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Börse: 2021 – bleibt es wirklich so ruhig wie im Jahr 2017?

Die Börse im Jahr 2021 - ähnlich wie 2017?

Es ist schon überaus ungewöhnlich, das Jahr 2021 an der Börse. Da schießen die Anleiherenditen bei der Benchmark, der zehnjährigen US-Treasury binnen zwei Monaten von 0,92 auf fast 1,80 Prozent, die Verbraucherpreise von ein auf über vier ProzentTop, die Rohstoff- und Produzentenpreise gleich durch die Decke und was machen die Aktienmärkte? Obwohl bereits 5 Monate des Jahres vergangen sind, kam es außer beim Nasdaq mit einem Drawdown von 8 Prozent kaum auf mehr als zu Minikorrekturen beim S&P 500, die über 5 Prozent hinausgegangen sind.

Börse 2021, im Vergleich der letzten Dekade

Die Korrekturen  an der Börse seit der Finanzkrise 2009: Auffällig ist, dass den ruhigen und damit korrekturlosen Jahren jeweils ein Krisenjahr vorausgegangen ist. Ob die Immobilienkrise, die Eurokrise oder zuletzt die Pandemie? Bisher ragt das Jahr 2021 sogar noch etwas heraus, denn seit dem Jahr 2000 korrigierte der S&P 500 in allen Jahren mindestens um 6 Prozent.

Korrekturen der Börse seit Finanzkrise

Hier noch einmal ein Blick auf die Tage, in denen man sich in den letzten acht Jahren in einem Korrekturmodus (<10 Prozent) befunden hatte.

Korrekturen an der Börse

Die kritischen Monate liegen noch vor uns, aber was sagt die Statistik über den Rest eines bisher so starken Börsenjahres?

Die Statistik spricht für ein gutes Jahr der Börse

LPL Research hat eine Auflistung der Börsenjahre seit 1950 gemacht, in denen es in den ersten 100 Tagen zu einem Anstieg der Börse im großen Index um mindestens zehn Prozent gekommen ist. In fast all den Jahren, in denen so etwas der Fall war, folgte ein gutes Restjahr. Die große Ausnahme bildete das Jahr 1987 mit dem schwarzen Montag, am 19. Oktober. Ein Einbruch um 23 Prozent an einem Tag, heute kaum mehr vorstellbar (max. Drawdown 13 Prozent ).

Der 100-Tage-Indikator

Fazit

Natürlich hat die Pandemie mit Covid-19 so ziemlich alles über den Haufen geworfen, was in punkto staatlicher Stützungsmaßnahmen und monetärer Marktflutung bisher für möglich gehalten wurde. Deshalb ist zum jetzigen Zeitpunkt der Vergleich mit den schwankungsärmsten Jahren 2013, 2014 und 2017 äußerst riskant. Doch man soll an der Börse nie nie sagen, denn die Notenbanken haben eine Zwangslage geschaffen, aus der sie zwar auch selber nicht mehr herauskommen, aber auch nicht die Kapitalsammelstellen. Wo sollen die 115 Billionen Dollar an Kapital in den globalen Aktienmärkten hin, um Rendite zu finden, wohin die etwa 70 Billionen Dollar an Staatsanleihen, die teilweise tief auf negativem Realrendite-Niveau stehen? Sollte dieses Dilemma des Anlagenotstands zu einer weiteren Patt-Situation an der Börse führen, so ist ein solches Szenario nicht ausgeschlossen. Nicht überaus realistisch, aber eben auch nicht ausgeschlossen!



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6 Kommentare

  1. Börsen können nicht mehr tief fallen. Das ist mittlerweile zum Glück durch Notenbanken gesteuerte Finanzpolitik mit fiskalischer Hilfe leicht zu verhindern. Börsen sind Einbahnstraßen, maximal mit Geschwindigkeits-Pollern!

    1. @Roland, Ihnen ist hoffentlich schon klar, was passiert, wenn man mit 250 Sachen über Geschwindigkeits-Poller rast? Da spielt es keine Rolle mehr, ob Einbahnstraße oder Gegenverkehr.

      1. @Michael, na klar, ich bremse vorher runter (entspricht einer Konsolidierung) und gebe dazwischen dank der Notenbanken-Garantien immer wieder Vollgas. Jetzt erst mal im DAX ganz locker bis 16.000, und dann geht es Richtung 20.000. Einfacher geht es doch nicht.

        1. @Roland, ich bin mir auch ganz sicher, dass Sie im Februar und im Oktober 2020 rechtzeitig abgebremst haben, weil Sie natürlich die Poller-Glaskugel besitzen oder Poller schon von weitem riechen können 🤥

      2. Aber Roland hat recht. Derzeit ist es so einfach wie selten Geld zu verdienen. Nur immer die stoppkurse schön nachziehen. Dann passiert da nix mehr.

  2. 115 Milliarden Billionen an Kapital!Das sind natürlich Dimensionen,welche Roland Dagobert glücklich machen.Die Nuttenbankfantastilliarden garantieren beinahe jedem von uns das Paradies auf Erden.Halleluja!Praise the Lords of Fiatmoney,will you!

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