht der Märkte.

Coronakrise: Was bringt uns das zweite Halbjahr?

Aus der Sicht der Börsen geht es fast nie um die Gegenwart oder die nahe Zukunft. Aktienmärkte fragen, wie sieht es in einigen Monaten aus? Also haben wir im Spätsommer 2020 noch Millionen von Coronainfizierten in den USA und ein Vielfaches davon an Arbeitslosen im Gefolge der Coronakrise? Das scheint sich in den Kursen derzeit niederzuschlagen.

Viele könnten von einer falschen Grundprämisse ausgehen.:Was nicht beachtet wird beim Vergleich mit früheren Rezessionen, selbst mit der von 1929 ist, dass es noch nie ein Situation gab, in der die Wirtschaft staatlich verordnet in Teilbereichen so auf null heruntergefahren wurde (und auch absehbar wieder hochgefahren wird).

Nicht einmal im Zweiten Weltkrieg wurde in den USA einem Friseur, einem Bäcker, einem Hot-Dog-Verkäufer u.a. die Arbeit untersagt. Das heißt aber auch, dass die kommenden Tage des Lockdowns alles überbieten werden, was es an kurzfristigen (!) Wirtschaftsindizes wie Arbeitslosenanträge, Verbrauchervertrauen etc. je gebeben hat. Klar, vermutlich erleben wird bald,  dass es wegen der Coronakrise in den USA 25 Millionen Arbeitslose geben wird –  in einem Land mit einer Hire-and-Fire-Mentalität. Aber Covid-19 hat ein natürliches Ende. Und dann wird es kurzfristig Anstiegsdaten aus tiefem Niveau geben, wie es sonst nur in Aufbauphasen nach einen Bombenkrieg möglich ist – einen kleinen Vorgeschmack darauf gibt bereits China mit seinen Einkaufsmanagerindizes.

Beispiel Deutschland

Wir haben bereits in dieser Woche R-0 erreicht (Feststellung Robert-Koch-Institut): das heißt, ein Infizierter steckt nur noch einen Menschen an. Vor drei Wochen lag dieser Wert bei 3-7 und damit noch deutlich höher. Bereits in wenigen Tagen/Wochen wird sehr wahrscheinlich die Zahl der „active cases“ sinken und dann die ersten Maßnahmen der Integration ins Arbeitsleben erfolgen. Die Epidemiologen dürfen nur nicht zu früh Entwarnung geben, sonst würde durch Leichtsinn der ganze Effekt zunichte gemacht werden und sich der Schaden der Coronakrise noch  potenzieren. Nach dem 20. April wird es in Deutschland ziemlich wahrscheinlich mit einer leichten Exitstrategie losgehen.

Coronakrise: Wird die Arbeitslosigkeit Bestand haben?

Die US-Börsen sehen nicht mehr auf den Mai, in dem die schlechtesten Arbeitslosenzahlen seit 1930 kommen werden, sondern sie blicken vermutlich auf den Sommer und später. Deshalb fallen sie auch zur Zeit nicht so stark, trotz der schlechtesten Arbeitslosenzahlen, die man sich ausmalen kann. Man erwartet bereits das Schlimmste und wenn Goldman Sachs von 25 Millionen im Mai spricht, so ist das weitgehend schon eskomptiert. Sonst müssten die Börsen schon weit über 50 Prozent ihres Wertes verloren haben. Das ist ein Grund, warum die Aktienmärkte derzeit nicht in die Tiefen fallen, die dem aktuellen Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise entsprächen. Der Zukunftsaspekt der Börse und als zweiter Grund das 10 Billionen-Dollar-Rettungspaket weltweit, was den Konsum vor einem totalen Kollaps bewahrt.

Was einige Investoren immer noch unterschätzen, ist die absolute Hemmungslosigkeit, Schmerzfreiheit oder Radikalität der US-Regierung, um den US-Konsum zu retten. Wenn das 4 Billionen-Dollarpaket für die Coronakrise nicht ausreicht, wird man eben noch weitere Billionen hinterherschieben: es ist ein Wahljahr und Donald Trump wird ohne Rücksicht auf Verluste alle fiskalpolitischen Mittel einsetzen.

Dass er damit die Verschuldung der USA in gefährlichste Dimensionen anheben wird, das kümmert ihn bisher noch wenig. Schließlich hat er wohl den stärksten Glauben Aller in die Einzigartigkeit der US-Wirtschaft und deren Leitwährung. Spricht er nicht schon dauernd davon, wie gestärkt Amerika aus der Coronakrise hervorgehen wird? Noch glauben ihm die Weltmärkte: der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung und die Federal Reserve kann als eine der wenigen Notenbanken in unvorstellbarem Ausmaß Geld drucken. Dass das nicht ewig gut gehen kann und auch in einem Desaster enden könnte (muss?) – das steht auf einem anderen Blatt. Bisher sind die USA eine der wenigen Länder, die noch niemals einen Staatsbankrott erleben mussten. Deutschland hingegen schon derer sieben, in den letzten 200 Jahren. God bless America..

Noch ein Wort zu China: Warum sind dort im Januar/Februar wegen der Coronakrise die Aktienmärkte nicht in die Tiefe gestürzt, als eine Schlüsselindustrie, die Automobilbranche, mit 92 und 80 Prozent Rückgang die schlechtest denkbaren Daten geliefert hat? Weil man erwartet hat, dass sich die Wirtschaft ab April/Mai von der Coronakrise wieder erholen wird. Was gerade auch geschieht.

Das ist nämlich auch für die USA der springende Punkt: Man kann doch nicht erwarten, dass die Masse der Friseure, Bäcker, Souvenirhändler (um nur ein paar einfache Beispiele zu nennen) auch in drei oder sechs Monaten noch arbeitslos sein werden. Von einem langsamen Wiedereinstieg im Flug- und Touristikgeschäft gar nicht zu reden. Die Touristikbranche steht für acht Prozent des weltweiten BIPs. Menschen werden wieder den Friseur (und viele Dienstleister, vom Masseur bis zum Fitnessstudio) brauchen.

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ETF: Wie funktionieren sie – und sind sie auch in der Krise ungefährlich?

Sind ETFs auch in einer Krise geeignet? Über die Funktion eines ETF – und was in der Corona-Krise passierte

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ETF war das Zauberwort unter den Anlageprodukten: während Vermögensverwalter stetig Rückgänge bei den Zuflüssen an Kundengeldern verkraften mußten, traten die ETFs einen jahrelangen Siegeszug an. Wird das so bleiben? Ist ein ETF für jedermann geeignet? Und ist es vor allem auch ein „Krisen-sicheres“ Instrument? Hier ein kurzer Überblick über die relevanten Fakten!

Was ist ein ETF?

Der Begriff ETF stammt aus dem englischen und bedeutet „Exchange Traded Fund“. Vereinfacht gesagt, handelt es sich dabei um einen börsengehandelten Indexfonds der die Weiterentwicklung eines Portfolios aus Wertpapieren darstellt. ETFs sind also Fonds, die wie Aktien über die Börse gehandelt werden. Ein ETF kann unterschiedlichste Arten eines Index abbilden, z.B. einen bestehenden Index wie den DAX, aber auch eine Zusammenstellung einer Branche.

Die Anteile daran werden dann an der Börse gehandelt, genauso wie die Aktien eines einzelnen Unternehmens. Für die meisten Investoren ist es schwierig alle Aktien aus einem Index zu kaufen oder zu verkaufen, zudem würde es einen hohen Kapitaleinsatz erfordern. Es ist daher für viele Investoren viel einfacher und günstiger, einen ETF zu handeln, der eine definierte Auswahl an Aktien oder Anleihen enthält.

Der Kurs bestimmt sich wie bei einer Aktie durch den Markt, also durch Angebot und Nachfrage. Weil ein ETF nichts anderes als ein Paket aus Wertpapieren ist, entspricht der Kurs in der Regel dem Gesamtwert der zugrundeliegenden Aktien. Der wohl bekannteste ETF ist der MSCI World, es handelt sich um einen internationalen Aktienindex bestehend aus über 1600 Unternehmen weltweit. Eine große Anzahl an Anlegern nutzen diese Anlageform auch als Sparplan, es werden z.B. monatliche Sparbeträge eingezahlt, um über einen längeren Zeitraum durch den Zinseszins zu profitieren.

Wie entsteht ein ETF?

ETF-Anteile werden durch autorisierte Marktteilnehmer, auch Market Maker genannt, kreiert. Diese arbeiten mit bekannten Anbietern wie z.B. der DWS (Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen) zusammen, die Fondsparte der Deutschen Bank. Professionelle Finanzinstitutionen wickeln die Ausgabe und Rückgabe von ETF-Anteilen gemeinsam im Hintergrund ab. Das Ergebnis ist eine einfache und reibungslose Investmentform. Genau das macht es für Anleger auch so leicht, ein ETF wie eine Aktie an der Börse zu handeln.

ETF: Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von ETFs: Zunächst gibt es die physisch replizierenden Fonds. Wie das Wort physisch schon aussagt, handelt es sich hierbei um eine 100-prozentige Nachbildung eines Aktienindex wie z.B. dem DAX oder Dow Jones. Diese bestehen konstant aus 30 Unternehmen, dadurch kann eine sogenannte Vollreplikation angewendet werden. Jedes Unternehmen im DAX hat eine bestimmte Gewichtung, die von der Marktkapitalisierung abhängig ist. In einem physischen ETF-Index werden die Aktien gemäß ihrer Gewichtung gekauft. Das ist für Indizes möglich, die sich nur aus einer übersichtlichen Zahl liquider Aktien zusammensetzen. Ist der Index allerdings sehr groß – wie der MSCI World mit mehr als 1.600 verschiedenen Unternehmen – dann werden nur bestimmte Unternehmensanteile gekauft. Man spricht hierbei von der Teilreplikation.

Bei der synthetisch replizierenden Methode werden nicht die physischen Werte eines Index zugrunde gelegt, sondern es erfolgt eine Nachbildung über Derivate, zu Ihnen zählen Optionen, Termingeschäfte und Tauschgeschäfte (englisch: “Swaps”). Dabei schließt der Fonds einen Vertrag mit einem Swap-Partner ab, wie Finanzinstitute und Investmentbanken, die sich dazu verpflichten, im Tausch gegen eine Gebühr die Indexrendite zu „liefern“. Ein synthetisches ETF ist in erster Linie dafür geeignet, kostengünstig in Nischenmärkte oder Anlageklassen wie Rohstoffe zu investieren, die sonst für die meisten Investoren nur schwer zugänglich sind.

Was ist das Ziel und für wen eignen sich?

Das Ziel eines ETF ist es, genau die Rendite zu erzielen, die der entsprechende Index erzielt. Ein ETF versucht damit gerade nicht, durch gezielte Auswahl einzelner Aktien klüger und besser zu sein als die breite Masse der Investoren. Auf diese Weise können Sie einfach und günstig am Marktgeschehen teilhaben, Sie folgen einfach der Mehrheit. Die Zusammensetzung eines ETF-Index wird mehrmals jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Sie müssen sich also um nichts kümmern und können sich getrost zurücklehnen und sich im Erfolgsfall über ihre stetige Rendite freuen. Diese Anlageform eignet sich nicht nur für Profis, sondern insbesondere auch für Privatanleger, die ihr Portfolio nicht aktiv managen möchten und ihr Risiko über eine breite Auswahl an Aktien oder Anleihen streuen wollen.

Kritik an ETF

Im Wesentlichen gibt es zwei Kritikpunkte an ETFs: erstens führe ihr „Siegszug“ zu einer Monopolisierung der Märkte: Aktien wie Apple würden immer Markt-schwerer und daher in unzähligen ETFs immer stärker gewichtet. Dazu komme, dass immer mehr Indizes geschaffen werden (es gibt inzwischen mehr Indizes als Aktien), damit dann auf einen neu geschaffenen Index ein Index-ETF aufgelegt werden kann.

Die Folge: es gibt immer mehr ETFs, die auf eine vorhandene Liquidität der Marktteilnehmer trifft – insofern gaukelten die ETFs eine Liquidität vor, die faktisch gar nicht gegeben sei. Komme es zu crashartigen Situationen an den Märkten, könne der Siegeszug dieses Anlagevehikels  die Dynamik noch verstärken, so die Kritiker. Bei dem jüngsten heftigen Abverkauf im Gefolge der Corona-Krise kam es bislang vor allem in illiquiden Sektoren zu Problemen, etwa bei Junk Bonds – hier gab es deutliche Abweichungen zwischen dem Fondspreis und dem Preis der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Bei einem „großen“ ETF wie etwa dem SPY, der den Leitindex S&P 500 abbildet, kam es dagegen nicht zu derartigen Problemen.

Wie gut ist ein ETF auch in schwierigen Marktlagen geeignet?

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Finanznews

Aktienmärkte: Katastrophen-Zahlen – warum (noch) kein Abverkauf? Marktgeflüster (Video)

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Heute absolut katastrophale Arbeitsmarktdaten aus den USA und regelrechte Abstürze auch bei europäischen Konjunkturdaten – warum aber halten sich die Aktienmärkte angesichts solcher Horro-Meldungen noch recht passabel? Ist das alles wirklich schon eingepreist? Blicken die Aktienmärkte schon „hinter die Kurve“ und erwarten eine Besserung der Lage? Das Gegenteil ist der Fall: erst bei den anstehenden Daten, die den März volll erfassen, wird die ganze Dimension der Coronavirus-Krise sichtbar werden. So liegen die ersten Prognosen für die US-Arbeitsmarktdaten bei 20 Millionen (!) verlorenen Jobs. Aber neben der Erholung beim Ölpreis gibt es einen Grund, warum sich der Abverkauf de Aktienmärkte (noch) in Grenzen hält..

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