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Börsen-Ausblick – Erste Schnäppchen werden schon sichtbar

Stephan Heibel

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In meiner neuen Ausgabe 20/37 erinnere ich mich an ein gutes Unternehmen, das ich im Februar vorgestellt habe, das heute jedoch deutlich günstiger zu haben ist – zudem zeige ich die fünf Stolpersteine der kommenden Wochen auf, damit wir nicht überrascht werden: hier mein Börsen-Ausblick:

Der September ist – historisch betrachtet – ein gefährlicher Monat. Zum Ende des Jahres hin steigen die Kurse gerne mal an, doch jetzt ist es in meinen Augen zu früh, um voll einzusteigen. Wir haben unsere Cashposition auf 30% des Portfolios hochgefahren, um im Falle eines Falles handlungsfähig zu sein…

…sollten die Kurse jetzt schon ohne uns abheben, werden wir halt ein wenig verspätet aufspringen. Aber ich halte das Risiko, unsere gute Jahresperformance zu verlieren, für größer als das Risiko, die ersten paar Prozent einer Fortsetzung der Rallye zu verpassen.

Denn es stehen einige kritische Entwicklungen an:

1. Junge Aktionäre

Wir haben neue Anleger am Aktienmarkt zu begrüßen. Der Lockdown hat viele junge Menschen dazu bewegt, sich mit Online-Trading zu beschäftigen. Trade Republik und Robinhodd haben es jungen Anlegern ermöglicht, mit Corona-Profiteuren exorbitante Gewinne zu erzielen. Diese neuen Anleger kennen bislang nur Gewinne. Sie kennen keine Konsolidierung, keine Korrektur und auch keine Verluste.

Wann immer der Markt einmal ein wenig länger als drei Tage rote Vorzeichen ausweist, dürften viele dieser neuen Jung-Anleger in Panik geraten. Was wir bislang gesehen haben, ist meines Erachtens nur ein Vorgeschmack.

2. Rotation

Ein zweiter Trend ist weiterhin die Rotation aus den Corona-Profiteuren heraus in die Nachzügler. Die Shop Apotheke ist ein prominenter Fall: Zwischenzeitlich war sie seit dem Crash im März um das Vierfache angestiegen: Von 40 auf 160 Euro! In den vergangenen Tagen ist die Aktie nun auf 130 Euro eingebrochen.

Das Geschäft der Shop Apotheke entwickelt sich blendend. Die Aktie hat außerdem den Sprung vom SDAX zum MDAX geschafft. Am 21. September erfolgt der Wechsel. Doch die Kursphantasie für dieses Ereignis war ausgespielt, als die Deutsche Börse Anfang September den Wechsel bekannt gab: Es erfolgten Gewinnmitnahmen, die zu dem Kurssturz führten.

Eine Chance? Nun, die Shop Apotheke wächst mit 30% im Jahr, erwirtschaftet aber noch keinen Gewinn und häuft immer größere Schulden an. Eine Milliarde Euro Jahresumsatz werden mit zwei Milliarden Euro Marktkapitalisierung bewertet (KUV = 2). Hmm, das ist für ein Wachstumsunternehmen nicht schlecht. Aber die 30% Wachstum sind meines Erachtens ein Einmaleffekt dank Corona, so dass ich die Entwicklung nicht linear in die Zukunft fortschreiben würde. Aber ein KUV von 2 ist nicht zu teuer.

Da fällt mir Medios wieder ein, der Apothekendienstleister, der sich auf Spezialmedikamente konzentriert. Haben wir hier einen Nachzügler, der in unser Portfolio passt? Meine konkrete Empfehlung zu Medios finden Sie im PLUS Kapitel 04 unter https://heibel-ticker.de/heibel_tickers/1788#ch04 (Zugang ist Heibel-Ticker PLUS Lesern vorbehalten, Infos zum einmaligen Zugang siehe unten).

Rotation zu den vergessenen Aktien: Deutz, Pfeiffer Vacuum und Fuchs Petrolub (inzwischen auf über 8% Wochenplus) zählen zu den Aktien, die in den vergangenen Monaten eher gemieden wurden.

3. Brexit

Die Briten verschärfen derzeit den Verhandlungston bezüglich des anstehenden Brexits. Beim Zankapfel um die innerirische Grenze findet sich kein Konsens, die Briten drohen mit einer Grenzziehung. Wer die Geschichte Irlands kennt, dem graut vor diesem Weg. Es ist ein Punkt, an dem die Verhandlungen tatsächlich scheitern können.

4. US-Präsidentschaftswahlkampf

Joe Biden hat Steuererhöhungen angekündigt. Derzeit führt er klar in den Umfragen und entsprechend ist mit Verunsicherung an den Aktienmärkten zu rechnen, denn gerade dort sind Steuererhöhungen unbeliebt.

5. The Winner takes it all

Die globalen Monopolisten haben einen Großteil der durch die ultralockere Geldpolitik geschaffenen Liquidität aufgesogen. So waren Facebook, Apple, Alphabet, Amazon, Microsoft und Nvidia in den vergangenen Monaten angesprungen, wie wir es sonst nur von Startup Unternehmen kennen. Wenn aber Unternehmen mit Billionen-Bewertungen zweistellig anspringen, dann ist dazu eine ganze Menge Geld erforderlich: Ein großer Teil der im Markt befindlichen Liquidität ist also nun in diese Aktien geflossen. Wehe, wenn diese Aktien mal korrigieren, wie wir in den vergangenen Tagen gesehen haben: Sie haben den gesamten US-Markt mitgerissen.

Also: Bei Medios könnte die Korrektur bereits gelaufen sein, genau wie bei Stratec, die wir kürzlich als Spekulation geholt haben. Ungeachtet dessen sind für meinen Geschmack noch zu viele junge Aktionäre im Markt, die noch nie mit Aktienverlusten umgehen mussten. Es würde mich nicht wundern, wenn wir in den kommenden Wochen noch die eine oder andere Gelegenheit bekommen, weitere Aktien einzusammeln. „Nur net Hudele“. Es gibt schon die ersten Schnäppchen, aber ich bleibe vorsichtig.

Werbung: Zugang zu Heibel-Ticker PLUS: Sie können einzelne komplette Heibel-Ticker PLUS Ausgaben für 5 Euro kaufen: In Kooperation mit Boersenkiosk.de biete ich die Möglichkeit, einzelne Ausgaben (ohne Abo) in der vollständigen PLUS-Version zu kaufen. So können Sie sich einen Einblick in die PLUS-Ausgabe verschaffen und gezielt bestimmte PLUS-Kapitel einsehen, die zahlenden Lesern vorbehalten sind. Die Ausgaben bei Boersenkiosk.de können Sie unter https://boersenkiosk.de/Details.php?prod_id=184 finden. Sie können damit das oben aufgeführte PLUS Kapitel 04 meiner Ausgabe 20/37 einsehen.

Der Börsen-Ausblick für die nächsten Wochen

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Sparquote explodiert – der deutsche Michel sorgt in der Krise vor!

Claudio Kummerfeld

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Stapel an Geldmünzen als Symbol für höhere Sparquote

Zur Sparquote kommen wir gleich noch. Aber erstmal eine Frage für Sie: Was macht man in Krisenzeiten, wenn extrem viel Unsicherheit herrscht? Das Konsumverhalten hat sich schon nachweislich geändert. Die Deutschen geben weniger für Bekleidung aus, dafür mehr für die Einrichtung ihrer vier Wände, was aktuelle Daten belegen. Aber wenn man nicht gerade arbeitslos geworden ist, und nun dank entfallender Events, Restaurantbesuche und Urlaubsbuchungen viel Geld übrig hat, was macht man? Während die Amerikaner wie die Geisteskranken seit Monaten ihr Geld in die Börse pumpen, macht der deutsche Michel was?

Ja, Sie haben richtig geraten. Der deutsche Michel pumpt sein Geld aufs Sparbuch – offensichtlich ist es egal, dass man real sogar Geld verliert. Gut, seit drei Monaten schwankt die Inflation in Deutschland an der Null-Linie und ist derzeit sogar negativ. Aber seit Jahren verzeichnen die Sparer bei Nullzinsen nach Abzug der Inflation reale Wertverluste. Nimmt man an, dass die Inflation wieder über die Null-Linie steigt, geht dieser Trend so weiter. Aber wie wir es schon mehrmals die letzten Jahre thematisiert hatten – was der Sparer am Zins verliert, gleicht er ganz einfach aus, in dem er Monat für Monat einfach mehr Geld zurücklegt!

Sparquote in Deutschland explodiert

Dieses Verhalten untermauert eine heute veröffentlichte Studie des Bundesverbands der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die Sparquote, also der Anteil vom verfügbaren Einkommen der Bürger, der auf die hohe Kante gelegt wird, lag von 2015-2019 immer im Bereich zwischen 10,1 und 10,8 Prozent. Jetzt soll dieser Anteil (die Sparquote) in 2020 aber laut BVR auf 15 Prozent hochspringen! Was sich auf das gesamte Einkommen bezogen nicht nach viel anhört, ist aber mal eben ein Plus von grob gesagt 50 Prozent in der Sparquote bei den privaten Haushalten.

Laut dem Bankenverband sei dieser massive Anstieg des Sparens ist ein Corona-Sondereffekt. Ausgefallene Urlaubsreisen und verschobene Autokäufe würden nur allmählich nachgeholt. Auch in 2021 dürfte die Sparquote noch erhöht bleiben und erst danach wieder auf rund 11 Prozent zurückgehen, so der BVR. Und der Verband bestätigt unsere These, dass die Menschen bei ausbleibenden Zinsen einfach mehr Geld auf die Hohe Kante packen, als Ausgleich. Zitat BVR:

Die Sparquote sei in Deutschland im internationalen Vergleich in den vergangenen Jahren vergleichsweise hoch und stabil geblieben, so der BVR. Martin: „Die Sparkultur ist in Deutschland fest verankert.“ Die historisch niedrigen Zinsen senkten die Sparanreize, erhöhten aber wegen des fehlenden Zinseszinseffekts das für ein Vorsorgeziel nötige Sparvolumen. Ein nachlassendes Sparen war in den vergangenen Jahren allerdings bei Sparern mit niedrigen Einkommen festzustellen.

Der deutsche Michel bleibt Sparbuch-Liebhaber, und kann mit der Börse nach wie vor kaum etwas anfangen. Dies kann man aus den folgenden Aussagen des BVR herauslesen:

Die Deutschen seien bei der Geldanlage weiterhin risikoscheu. Dies zeigten die vorliegenden Zahlen zur Geldvermögensbildung der Bundesbank. Im Zeitraum vom zweiten Quartal 2019 bis zum ersten Quartal 2020 hätten die privaten Haushalte 282 Milliarden Euro neues Geldvermögen gebildet. Dieser Betrag ergebe sich im Wesentlichen aus dem Sparen zuzüglich der Netto-Kreditaufnahme und abzüglich der Sachinvestitionen, hauptsächlich in Form des Wohnungsbaus. Mit 49 Prozent sei fast die Hälfte der Geldvermögensbildung in Form von Bargeld und Bankeinlagen geflossen, sehr hoch liege mit 28 Prozent auch der Anteil des Versicherungssparens.

Der Anteil des Wertpapiersparens, wozu neben Investmentfonds, Aktien und an anderen Anteilsrechten auch Schuldverschreibungen zählen, habe bei 23 Prozent gelegen. Wertpapiere hätten als Anlageform zuletzt etwas an Bedeutung gewonnen, im internationalen Vergleich sei ihr Anteil aber ausbaufähig. Beispielsweise liege der Anteil der Wertpapieranlage in Schweden und Finnland bei rund 50 Prozent. Martin: „Mit einer stärkeren Geldanlage in Investmentfonds und Aktien können Sparer höhere Renditechancen bei überschaubaren Risiken erreichen, wenn grundlegende Anlageprinzipien eingehalten werden.“ Hierzu zählt eine breite Streuung der Investments, wie sie über Investmentfonds erreicht werden kann, eine langfristige Anlageperspektive und ausreichende Liquiditätspolster für den Fall unvorhergesehener Ausgabenotwendigkeiten.

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Einzelhandelsumsätze: Krise vorbei – nur Bekleidungsgeschäfte haben ein Problem

Claudio Kummerfeld

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Frau mit Einkaufstaschen

Erst vorgestern berichteten wir über das veränderte Konsumverhalten der Deutschen im Zuge der Coronakrise. Die Menschen würden den Rotstift zuerst bei Urlaub, Bekleidung oder Schmuck ansetzen. Und diese Erkenntnis, gewonnen aus Umfragedaten von Creditreform, erkennt man auch in den heute veröffentlichten Einzelhandelsumsätzen vom Statistischen Bundesamt für den Monat August. Noch nicht wieder auf dem Vorjahresniveau sind demnach nämlich die Einzelhandelsumsätze in den Bereichen Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, sowie der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) mit real -10,1 % und -2,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Aber abgesehen davon sind die gesamten Einzelhandelsumsätze im Vergleich zu Februar und auch im Jahresvergleich zu August 2019 inzwischen wieder höher! Damit kann man also sagen: Die Menschen konsumieren wieder mehr als vor der Krise, von daher ist die Konsum-Angst offenbar verflogen – nur das Konsumverhalten hat sich verschoben, zum Beispiel von Bekleidung hin zu Wohnungseinrichtung. Deutlich zugenommen hat auch der Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit einem realen Plus von 8,1 Prozent.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze sind im August im Jahresvergleich um 3,7 Prozent gestiegen (der August 2019 hatte sogar einen Verkaufstag mehr), und im Monatsvergleich um 3,1 Prozent. Hier weitere Details der Statistiker im Wortlaut:

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im August 2020 real 2,6 % und nominal 5,4 % mehr um als im August 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 2,9 % und nominal 5,6 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 0,3 % und nominal 3,7 % mehr um. Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,5 % und nominal um 5,4 %. Das größte Umsatzplus zum Vorjahresmonat mit real 23,0 % und nominal 24,4 % erzielte der Internet- und Versandhandel.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im August

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Das ist die erfolgreichste deutsche Anlegerin – Werbung

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Lieber Börsianer,

vorgestern ist Beate Sander mit 82 Jahren einem Krebsleiden erlegen. Hierzulande wurde sie bekannt als die „Börsen-Oma“, die in den 90er-Jahren völlig unbeleckt an die Börse startete und aus 60.000 DM weit über 2 Millionen Euro machte. Sie gilt zu Recht als die erfolgreichste Privatanlegerin Deutschlands.

Dabei war ihr der Börsenerfolg definitiv nicht in die Wiege gelegt. Sie wuchs in Rostock auf und hat im Arbeiter- und Bauernstaat sicherlich nicht viel über den freien Markt gelernt. Als Jugendliche kam sie nach Süddeutschland und schlug dort eine Laufbahn als Realschullehrerin ein.

Im Alter von 60 Jahren hat sie dann ihrem Leben eine Wende gegeben und wurde Börsianerin, ohne dabei ihre Aufgaben als Pädagogin zu vernachlässigen. Ich wiederhole mich, ihrem Sohn hinterlässt sie nun ein Depotvermögen von weit über 2 Millionen Euro. Daneben setzte sie sich erfolgreich für die Aktienkultur in Deutschland ein, schrieb einige Börsenratgeber und verfasste regelmäßig Börsen-Kolumnen etwa in der Bild-Zeitung.

Ihre Erfolgsformel: Kaufen, wenn die Welt vermeintlich untergeht

Was war ihr Erfolgsrezept? Frau Sander pflegte einen offensiven Anlagestil und war in besonderem Maße an Technologie und Innovation interessiert. Gewissermaßen war das Silicon Valley ihre zweite Heimat. Daneben zeichnete sie sich durch einen streng antizyklischen Ansatz aus. So nutzte sie die Finanzkrise bzw. den Börsen-Crash von 2008, um ihr Depot nochmals auszubauen. Sie hat damals, als viele Anleger…..

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