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Boeing setzt Produktion der 737 Max aus – schon 400 Maschinen auf Halde

Claudio Kummerfeld

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am

Boeing verkündete die am Markt schon erwartete Nachricht gestern Abend nach Handelsende in New York. Man wird die Produktion der 737 Max erst einmal ab Januar aussetzen. Wie Boeing selbst sagt, hat man ja die letzten Monate trotzdem weiter neue 737 Max produziert, und habe nun 400 Flugzeuge auf Halde. Man warte auf die Zulassung der Behörden. Und man gibt in seinem Statement auch zu, dass die Neuzulassung der 737 Max für den Flugbetrieb länger dauert als man angenommen hatte.

Finanzielle Auswirkungen in Verbindung mit diesem Produktionsstopp will man im Zuge seiner Quartalszahlen Ende Januar veröffentlichen. Entlassungen soll es nicht geben. Die Belegschaft, die bisher an der 737 Max arbeitete, soll vorübergehend andere Aufgaben im Unternehmen erhalten. Die Börse hatte schon gestern im Laufe des Handelstages mit genau dieser Info zur Aussetzung der Produktion gerechnet, weil das WSJ vorab darüber berichtet hatte. Daher war die Aktie im gestrigen offiziellen Börsenhandel um 4,29% gefallen. Nachbörslich hat die Aktie nochmal 0,55% verloren. Das totale Kursmassaker ist also ausgeblieben, wenn die Aktie auch spürbar verloren hat.

Boeing Träumerei durch FAA abgewürgt

Man muss bedenken: Die 737 Max war das bestverkaufte Flugzeug von Boeing! Seit März gibt es die Startverbote nach den beiden Abstürzen. Ab April hatte man immer noch 42 Flugzeuge pro Monat produziert. Jetzt ist offenkundig erstmal genug mit der Fertigung auf Halde, und auch mit Boeings Träumerei einer zügigen Neuzulassung für die 737 Max. Vor Kurzem hatte auch die US-Aufsichtsbehörde FAA Boeing davor gewarnt von einer allzu schnellen Neuzulassung auszugehen – Boeing verfolge womöglich einen unrealistischen Zeitplan. Mag diese FAA-Aussage Boeing dazu bewogen haben nun offiziell den Produktionsstopp zu verkünden?

Schließlich wäre es den Aktionären wohl auch schwer zu vermitteln gewesen selbst monatelang von einer baldigen Neuzulassung zu träumen, während die Aufseher etwas ganz anderes sagen. Und gleichzeitig immer neue Flugzeuge für die Halde produzieren? Das geht nicht. Als die Email der FAA letzten Donnerstag bekannt wurde, stand die Aktie von Boeing noch bei 348 Dollar, jetzt Schluss gestern nachbörslich bei 325 Dollar. Ein Verlust von insgesamt 6,6%. Man schaue mal auf diesen Aktien-Chart, der bis Ende 2018 zurückreicht. Seit Mai konnte sich die Boeing-Aktie noch relativ stabil halten. Derzeit läuft sie aber an die untere Kante an. Das Tief im August lag bei 319 Dollar. Dies sollte eine wichtige Marke sein.

Boeing Aktie seit Ende 2018

737 auf Halde
Ein Foto aus April, wo die Halde an 737-Maschinen gerade entstand. Foto: SounderBruce Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Ranzentier

    18. Dezember 2019 18:39 at 18:39

    …Boeing gestern und heute im Plus nach diesen ja eigentlich als Hiobsbotschaften zu wertenden Aussagen…man stelle sich mal vor VW kann den Passat, Opel den Astra, etc. etc. nur noch auf Halde produzieren bzw. den Produktionsschlager mal gänzlich aussetzen…na da wäre aber Rambazamba…bei Boeing alles easy…wenn Börse derzeit wirklich etwas vorweg nehmen würde, dann doch bitte solche Nachrichten…

  2. Avatar

    Prognosti

    19. Dezember 2019 07:28 at 07:28

    Boeing ist der grösste Exporteur der USA u.wird vom Staat durch irgendwelche Tricks gestützt. Während die lieben Amis doch kürzlich die EU beschuldigte die Flugzeugindustrie zu subventionieren, verhindern Sie den Börsensturz der Boeing auf wunderbare Weise.Das ist das Anstossende der grössten Nation, sie werfen der ganzen Welt vor ,was sie auf extreme Weise seit Jahren betreiben. ( Abhören, Steuerschlupflöcher u.s.w.
    Währungsmanipulation, Aktienmanipulation )

    • Avatar

      Hesterberg

      19. Dezember 2019 13:09 at 13:09

      @ Prognosti
      Treffend beschrieben! Die Kursentwicklung von Boeing ist ein Witz bei dem Desaster. Da findet bereits „Rettung“ statt, sonst wären die Kurse schon mächtig nach Süden abgerauscht. Was für eine Manipulation.

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Für den blutigen Anfänger: So starten Sie jetzt an der Börse durch – Werbung

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Lieber Börsianer,

der Börsenbrief ist bestellt und die erste Ausgabe sorgsam gelesen. Trotzdem, aller Anfang ist schwer, und Börsendebütanten stehen zunächst vor einer ganz praktischen Frage. Wo soll ich mein Depot eröffnen, welche Bank beauftrage ich mit der Abwicklung meiner Käufe bzw. Verkäufe, wer soll meine Wertpapiere lagern? Das Angebot der Depotbanken und Onlinebrokern ist in der Tat ziemlich unübersichtlich. Selbst Profis finden sich in diesem Angebots-Dschungel nicht immer zurecht.

Dazu im Folgenden einige Anmerkungen meinerseits. Die Gruppe der Online-Banken oder -Broker teilt sich im Wesentlichen in zwei Gruppen auf. Da gibt es zunächst die alteingesessenen wie etwa Comdirect, Maxblue oder Consors. Diese sog. Vollsortimenter bieten Ihnen nahezu das vollständige Angebot der international handelbaren Wertpapiere an. Ganz gleich, ob Ihnen der Sinn nach einem ETF, einer Aktie, einem Optionsschein oder etwa einer Anleihe steht. Hier werden Sie bedient.

Daneben zeichnen sich diese Vollsortimenter durch ein breites Angebot an Börsenplätzen aus. Es mag schon sein, dass Sie nicht gleich zu Beginn Ihrer Börsenkarriere Zugang zur Börse Stockholm oder London benötigen. Gleichwohl gilt: Mehr ist in diesem Fall tatsächlich mehr. Als ambitionierter Börsianer werden Sie irgendwann einmal in Zürich, Mailand oder Stockholm handeln.

Deshalb mein Rat: Starten Sie gleich mit einem solchen Partner, der Ihnen eine anständige Infrastruktur an die Hand gibt! Dafür sind Sie auch bereit, etwas höhere Spesen zu bezahlen.

Diesen Vollsortimentern stehen einige Online-Broker gegenüber, die mit ausgesprochen günstigen Kauf- bzw. Verkaufsspesen werben. Bekanntester Vertreter dieser Gattung ist das junge Fintech-Unternehmen Trade Republic. Hier handeln Sie abgesehen von einer Fremdkostenpauschale von 1 Euro spesenfrei. Sehr verlockend, oder?

Nun, hier gilt eine einfache Regel: Dort, wo der Preis schmal ist, ist in aller Regel auch das Angebot schmal. So bietet Ihnen Trade Republic derzeit nur mit der Börse Hamburg nur einen Handelsplatz an. Diverse Wertpapiergattungen sind überhaupt nicht handelbar. Außerdem müssen Sie hier mobil, sprich am Smartphone arbeiten. Die Software ist derart abgespeckt, dass es bei Trade Republic bislang noch nicht zu…..

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Quartalssaison hat begonnen – hier die wichtigsten Termine

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalssaison hat begonnen. Letzte Woche meldeten bereits die großen US-Banken. Netflix meldete vorgestern. Aber nun geht es so richtig los. Hier eine Übersicht der wichtigsten Termine von deutschen und US-Konzernen in den nächsten Tagen. Wichtig: Diese Termine haben wir direkt aus den Finanzkalendern der Unternehmen entnommen. Denn manchmal sind Webportale mit ihren Terminübersichten zu den Quartalszahlen unzuverlässig, da hier zukünftige Termine zu Finanzkennzahlen manchmal einfach nur basierend auf den Terminen vergangener Quartale von einer Computersoftware abgeschätzt werden, und daher fehlerhaft sein können.

Microsoft: 27. Oktober

Twitter: 29. Oktober

Daimler (schon vorab am 16. Oktober veröffentlicht): 23. Oktober

SAP: 26. Oktober

Delivery Hero: 28. Oktober

Deutsche Bank: 28. Oktober

Facebook: 29. Oktober

BASF: 28. Oktober

Boeing: 28. Oktober

General Electric: 28. Oktober

General Motors: 5. November

Volkswagen: 29. Oktober

Alphabet (Google): 29. Oktober

Amazon: 29. Oktober

Apple: 29. Oktober

Caterpillar: 27. Oktober

Exxon: 30. Oktober

Bayer: 3. November

Commerzbank: 5. November

Adidas: 10. November

Lufthansa (schon vorab gestern veröffentlicht):: 5. November

Zalando: 4. November

Deutsche Telekom: 12. November

Walmart: 17. November

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