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Börse: Wann ist der Peak erreicht? Wachstum, Inflation, Quartalszahlen

Über die Pattsituation an der Börse - und warum sie enden könnte!

Wann ist der Peak an der Börse erreicht?

Wieder einmal zeigt die Börse, dass sie kurzfristig kaum berechenbar ist. Was gab es in der letzten Woche nicht alles an Signalen für eine Korrektur: durchbrochene 50-Tageslinien, Extremata im Bereich der Inflationsdaten – aber gleichzeitig eben auch negative Realrenditen. Es passt Vieles in kein Schema, eine Pandemie mit einem globalen Lockdown und die konzertierten globalen Notenbankinterventionen. Dafür hat niemand ein Modell, nicht einmal der bald 91-jährige Warren Buffett, der schon acht Rezessionen als Investor durchgestanden hat. Dennoch wird ständig versucht Analogien zu finden, zu früheren Perioden, gerade macht das Thema Inflation die große Runde.

Der neue Wettstreit an der Börse, transitory or not?

Geradezu euphorisch werden von einigen Anhängern der Inflationstheorie die Meldungen über weiter steigende Inflationsdaten „schnelle Anstiege wie noch nie“, kommentiert, im Gegensatz zu den Anhängern der US-Notenbanktheorie. Da scheinen sich einige nicht an die 1970/80-er-Jahre zu erinnern, als die Preise für einen Golf im Jahreswechsel von zwölf auf 13 auf 14 Tausend DM gestiegen waren, wo es jährliche Lohnsteigerungen von bis zu 10 Prozent gegeben hat. Auch dass die Ölpreise 2008 schon einmal weit über 100 Dollar/Barrel gestiegen waren, mit 125 Dollar für WTI und 147 Dollar für Brentöl.

Aber eines muss doch misstrauisch machen. Die Zeit schreitet voran und die Daten entfernen sich langsam aus ihrem Vergleichsbereich zur absoluten Lockdownphase des letzten Jahres. Wieso bleibt der US-Notenbankchef Powell bei seiner Theorie eines vorübergehenden Inflationsanstiegs? Sicherlich ist auch eine Federal Reserve nicht in der Lage, valide Zukunftsprognosen abzugeben in einem reflexiven Markt, aber in jedem Fall dürfte die Fed einen intensiven Blick über die Datenentwicklung haben. Schließlich stammen die Übersichten, die von den Ökonomen immer zur Analyse herangezogen werden aus dem Reservoire der Filialen der Fed (St. Louis, New York). Wieso sollte sich Jerome Powell als Dickkopf präsentieren, dessen Prognosen schon in wenigen Wochen durch neue Daten erneut widerlegt werden?

Die US-Ökonomie, abhängig von ihren Konsumenten

Es ist allgemein akzeptiert, dass die USA wie kaum ein anderes Land von der Ausgabefreudigkeit ihre Konsumenten abhängig sind, mit einem 70 Prozent-Anteil am Bruttoinlandsprodukt. Deshalb wurden in den letzten 15 Monaten mehr als 5 Billionen Dollar an Rettungspaketen geschnürt, viele Milliarden wurden an Helikoptergeld ausgeschüttet und vieles davon ist auch auf den Sparkonten gelandet und wartet auf Verzehr. Oder vielleicht auch zur Anlage? Jedenfalls ist die Zeit der Stimulus-Checks vorbei und schlagartig ebbt auch der Zufluss an staatlicher Unterstützung ab. Keine 300 Dollar Schecks mehr, keine Arbeitslosenunterstützung (in nahezu allen Bundesstaaten), was den Arbeitslosen Summen an monatlichen Einnahmen gebracht hat, die sie vorher in der regulären Arbeit nicht erreicht hatten. Der Jobaufbau stockt, die Kündigungsraten bei Unternehmen haben Rekordwerte erreicht und die offenen Stellen in Amerika zählen mehr als acht Millionen. Wer hat das größere Stehvermögen? Die Unternehmen, die händeringend nach Arbeitskräften suchen oder die Arbeitnehmer, die von ihren staatlichen Zuschüssen zehren?

Was passiert aber in den USA mit den hoch verschuldeten Konsumenten (14,64 Billionen Dollar, dazu heute später ein eigenere Artikel), sollte es nur einen kleinen Anstieg bei den Kapitalmarktzinsen geben? Können die Konsumenten wirklich um besser dotierte Jobs pokern, wo es vor zwei Jahren noch hieß, dass sich Dutzende von Millionen Amerikanern nicht einmal eine 400 Dollar-Reparatur im Haushalt leisten können, wegen nicht vorhandener Rücklagen?

Eine dauerhafte Inflation kann es aber nur geben, wenn zeitgleich Konsum, Konsumentenpreise und Löhne nach oben gehen!

Hat denn nicht jeder gut gemeinte schuldenfinanzierte, staatliche Stimulus zu einem konjunkturellen Sugar Rush geführt, aber bald darauf zu einem Einbruch beim Ausbleiben der „Dopingmittel“?

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