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Boeing – Trash-Talk und Fantasietermine

Hannes Zipfel

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Noch am Montag begeisterte der US-Flugzeugbauer Boeing die Märkte mit ambitionierten Aussagen zum Revival des Krisenfliegers 737 Max. Doch die Realität sieht weniger rosig aus.

Zweckoptimismus versus Realität bei Boeing

Um bis zu sechs Prozent schoss der Kurs der Boeing-Aktien am Montag nach oben, nachdem sich das Management um CEO Dennis Muilenburg optimistisch zeigte, den Krisenjet 737 Max ab Januar in den USA wieder in Betrieb nehmen und ausliefern zu können. Noch vor drei Wochen ließ Muilenburg verkünden, dass die 737 Max bereits ab Ende Dezember wieder fliegen würde. Kurz zuvor hatte er einen Gewinneinbruch um 50 Prozent bei dem Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern für das dritte Quartal vermelden müssen. Zwischen Juli und September sank der Umsatz mit Boeing-Verkehrsflugzeugen um 41 Prozent auf 8,2 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig belief sich der Verlust des Geschäftsbereichs Verkehrsflugzeuge aus dem operativen Geschäft auf 40 Mio. US-Dollar aufgrund von Problemen mit dem 737 Max-Maschinen. Zum Vergleich: Im selben Quartal 2018 wurde noch ein Gewinn von 2 Mrd. US-Dollar erzielt. Um die Anleger zu beruhigen und von der Verantwortung des CEOs abzulenken wurde just vor der Bekanntgabe dieses schlechten Quartalsergebnisses der Chef der Flugzeugsparte Kevin McAllister nach nur drei Jahren im Amt gefeuert.

Rhetorik wie beim Handelsdeal

Die neuerlichen Jubelmeldungen aus der Konzernzentrale in Chicago weisen eine gewisse Ähnlichkeit zur Rhetorik der US-Administration in Sachen Handelsdeal auf, der immer kurz bevorsteht. Bereits im Mai, Juli, September und Oktober sollte der Krisenflieger 737 Max angeblich die neue Zertifizierung für das MCAS erhalten. Stattdessen gab es weitere Verzögerungen. Die Prognose für den Neustart ab Ende Dezember stammten erst vom 23. Oktober. Man darf gespannt sein, wie lange die Januar-Prognose hält.

Ob die US-Luftfahrtbehörde FAA und die internationalen Aufseher die Unglücksmaschine 737 Max tatsächlich so schnell wieder fliegen lassen, ist völlig unklar. Die Kunden von Boeing stellen sich jedenfalls eher auf Ende März nächsten Jahres ein, wenn überhaupt. Zuletzt gab es schwere Vorwürfe vonseiten der US-Luftfahrtsicherheitsbehörde FAA, dass Boeing wichtige Informationen zu Problemen im Zusammenhang mit dem Entwicklungsprozess des Flugassistenzsystems MCAS verschwiegen habe. Diese Vorwürfe haben bereits zu Verzögerung der Wiederzulassung der 737 Max Flotte geführt.

In Sachen Kommunikation steht das Boeing-Management der Trump-Administration jedenfalls in nichts nach, gemäß dem Lied von Carl Gottlieb Hering „Morgen, Kinder, wird’s was geben“. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der jetzt genannte und von den Märkten gefeierte Termin für den Neustart der Pannenflieger erneut verschoben werden muss, ist sehr groß. Dabei gibt es noch weitere Baustellen bei den kommerziellen Fliegern des Airbus-Rivalen.

Probleme bei der Boeing 737 NG

Zuletzt wurden vermehrt Vorfälle bei dem Vorgängermodell, der 737 NG (New Generation), gemeldet. Bei stark genutzten Flugzeugen dieses Musters wurden Risse in dem wichtigen Verbindungsteil zwischen Rumpf und Tragfläche entdeckt. Mehrere Maschinen wurden bereits von amerikanischen und europäischen Airlines aus dem Verkehr gezogen. Southwest Airlines, die brasilianische Fluggesellschaft Gol Linhas Aéreas und die skandinavische SAS halten insgesamt 15 Maschinen der Baureihe für Reparaturen am Boden. Auch der deutsche Ferienflieger TUIfly betreibt 36 Maschinen dieses Typs, hat aber bisher noch keine Mängel feststellen können. In Europa sollen bei der skandinavischen Airline SAS zwei Maschinen betroffen sein. Das berichtet das Fachportal „airliners.de“. Insgesamt betreibt die Fluggesellschaft 61 Maschinen des Typs.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Tesla: Frank Thelen ist voll des Lobes über den „Battery Day“ -Video

Claudio Kummerfeld

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Innenansicht eines Tesla-Autos

Für die Börsianer war der diese Woche stattgefundene „Battery Day“ von Tesla eine Enttäuschung. Die Produktion viel günstigerer Autos mit sehr langer Batterielaufzeit dauere noch drei Jahre. Und zack, die Aktie von Tesla fiel spürbar. Aber der aus der „Höhle der Löwen“ bekannte Investor und Tech-Experte Frank Thelen singt im folgenden Instagram-Video ein Loblied auf den Battery Day von Tesla. Er sieht hier von A-Z ein sensationelles Konzept, und einen großen Schub hin zu einem wirklich erschwinglichen Auto. Dass so ein riesiger Sprung nach vorne nun mal nicht sofort funktioniere, sondern drei Jahre dauere, sei ganz normal. Aber sehen Sie selbst.

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Aktien: Vermögensreport offenbart, Deutsche investieren mehr

Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik wirkt, die Bürger wenden sich stärker Aktien zu

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

Die Deutschen entdecken ihre Liebe zu Aktien

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