Folgen Sie uns

Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Katastrophal! Aktie vorbörslich noch nicht dick im Minus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 15,75 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 24,26/erwartet 19). Der Verlust (!) liegt bei 5,82 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal +3,33/erwartet -6,69 laut FactSet). Egal ob GAAP oder Non GAAP-Zahlen (um Sonderfaktoren bereinigt), die Zahlen sehen düster aus (Grafik).

Die Aktie notiert vorbörslich mit „nur“ -0,5%. Was ist da los? Der Dow-Future bewegte sich vorhin schon abwärts wegen Boeing. Da Boeing das Schwergewicht im Dow Jones ist, wird Boeing heute zum Handelsstart eines der Haupttehmen sein! Wird Boeing wie Conti in Deutschland gestern völlig wider Erwarten gut laufen? Nach dem Motto „Thema damit abgehakt, es geht wieder aufwärts?“ Oder sieht der Markt die Zahlen als das, was sie sind? Nämlich richtig schlecht.

Natürlich überschatten die Abschreibungen und Umsatzprobleme wegen den beiden 737-Abstürzen alles bei Boeing! Aber diese aktuellen Zahlen sind wirklich mies. Und was sagt Boeing aktuell zum Ausblick für das Gesamtjahr? Man hält sich kurz mit nur einem Satz. Da die Rückkehr der 737-Flotte in den regulären Betrieb noch unklar sei, werde man einen Ausblick zu einem späteren Zeitpunkt präsentieren.

Boeing-Quartalszahlen Details

Boeing 737-Präsentation - heute Boeing-Quartalszahlen
Boeing 737 MAX Roll-out im December 2015 mit der ersten 737 MAX 8. Foto: Aka The Beav CC BY 2.0

Boeing auszugsweise im Wortlaut zu den aktuellen Zahlen:

The Boeing Company [NYSE: BA] reported second-quarter revenue of $15.8 billion, GAAP loss per share of ($5.21) and core loss per share (non-GAAP)* of ($5.82), reflecting the previously announced 737 MAX charge (which reduced revenue by $5.6 billion and earnings by $8.74 per share) as well as lower 737 deliveries partially offset by higher defense and services volume (Table 1). Boeing recorded operating cash flow of ($0.6) billion and paid $1.2 billion of dividends. The previously issued 2019 financial guidance does not reflect 737 MAX impacts. Due to the uncertainty of the timing and conditions surrounding return to service of the 737 MAX fleet, new guidance will be issued at a future date. Boeing is working very closely with the FAA on the process they have laid out to certify the 737 MAX software update and safely return the MAX to service. Disciplined development and testing is underway and we will submit the final software package to the FAA once we have satisfied all of their certification requirements. Regulatory authorities will determine the process for certifying the MAX software and training updates as well as the timing for lifting the grounding order.

“This is a defining moment for Boeing and we remain focused on our enduring values of safety, quality, and integrity in all that we do, as we work to safely return the 737 MAX to service,” said Boeing Chairman, President and Chief Executive Officer Dennis Muilenburg. “During these challenging times, teams across our enterprise continue to perform at a high level while delivering on commitments and capturing new opportunities driven by strong, long-term fundamentals.”

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    24. Juli 2019 14:06 at 14:06

    Da fehlen mir wirklich die Worte. Das Desaster für Boing war vorhersehbar und kann noch viel größere Dimensionen erhalten. Und die Märkte reagieren nicht darauf. Bei einer solchen Nachrichtenlage würde es andere Werte regelrecht zerfleddern. Ich verstehe es nicht.

    • Avatar

      Bundessuperminister für Optimismus uns Schönfärberei

      24. Juli 2019 23:05 at 23:05

      @Hesterberg, da fehlen nicht nur Ihnen die Worte! Der DAX legt einen Senkrechtstart ob der wirklich glorreichen Zahlen und Aussichten in den Sektoren Automotive und Banken hin. In USA „glänzen“ die Schwergewichte Boeing und Caterpillar, was die Märkte dennoch wenig kratzt. Über den digital-sozialen Monopolisten schwebt das Damoklesschwert der Zerschlagung durch das US-Justizministerium, egal, wen juckts? Die Erwartungen sind mal wieder derart lächerlich tiefgestapelt, dass sie kaum zu unterbieten waren. Wenn doch, es hätte auch noch schlimmer kommen können.

      Volkswirtschaften einzelner Länder fallen über Nacht vom großen Aufschwung in die Rezession, warum also nicht auch umgekehrt? Vielleicht wird schon im Herbst der größte Wirtschaftsboom in der globalen Geschichte der Menschheit verkündet. Analysten und deren Erwartungen sind dahingehend ebenso flexibel wie die Inflationsdefinitionen der italienisch-europäischen Zentralbank. Vertrauen ist alles. In God we trust! Und Götter sind heutzutage Blondies mit seltsamen Frisuren…

  2. Avatar

    Shong09

    24. Juli 2019 14:58 at 14:58

    Der MArkt wartet darauf, dass ich erst noch short einsteige ;)
    Vlt haben die Amis Angst davor, dass ein fallender Börsenkurs von Boeing ein Eingeständnis der Schuld zu werten ist. So wie ein hoher DJ ein Indikator für den besten Präsidenten, oder eine gut laufende Wirtschaft

  3. Avatar

    mamit

    24. Juli 2019 18:23 at 18:23

    Es ist eine Fehlkonstruktion. Punkt. Habe ich schon vor Monaten prophezeit.
    Würde es nur an einer Software- bzw. Steuerung liegen, wäre das Problem schon lange beseitigt. Diese Geschichte könnte Boeing fast in den Ruin treiben.
    Die haben da richtige Probleme an der Hacke.

    Gruß

  4. Avatar

    Beobachter

    24. Juli 2019 20:17 at 20:17

    Bei Boeing auf fundamentale Daten zu schauen ist reine Zeitverschwendung. Die US Flugzeugfabrik wird vom Staat oder der Armee immer genügend unterstützt, dass sie nie zusammenbricht.Haben denn nicht genau die Amis ,die Airbus Subventionen vorwerfen ,bei einem der Kriege die US Fallzeugfabrik mit überteuerten Transporten für die Armee so richtig gesundgestossen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage