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BÖRSE AKTUELL – Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold und Bitcoin

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Auch in der vergangenen Woche ging es an der Börse hoch her. Besonders spektakulär war die Entwicklung des Ölpreises, über die hier auf Finanzmarktwelt laufend berichtet wurde. Der Goldpreis hat sich erwartungsgemäß stark entwickelt und hat für Spannung an der Börse gesorgt. Ob die Stärke anhält, lesen Sie weiter unten. Im Dax und im S&P 500 ging es etwas ruhiger zu. Hier könnte es aber in der nächsten Woche zu turbulenten Bewegungen kommen. Wagen wir ein Blick auf die Charttechnik.

Sehen Sie dazu auch das Video des Autors hier

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Ruhe vor dem Sturm?

Seit mehr als zwei Wochen bewegt sich der Dax in einer, für die aktuellen Verhältnisse, kleinen Range. Besonderes Augenmerk müssen wir auf die Unterstützung im Bereich 10.200 Punkte legen. Dort sind zuletzt immer wieder Käufer auf das Parkett getreten, um eine Aufwärtsbewegung einzuleiten. Sollte diese Unterstützung in der nächsten Woche gebrochen werden, ziehen dunkle Wolken über der Börse auf.

Brechen die Dämme im Dax?

Es ist das alte Spiel von Unterstützung und Widerstand. Wird die markante Haltezone bei 10.200 Punkten unterschritten, wird aus der ehemaligen Unterstützung ein Widerstand. In dem neu entstandenen Verkaufsbereich werden wahrscheinlich diejenigen ihre Positionen schließen, die vorher auf der Käuferseite standen.

Haben Sie sich jemals gefragt, wann ein neuer Trend an der Börse entsteht? Dies ist häufig der Fall, wenn eine Seitwärtsbewegung verlassen wird.
Innerhalb einer Seitwärtsbewegung oder Range haben sich die Marktteilnehmer auf einen fairen Preiskorridor geeinigt. Ändert sich die Meinung zum Markt, muss ein neuer Gleichgewichtspreis gefunden werden. Diese Suche nach dem fairen Wert, ist an der Börse als dynamischer Trend zu erkennen. Haben sich die Marktteilnehmer geeinigt, bewegen sich die Kurse wieder seitwärts.
Sollte nun die Unterstützung bei 10.200 Punkten brechen, wird wahrscheinlich ein neuer fairer Wert ausgehandelt werden müssen. Die folgende Abwärtsbewegung kann nur durch Liquidität gestoppt werden. Erst wenn sich genügend Käufer bereiterklären und an der Börse auftauchen, wird der Kursrutsch aufgehalten.

Der Dax - Ende der Rally?

Teil 2: Geht dem S&P 500 die Puste aus?

Mit der Entwicklung des Ölpreises haben wir in dieser Woche wieder sehr Eindrucksvoll gelernt, dass an der Börse einfach ALLES möglich ist! Deshalb ist auch eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung möglich! Auch wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie in den USA, steigende Kurse kaum zulässt – die Börse hat immer Recht.
Das Chartbild trübt sich für den US-Leitindex S&P 500 dann ein, wenn die Unterstützung im Bereich 2.720 Punkte unterschritten wird. Diese Marke ist mit der 10.200er Unterstützung im Dax zu vergleichen. Wird diese unterschritten, wendet sich das Blatt. Die Verkäufer könnten die Kontrolle übernehmen und das Ruder wieder an sich reißen. Die Angst ist weiterhin im Markt. Sie wird dafür sorgen, dass die Kurse wieder rasant fallen können.

Angst und Gier treiben die Börse an

Wir dürfen nicht vergessen, dass Angst ein stärkeres Gefühl ist als Gier. Beide Gefühle treiben die Börse an. Trotzdem fallen die Kurse schneller als sie steigen – es ist immer wieder das gleiche Bild. Wir müssen nur lernen, die Zeichen der Börse zu deuten um daraus Kapital zu schlagen.
Ein Anstieg im S&P 500 über 2.900 Punkte, dürfte weitere Stärke entfachen. Das nächste Ziel liegt dann bei 3.100 Punkten. Je weiter die Börse steigt, desto mehr Panik setzt ein. „Die Hausse nährt die Hausse“.

Der S&P ist der wichtgiste Index an der Börse

Teil 3: Gold – Krisenwährung oder Abstellgleis?

In der letzten Woche hatte ich bereits vermutet, dass der Goldpreis im Bereich der Unterstützung zwischen 1.680 und 1.700 Punkten hält und wieder ansteigt. Bis zum Ende der Woche hat sich das Edelmetall an den Fahrplan gehalten. Ein Test des markanten Widerstandsbereiches rückte in greifbare Nähe. Doch dann nahmen die Verkäufer am Freitagnachmittag das Zepter in die Hand und drückten den Goldpreis in Richtung 1.700 USD. Jetzt ist mit einem Anstieg bis 2.000 USD in den nächsten Wochen nicht mehr zu rechnen.
Der markante 1.800er Widerstand aus den Jahren 2011 und 2012 scheint zumindest aktuell noch zu stark zu sein.

Gold an der Börse vor eienr Richtungsentscheidung

Börse aktuell Teil 4: Mein Bitcoin Fahrplan

Nachdem in dieser Woche bereits alles über das Öl gesagt wurde, widme ich mich in dieser Ausgabe dem Bitcoin.
Die Kryptowährung hat in der Corona-Krise deutlich mitgelitten. Auch wenn sich Bitcoins zu einer neuen Krisenwährung entwickeln können. Bis dahin ist der Weg aber wohl weit. Jetzt hat sich erneut gezeigt, dass nicht nur Gier sondern auch Angst den Kursverlauf der Kryptos bestimmt. Denn am Ende drückt noch der Mensch, oder ein von Menschen programmierter Algorithmus, den Kauf- oder Verkaufsknopf.
Nun aber zur Charttechnik. Zwischen 7.050 und 7.200 Euro befindet sich ein Widerstand. Diese Hürde wurde zwar dynamisch angelaufen, konnte aber bislang nicht überwunden werden. Mir persönlich geht die Aufwärtsbewegung seit dem 20. März etwas zu schleppend. Aus diesem Grund kann ich mir eine kurzfristige Abwärtsbewegung bis 6.000 Euro gut vorstellen. Wird die Hürde allerdings geknackt, sehe ich ein weiteres Potential von 1.000 Euro nach oben.

Bitcoin ist derzeit an der Börse wieder "heiß"

 

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow  Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES),  Nasdaq 100 Futures (NQ) und  Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der  Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der  Frankfurer Börse im Aktienhandel. Er besitzt die  Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures  Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig.
Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen  YouTube Kanal näher zu bringen. „Die Börsenschule“ ist sein neuestes Projekt, bei dem Sie das Trading aus erster Hand lernen.

Die Börse in New York

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Lausi

    25. April 2020 23:46 at 23:46

    Vielleicht werden dank Trump jetzt die Bullen am Drücker sein:

    https://www.der-postillon.com/2020/04/trump-desinfektionsmittel.html

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    Eric

    26. April 2020 09:36 at 09:36

    In der Krise werden die Vermögen von Morgen an der Börse gemacht.

    Am Markt hat derjenige mit Informationsvorsprung einen Vorteil.

    Der Kollaps ist besonders im Inland offenbar nicht ansatzweise so stark wie im Ausland:

    https://www.bloomberg.com/amp/news/articles/2020-04-22/blow-to-germany-s-economy-probably-weaker-than-elsewhere-chart

    Im Mai wird die Industrie mit besseren Hygienekonzepten zudem selbst ohne weitere staatliche Lockerungen wieder hochfahren.

    Und der kollabierte Ölpreis lässt auch für die Weltwirtschaft hoffen, Indikatoren die 3-6 Monate weiter in die Zukunft als die Einkaufsmanagerindizes reichen lassen einen V-förmigen Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte fortfolgend erwarten:

    https://de.reuters.com/article/us-health-coronavirus-oil-analysis-idUSKCN2242Z5

    Die gigantischen Stimuli noch nicht eingerechnet, die noch kommen werden.

    Ich würde international in solide Konsumwerte und IT investieren und im Inland Chancen wie bei der Lufthansa wahrnehmen. Die Lufthansa wird nicht fallen gelassen werden und eine Verstaatlichung ist vom Tisch. Das heißt der Staat kauft sich ein und will in der Zukunft möglichst sogar mit Gewinn wieder aussteigen, sei es in einigen Jahren. Das bedingt also nicht nur die Stabilisierung und den Erhalt der Lufthansa AG, es bedingt auch, dass der Staat selbst ein Interesse an einem steigenden Aktienkurs hat.

    Und so kann man Einzelwerte gezielt durchgehen.
    Ich finde kurios wenn Leute jetzt Cash aus dem Markt nehmen und dann mitten im Aufschwung wieder in gestiegene Kurse investieren. Jetzt ist ein historisch günstiger Zeitpunkt zum Einstieg in viele Aktien.

  3. Avatar

    LEO

    26. April 2020 10:48 at 10:48

    Ich bin mir ziemlich sicher, nächste Woche erstmal richtig runter und zwar mit Schmackes.

    • Avatar

      Lausi

      26. April 2020 13:39 at 13:39

      Das sehe ich auch so. Viele Aktien-Indizes scheinen an einem Wendepunkt angekommen zu sein – oder zu mindestens an einem Entscheidungspunkt. Die Bärenmarktrally könnte somit schon gelaufen sein.

    • Avatar

      Columbo

      27. April 2020 18:37 at 18:37

      @Leo

      Wie kommen Sie zu der unglaublichen, geradezu ketzerischen Annahme?

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick für die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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US-Wahl: Noch drei Monate Unsicherheit – Wall Street hat Trump abgehakt

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed

Hannes Zipfel

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Nur etwas mehr als eine Woche dauert es bis zur US-Wahl, aber fast 90 Tage sind es noch, bis in den USA die Amtseinführung des neuen bzw. alten Präsidenten stattfindet. Bis dahin sind große Würfe im US-Kongress in Sachen Wirtschaftshilfen unwahrscheinlich. Können die Aktienmärkte ihren Optimismus auch gegen die ungewöhnliche Vielfalt an Unsicherheiten aufrechterhalten und ihre Kursniveaus verteidigen – oder droht ein neuer Crash?

US-Wahl der Extreme

Die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 finden in einer Zeit statt, in der die Finanzmärkte mit außergewöhnlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Diese begannen schon vor gut einem Jahr mit der Beinahe-Implosion des US-Repo-Marktes. Damals konnte nur durch Notfallmaßnahmen der US-Geldpolitik in Form von Interventionen am Geldmarkt und durch die zur Verfügung Stellung von internationalen US-Dollar-SWAP-Linien ein Kollaps des Bankensystems verhindert werden.

Ohne die anhaltende und im Zuge der Pandemie sogar noch drastisch ausgeweitete Notfallpolitik der US-Notenbank Fed wäre der Stress am Markt für US-Repo-Geschäfte wohl auch ein Thema bei der US-Wahl gewesen. Schließlich war es auch die hohe Neuverschuldung durch das US-Finanzministerium die zu der Liquiditätsaustrocknung am Markt für kurzlaufende US-Staatsanleihen führte. Dabei lautete eines der spektakulärsten Wahlversprechen von Donald J. Trump gegenüber The Washington Post im April 2016 die damals 19,3 Billionen US-Dollar hohen Bundesschulden im Falle seiner Wahl innerhalb von nur acht Jahren komplett zu tilgen. Auch ohne die Kosten der Corona-Pandemie war das utopisch und nichts weiter als billige Wahlkampfpropaganda. Die Schuldenuhr zeigt gemäß US-Finanzministerium zum 22. Oktober 2020 übrigens einen Stand von 27,1 Billionen US-Dollar an (Public Total Debt). Ein Anstieg um 7,3 Billionen US-Dollar bzw. 36 Prozent seit dem Amtsantritt von Präsident Trump im Januar 2017.

Weitere Unsicherheitsfaktoren für die zukünftige Wirtschafts- und Gewinnentwicklung in den USA sind neben der wieder stark an Dynamik gewinnenden Corona-Pandemie die Zerschlagungsbestrebungen von „Big Tech“, die nach wie vor prekäre Lage am US-Arbeitsmarkt mit über 30 Millionen Transferleistungsempfängern sowie saisonbereinigt rund 12,6 Millionen Arbeitslosen im September 2020.

Fast unbemerkt von den Devisenmärkten hat sich kurz vor der US-Wahl das Handelsbilanzdefizit der USA mit 67,1 Mrd. US-Dollar im August 2020 auf das höchste Niveau seit der Lehman-Krise im Jahr 2008 aufgebläht. Der Handelskrieg, nicht nur mit China, konnte diese Entwicklung nicht verhindern. Nach wie vor sind die USA in der Gesamtbetrachtung nicht in der Lage, in vielen Sektoren international wettbewerbsfähig zu sein (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Die Herausforderungen, mit denen die USA in Friedenszeiten während dieser US-Wahl konfrontiert werden, sind einmalig. Dies gilt auch für den Amtsinhaber Donald J. Trump, der in vielen seiner Handlungen und Worte sehr unkonventionell und extrem anmutet. Man kann nur spekulieren, wie ein Präsident oder eine Präsidentin anderen Charakters eine solche Gemengelage meistern würde.

Der heimliche Präsident tritt bei der US-Wahl gar nicht an

In Kombination mit dem US-Staatsdefizit in Höhe von ca. 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ergibt sich mit dem Defizit im Außenhandel ein fatales Bild für die größte Volkswirtschaft der Welt. Das Mantra des stärksten und mächtigsten Landes der Welt ist nur noch eine hohle Phrase, basierend auf der Androhung von Waffengewalt und extraterritorialen Repressalien. Ob die Welt ohne diesen Status besser dastünde, ist seriös nicht prognostizierbar und auch nicht, wie lange diese Epoche der US-Dominanz noch währt.

Auf eines können sich die seit Jahrzehnten über ihre Verhältnisse lebenden US-Amerikaner und die Wallstreet aber weiterhin verlassen: auf die bei der US-Wahl im Schatten bleibende US-Notenbank Fed, die beliebig viele Dollars zum Ausgleich des Zwillingsdefizits und zur Aufrechterhaltung der US-Wirtschaft erzeugen kann. Natürlich auch, um die Party im Börsensaal auf der Titanic in Schwung zu halten. Dem heimlichen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Jerome Hayden „Jay“ Powell und seinem Offenmarkt-Komitee sei Dank.

Die Bilanzsumme der US-Notenbank (Fed) hat nun kurz vor der US-Wahl mit einem Gesamtvolumen von 7,18 Billionen US-Dollar das absolut und in Relation zum jährlichen BIP höchste Niveau aller Zeiten erreicht. Dabei kann man den geldpolitischen Akteuren keine Parteinahme für den ein oder anderen Kandidaten im US-Wahlkampf unterstellen. Die Intention der anhaltenden Geldflutung des Finanzsystems ist schlicht und einfach, dessen Existenz weiterhin sicherzustellen. Gegen diese Zwangslage wird auch in Zukunft keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten Politik betreiben können. Damit manifestiert sich die Rolle der zum Teil in privater Hand befindlichen Fed als Staat im Staate weiter und die Demokratie US-amerikanischer Prägung wird trotz Wahl endgültig zur Illusion.

Die Wallstreet hat Trump schon abgehakt

Die Finanzmärkte haben diesen Zusammenhang längst hergestellt, was auch erklärt, warum sich die Vermögenspreise trotz der Vielfalt extremer Unsicherheiten, inkl. dem Ausgang der US-Wahl, in luftigen Höhen bewegen. Besonders deutlich wird dies an der positiven Korrelation zwischen steigenden Umfragewerten für den Herausforderer Joseph Biden und der Zuversicht auf ein noch größeres, von der Fed finanziertes Stimulusprogramm. Für diese Aussicht ignoriert man sogar mögliche Steuererhöhungen für Einkommensmillionäre und Unternehmen im Falle eines Sieges der Demokraten bei der US-Wahl.

Aus Sicht vieler tief religiöser Trump-Wähler stellt sich ohnehin die Frage, warum man den exzentrischen Präsidenten nochmals wählen sollte? Schließlich hat er mit der Neubesetzung des obersten Gerichts und der größten Steuerreform der letzten 35 Jahre schon sehr viel erreicht. Wie viel mehr könnte er in einer zweiten Amtsperiode noch erreichen, was sein exzentrisches und volatiles Verhalten aus Sicht evangelikaler und katholischerer Wähler entschuldigt?

Die Zeitlücke nach der US-Wahl

Lediglich die zeitliche Verzögerung zwischen dem Wahltermin am 3. November und der Amtseinführung am 20. Januar könnte bei dieser US-Wahl ein besonderes Risiko darstellen. Die Zahlungen aus den Corona-Hilfspaketen gehen bereits seit August deutlich zurück, die zweite Welle der Pandemie schließt in den USA mit neuen Rekordansteckungen nahtlos an die erste Welle an. Wie lange wird es dauern, bis sich dies in der Konsumentenstimmung sowie den Konjunktur- und Unternehmenszahlen niederschlagen wird?

Ein nochmaliger Corona-Crash als erneute Einstiegsopportunität?

Im wahrscheinlichsten Fall wäre ein nochmaliger Rückschlag bei den Vermögenspreisen eine ebenso lohnenswerte Einstiegsmöglichkeit wie bereits während des Lockdown-Crashs im März dieses Jahres.

Man sollte also trotz aller Risiken nicht zu viele Chips vom Tisch nehmen, auch wenn die Gemengelage zur Vorsicht mahnt. Doch Fakt bleibt: Auf die Fed ist Verlass und deren Pulverkammern, bestehend aus ungedecktem digitalem FIAT-Geld, sind unlimitiert und können unabhängig von finanzpolitischen Entscheidungen des Kongresses die Unternehmen, die Verbraucher und die Finanzmärkte stützen.

Fazit und Ausblick

Mag man zu den US-Präsidentschaftskandidaten stehen, wie man will, für die Finanzmärkte spielt die Musik schon lange nicht mehr in der Pennsylvania Avenue 1600 in Washington (Weißes Haus), sondern Ecke Constitution Ave NW und 20th St. NW (Board of Governors of the Fed).
Besonders bei dieser US-Wahl spielen für Anleger starke Nerven und das Aushalten hoher Volatilität eine große Rolle. Ebenso wie ein gesunder Opportunismus. Dabei ist es für den Anlageerfolg unerheblich, welchen Kandidaten man persönlich präferiert oder ob man an dieses oder jenes glaubt oder nicht glaubt. Entscheidend ist das Verständnis für den Zusammenhang zwischen digitaler Notenpresse und Vermögenspreisen. Diese Konstante wird uns mit weiter zunehmender Bedeutung noch eine Weile erhalten bleiben.

Die US-Wahl bringt zunächst Unsicherheit, aber entscheidend für die Aktienmärkte ist die Fed

 

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Finanznews

US-Wahl: Wer liegt falsch? Marktgeflüster (Video)

Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Wer hat Recht – und wer liegt daneben? Eine Analyse der Lage

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher – und die verschiedenen Märkte senden unterschiedliche Signale! Das sind die Anleihemärkte, die mit steigenden Renditen von einem klaren Sieg von Joe Biden und den US-Demokraten ausgehen und daher mit einem großen Stimulus rechnen. Die Aktienmärkte dagegen scheinen noch unentschlossen und fokussieren sich auf das kurzfristige Geschehen, ergo die Hoffnung auf einen Stimulus noch vor der US-Wahl. Anders aber sieht es der Devisenmarkt: der US-Dollar bleibt robust, große Player haben ihre Wetten auf einen fallenden Dollar aufgelöst. Wenn aber der Dollar nicht schwächer wird heißt das, dass es den von den Anleihemärkten prognostizierten klaren Sieg der US-demokraten bei der US-Wahl nicht geben wird. Haben also die Devisenmärkte recht – oder doch die Anleihemärkte?

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