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Börse: Aktienmärkte unmittelbar vor einem Favoriten-Wechsel?

Nach fünf Monaten steigender Kurse von ausgewählten Tech-Unternehmen stehen wir möglicherweise vor einer Kursänderung an der Börse!

Wolfgang Müller

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Nach fünf Monaten steigender Kurse von ausgewählten Tech-Unternehmen stehen wir möglicherweise vor einer Kursänderung: Die so genannte Branchenrotation, denn Rezessionen dauern nicht ewig und die Börse wartet nicht, bis dafür geläutet wird.

Die mögliche Branchenrotation an der Börse

Zugegeben, es ist vielleicht noch etwas früh, aber der Zeitpunkt wird kommen: der Moment, in dem die Investoren sukzessive auf die Sektoren zugreifen, die in einer Krise gelitten haben. Keine Rezession dauert ewig und darauf zu hoffen, dass es ein großes Signal gibt, demzufolge die Wende eingeleitet wird, dürfte zu einer Enttäuschung führen. Dies war noch nie der Fall. Das können wir aus der Geschichte lernen – sonst in punkto Rezession wenig, denn jede Entwicklung bringt immer neue Konstellationen.

Oder gab es in der großen Depression schon das Internet, die Just-in-Time-Produktion, die Robotisierung, die Digitalisierung (Homeoffice) und eine Landwirtschaft in der ein Bauer die hundertfache Ernte einfährt wie seine Vor-Vorfahren? Was sich nie ändern wird, ist der Mensch mit seinen Hoffnungen und Ängsten und seiner Angst und seiner Gier.

Doch zurück zur Gegenwart. Ein solches Signal für einen Favoritenwechsel könnte die Meldung einer Pharma-oder Biotech-Firma sein, dass die Voraussetzungen für einen effektiven Impfstoff gegen Covid-19 gegeben sind oder für ein Medikament oder für eine Herdenimmunität (was aber noch in fernerer Zukunft liegen sollte.) Die WHO sprach jüngst davon, dass uns Corona noch maximal zwei Jahre beschäftigen könnte.

Aber wird man an der Börse so lange warten, bis Klarheit herrscht und die Meldung über die Ticker läuft.? Ganz gewiss nicht. Oder es doch zu keiner größeren zweiten Welle kommt?

Hierzu hatte der Wissenschaftler Professor Straubhaar in der gestrigen „Welt“ eine sehr substanzielle Aussage gemacht:

„Horrorszenarien zu drohenden existenzgefährdenden Krisen wurden und werden im Laufe der Menschheitsgeschichte vielfach gemacht. Meistens jedoch unterschätzen oder missachten sie, dass seit eh und je Menschen zwei fundamental wichtige „lebensrettende“ Fähigkeiten eigen sind: Sie lernen, und sie passen sich an. Deshalb ist es langfristig stets besser gelaufen als kurzfristig befürchtet.“

Das Problem ist nur der Zeitpunkt und die vielen Fehlsignale. Vor einem Monat hatten wir bereits schon einmal so etwas wie einen Wechsel von Growth zu Value.

Die Zurückgebliebenen an der Börse

Sicherlich ist die Situation unter Corona eine besondere: Eine Steilvorlage für Hightech zu Zeiten von Social Distancing und Masketragen, bei einem schleppenden Anspringen der Produktion in vielen Wirtschaftsbereichen. Das belastete und belastet die alten Industrien und Dienstleister (Ausnahme Konsum und Heimmärkte). Daher wurden in den letzten Wochen in den USA immer wieder die Statistiken der Branchen bemüht, die besonders unter Corona gelitten haben: Energiewerte (-41 Prozent), Banken (-35 Prozent), Immobilienwerte (-15 Prozent), Industriewerte (-11 Prozent) oder auch der Russel 2000 (-8 Prozent), die allesamt weit unter ihren 52-Wochen-Höchstständen liegen. Noch viel brutaler die Rückstände in der Luftfahrt, den Kreuzfahrtlinien oder auch in der Freizeitindustrie. Die Marktbreite ist im S&P 500 extrem klein – aber ist das in Stein gemeißelt?

Dann der ewige Kampf Value gegen Growth, der derzeit fast aussichtslos für die Substanzwerte erscheint. Aber eine Studie der Bank of America hat ergeben, dass Value sich an der Börse langfristig immer gegen Growth durchgesetzt – über einen Zeitraum, der die Dauer eines langen Menschenleben umfasst, betrachtet. Erst seit 2008 zieht Growth in Form der Techwerte davon, zuletzt in rasender Geschwindigkeit. Bis zu aberwitzigen Bewertungen. Ist das nicht auch das Dilemma von Warren Buffett mit seiner Gesellschaft Berkshire Hathaway, hätte er nicht den Riesenanteil an Apple?

Kurzum: Es ist das Wesen der Börse, Entwicklungen weit vorwegzunehmen! Sie ist der früheste der Frühindikatoren, ungeachtet der derzeitigen Manipulation der Anleihemärkte, die für diese Form von „TINA“ sorgt.

Aber es gibt auch ein Scheitern der Prognosen: man blickt weit in die Zukunft und liegt öfters daneben. Ich rede jetzt nicht von Einzelwerten, in denen die giergetriebene Spekulation ins Kraut schießt. Das gehört auch zur Börse, schon immer. Studien zufolge sind in den letzten 100 Jahren mindestens 85 Prozent der Aktienwerte vom Kurszettel verschwunden, entweder durch Konkurse, De-Listings oder durch Übernahmen!

Fazit

Sicher ist die Börse im Bereich der Tech-Werte heiß gelaufen, extrem spekulativ bewertet und korrekturbedürftig. Der Börsenwert von sieben S&P 500-Werten in Höhe von sieben Billionen Dollar schreit zum Himmel. Aber was ist mit den anderen 493 Werten, die zu einem Großteil seit Jahresanfang noch deutlich im Minus liegen?

Da geht es um Werte, die ein Gewicht von etwa 22 Billionen Dollar aufweisen.

Allein die Tatsache, dass Energiewerte und Banken oder Industriewerte so deutlich im Minus stehen, deutet auf ein Erholungspotenzial hin. Bei einer weiteren Erholung der Wirtschaft – das ist die conditio sine qua non, die Grundvoraussetzung – entsteht doch mit jedem Monat ein Substitutionsbedarf an Baumaschinen, Kfz, Haushaltsgeräten, ein Nachholeffekt an Reisetätigkeit, Freizeit, Dienstleistungen. Erst recht in der heutigen Konsumgesellschaft. Deshalb ist eine Branchenrotation an der Börse gar nicht so abwegig. Wie lange haben Rezessionen in der Vergangenheit denn gedauert und erst heute in der allgegenwärtigen Konsumgesellschaft? Einer Analyse von Refinitiv und dem National Bureau of Economic Research von 10 Zyklen seit 1950 ergab, dass Rezessionen zwischen acht und 18 Monaten gedauert haben, wobei der Durchschnittswert etwa elf Monate beträgt.

Für die Börse lauert die große Gefahr meines Erachtens vor allem in der Verschuldungsthematik mit den möglichen Inflationsfolgen, gepaart mit einem Anstieg der Kapitalmarktzinsen. Das ist wohl langfristig die große Gefahr für die Party an der Börse!

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Warum ich keine Lieblingsaktien habe! – Werbung

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Lieber Börsianer,

was ist Ihre Lieblingsaktie? Welchem Titel halten Sie unbedingt die Treue und gehen quasi mit ihm durch dick und dünn? Hier verzeihen Sie auch einmal schlechte Nachrichten, weil Sie von dem Unternehmen wirklich überzeugt sind. Das Phänomen der Lieblingsaktie kann auch gleich für eine ganze Branche gelten. So schworen viele Privatanleger vor einigen Jahren auf Unternehmen aus der Edelmetall-Branche. In fester Erwartung eines Euro-Untergangs wurde diese Branche für viele Privatanleger zum bevorzugten Ort der Investition.

Typisch für eine solche Situation ist, dass wir die Nachrichtenlage dann nur noch sehr eingeschränkt wahrnehmen. Schlechte Nachrichten zu unserer Lieblingsaktie blenden wir aus. Gute Nachrichten hingegen bewerten wir in ihrer Bedeutung für die Kursentwicklung über. Mehr noch: Oftmals bilden wir in unseren Lieblingsaktien deutliche Übergewichtungen in unseren Depots, weil wir hier gerne mehrfach kaufen. Plötzlich steht Ihre Lieblingsaktie dann für 10 oder 20 % Ihres Gesamtdepots. Wenn Ihre Lieblingsaktie dann einmal schwächelt, ist Ihr Depot aufgrund der Übergewichtung chancenlos.

Aber wie entsteht eigentlich so eine Lieblingsaktie in unserem Depot? In aller Regel steht am Anfang zunächst eine starke Performance. Folglich mögen wir diese Aktie, weil sie uns eben zunächst viel Rendite beschert hat. Am besten können wir die Produkte unseres Lieblingsunternehmens im Alltag auch noch erfahren und quasi anfassen. Tatsächlich schätzten in der Vergangenheit viele deutsche Privatanleger die Aktien von BMW oder Daimler, weil sie privat ein…..

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Aktienmärkte: Corona-Krise und ein heimlicher Star im deutschen Leitindex

Wolfgang Müller

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Normalerweise waren die letzten Jahre die Zeit für Wachstumstitel, also für Growth, wie man es in der Sprache der Aktienmärkte bezeichnet. Eher jedoch nicht für den deutschen Leitindex Dax – aber dort steht ein Wert ganz oben in der Performance, von dem man es noch weniger erwartet hätte: die Deutsche Post. Man profitiert derzeit vom „Stay at Home“ und vielleicht nochmals durch ein logistisches Thema der Superlative.

Die bevorstehende Massenimpfungen

Was werden nicht alles für Zahlen herumgereicht? Die Gesamtbevölkerung der Erde müsse gegen Covid-19 geimpft werden, 7,7 Milliarden Menschen und dies gleich zweimal. Aber gemach, es werden sich nicht alle impfen lassen wollen, und es einige durch Immunität nicht mehr brauchen (oder durch heimische Pharmafirmen versorgt werden) und viele sich in einem Alter befinden, in dem die Gefährlichkeit des Virus unterhalb des Promillebereichs für die Betagten und Gefährdeten liegt. Dennoch: Es gilt Abermillionen von Impfdosen zu transportieren, mit den verschiedensten Transportmitteln, mit speziellen Behältern und mit der Aufrechterhaltung von Kühlketten und überall ist der deutsche Marktführer gut aufgestellt.

Die unauffällige Hausse bei einem Underdog der Aktienmärkte

Die Deutsche Post (DHL Group) feierte gerade den 20. Börsengeburtstag. Der Logistik-Riese, der aus einem Paket- und Postzusteller hervorging, wurde am 20. November 2000 zu 21 Euro an die Börse gebracht. Zu dieser Zeit stand der Dax bei 6609 Punkten. Betrachtet man nun die Kursentwicklung von Index und den Dax-Wert Deutsche Post (gestern 40,39 Euro), so könnte man den Eindruck gewinnen, als wäre der Dax mit seiner Kursverdoppelung besser gelaufen, als der deutsche Logistiker, der es nur auf gut 80 Prozent Kurszuwachs brachte. Rechnet man die Dividendenzahlungen hinzu, käme man bei der Post aber auf circa 268 Prozent Gewinn. Beim Dax als Performance-Index werden die Dividenden einfach hinzugerechnet. Macht eine Rendite der Deutschen Post von 6,7 Prozent p.a. gegenüber dem Index mit seinen 3,5 Prozent. Der Traditionswert ein heimlicher Star der Aktienmärkte – gewiss, denn ein Großteil der Dax-Werte ist noch weit von seinen ehemaligen Höchstständen entfernt. Bis auf fünf Werte, einer davon ist die Marke mit dem auffälligen Gelb.

Dies ist natürlich den Analysten nicht verborgen geblieben: so erwarten Ökonomen von Goldman Sachs einen Umsatzanstieg der Deutschen Post von aktuell 65 Milliarden bis auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2024, der Gewinn soll im gleichen Zeitraum von 4,4 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro steigen. Wäre ein einstelliges KGV, hinzu kommt die niedrige Börsenbewertung im Vergleich zu UPS oder Fedex.

Fazit

Obwohl die Aktienmärkte derzeit die Umschichtung von Growth zu Value spielen, kann dies dem deutschen Logistiker relativ egal sein. Man profitiert weiter von den Auswirkungen der partiellen Lockdowns, vermutlich noch durch die Wintermonate, als auch von der neuen Situation um die Mammutaufgabe Impfung der Bevölkerung mit all den personellen und logistischen Herausforderungen.

Jetzt steht in dieser Woche erst einmal der große vorweihnachtliche Hype um den „Black Friday“ und den „Cyber Monday“ auf dem Programm. Angesichts der Pandemie sicherlich mit bisher noch nie gesehenen Umsätzen. Ein DHL-Manager sprach schon davon, dass Covid-19 die Umsätze der Post in das Jahr 2030 hieven werde. Und jetzt kommt noch das Transportthema Impfstoff hinzu. Ein Goldilocks-Szenario? Nicht ganz, denn da gibt es noch einen übermächtigen Konkurrenten aus Übersee, der bis 2021 mit eigenen Paketzentren in Deutschland zulegen will. Der „All-Star“ der amerikanischen Aktienmärkte Amazon, der bereits schon für ein Viertel der Paketsendungen in Deutschland verantwortlich ist.

Die Aktienmärkte in Deutschland und ihr heimlicher Star

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Aktienmärkte: Die 8-Billionen-Dollar Bombe – 20%-Korrektur voraus

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte der USA haben ein Klumpenrisiko – sie sind eine Bombe, die entschärft werde auf Kosten einer heftigen Korrektur. Das sagt nicht ein sogenannter „Crash-Prophet“, sondern der eher als „Dauer-Bulle“ bekannte Hans. A. Bernecker. Alle Indizes der amerikanischen Aktienmärkte seien extrem überkauft, getrieben vor allem in den letzten Monaten durch die Tech-Werte. Bevor dann ab dem 09.November mit der Pfizer/BioNTech-Meldung über den Impfstoff eine gewaltige Rotation erfolgte – raus aus Tech, rein in die sogenannten Value-Werte (die jedoch in vielen Fällen eigentlich alles andere als „value“ sind). Man wechselt also von einer Überbewertung in die andere, und dabei entfernen sich die Aktienmärkte immer mehr von der ökonomischen Realität.

Aktienmärkte: Nach dem Entschärfen der Bombe kommt die Erholung

Der Hype der Aktienmärkte, so Hans Bernecker, sei vor allem von Kleininvestoren getragen gewesen (die sogenannten „Robinhooder“). Das alles erinnert an die Euphorie des Jahres 1987, der dann im Oktober diesen Jahres ein gewaltiger, wenn auch nur kurzfristiger Absturz folgte. Nun aber gebe es eine Schwachstelle: das seien extrem überbewertete Aktien wie eine Tesla mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 500 Milliarden Dollar, die nun ein großer Hedgefonds-Manager geshortet habe. Es werde nun, so Bernecker, bald eine heftige Marktbereinigung geben bei den großen und marktschweren Titel der amerikanischen Aktienmärkte, die alleine acht Billionen Dollar auf die Waage bringen.

Wann kommmt der Einbruch? Eher zeitnah, meint Bernecker. Es handele sich dabei um eine Markt-Bereinigung, der dann jedoch wieder eine Aufwärtsbewegung folgen werde. Sehen Sie hier die Aussagen des „Altmeisters“ Bernecker:

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Die überbewrteten Aktienmärkte der USA als Bombe, die bald entschärft wird

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