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Börsenaufsicht für CFDs, Forex und Binäre Optionen: Unartige Broker umerziehen

Hierbei handelt es sich um oftmals kleine und mittelgroße Broker, die meistens das Endkundengeschäft mit Privatkunden bedienen, und nicht um institutionelles Geschäft. Schon Ende letzten Jahres hatte die,,,

Redaktion

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FMW-Redaktion

Gleich vorab die Frage: Wird das nur ein Papiertiger? Nachdem UK ja demnächst aus der EU ausscheidet, ist die kleine Insel Zypern der wichtigste Standort in der EU für Broker aus dem Bereich CFDs, Forex und Binäre Optionen. Hierbei handelt es sich um oftmals kleine und mittelgroße Broker, die meistens das Endkundengeschäft mit Privatkunden bedienen, und nicht um institutionelles Geschäft. Schon Ende letzten Jahres hatte die dortige Börsenaufsicht „CySec“ für die Branche die Vorschriften in zwei wichtigen Punkten angezogen. Erstens wurde für unerfahrene Trader der maximale Trading-Hebel von 50 eingeführt, und zweitens wurden den Brokern Bonus-Programme verboten, mit denen sie Neukunden zu Einzahlungen locken konnten.


Aktives Trading Foto: Andyhill8/Wikipedia /Gemeinfrei

Jetzt hat die CySec ein Rundschreiben an die Broker versandt und dies auch öffentlich zur Verfügung gestellt. Es liest sich fast so wie im Kindergarten, als wenn die Aufsichtsperson die unartigen Kinder umerziehen wolle. Das Thema des Rundschreibens lautet „Obligations of CIFs when providing information to clients on the Services and instruments offered.“ Es geht also darum, wie sich wohl einige (aber nicht alle) Broker verhalten beim Auftreten gegenüber neuen und bestehenden Kunden, und wie dieses Verhalten geändert werden soll. Zunächst weist man darauf hin, dass der jeweilige Finanzdienstleister nur Anlageberatung gegenüber dem Kunden anbieten darf, wenn dies auch vorher durch die CySec per Lizenz genehmigt wurde (eigentlich eine Selbstverständlichkeit?). Zitat:

The Staff must not provide investment advice in relation to financial instruments. In case the CIF is authorised to provide investment advice, it shall be provided by authorised and qualified employees of the department that is responsible to do so.

Für Mitarbeiter von Finanzdienstleistern, die mehr machen als nur technischen Support oder die passive Beantwortung einfacher administrativer Fragen, möchte man folgende Maßgaben durchgesetzt sehen: So soll das Personal für die jeweilige ausgeführte Tätigkeit eine angemessene Fachkenntnis haben (eigentlich aus selbstverständlich?) Zitat:

CIFs must ensure that the Staff possesses the necessary knowledge and competence to meet relevant regulatory and legal requirements and business ethics standards. The level and intensity of knowledge and competence expected for the Staff should be determined by CIFs, reflecting the scope and degree of the relevant services provided. The Staff should possess an appropriate qualification and experience in the provision of such services to clients.

On an on-going basis, CIFs must ensure that the Staff continues to possess appropriate qualifications and maintain and update its knowledge and competence by undertaking continuous professional development or training for the appropriate qualification, as well as specific training relevant to its field. When a Staff member does not possess the necessary knowledge and competence, the said Staff member can provide the relevant services only under supervision and for limited period of time. CIFs must clearly define the roles and responsibilities of the Staff and ensure that they know, understand and apply CIF’s internal policies and procedures designed to ensure compliance with the relevant regulatory requirements.

Und man fordert die Finanzdienstleister auf darauf zu achten, dass die jeweiligen Mitarbeiter in Gesprächen mit den Kunden auch ihre richtigen Namen verwenden (gab es folglich in der Vergangenheit andere Vorgehensweisen?) Zitat:

CIFs must ensure that the Staff uses its real name and not an alias, and does not give false information regarding its credentials, when communicating with clients.

Auch sollen Finanzdienstleister darauf achten, dass Mitarbeiter in Telefonanrufen bei Kunden und Neukunden nicht aggressiv auftreten und nicht aktiv dazu auffordern Geld auf die Tradingkonten einzuzahlen (bisher andere Vorgehensweisen?) Zitat:

CIFs must ensure that practices such as frequent and repeated telephone calls to Clients initiated by the Staff, and/or the use of aggressive language, and/or the exercising of pressure, urging/advising the client e.g. to invest and/or to deposit funds, are not and must not be employed/used by the Staff, as these are not consistent with the provisions of Article 36(1) of the Law.

Auch sollen die Anbieter eine Art Compliance-Prozess hausintern einführen, dass Mitarbeiter, die doch aggressiv Kunden angehen, abgemahnt werden mit entsprechender Dokumentation usw. Auch erwähnt die CySec in ihrem Schreiben eine lange Liste von Fähigkeiten und Wissen, was der zuständige Mitarbeiter wissen muss, der zum Beispiel um Neukunden wirbt oder sie in Sachen Anlageberatung betreut. Er muss die Gebühren kennen, die Funktionalität der Produkte, Geldwächerichtlinien uwm. (eigentlich auch eine Selbstverständlichkeit?)

Auch interessant: Die CySec rät den Finanzdienstleistern, die Anlageberatung anbieten, dringend davon ab Kernbereiche ihrer Tätigkeit in Länder außerhalb der EU auszulagern (Outsourcing). Das sei zwar möglich, aber man könne sich nicht vorstellen, dass der Anbieter der CySec glaubhaft darstellen könne, dass das für die CySec aufsichtsrechtlich alles nachprüfbar sei. Also quasi ein Verbot von Outsourcing für das Kerngeschäft!

Und letztlich weist die CySec darauf hin, dass die Anbieter alle erforderlichen Unterlagen (zum Beispiel Qualifikationen der Mitarbeiter etc) schriftlich dokumentiert haben muss in einer Weise, dass die Aufsicht es jederzeit prüfen kann. Also letztlich jede Menge Papierkrieg. Aber waren die meisten vorher genannten Punkte nicht eigentlich eh selbstverständlich für einen Broker innerhalb der EU? Am Ende nochmal die Frage vom Anfang: Wird das nur ein Papiertiger?

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Mike Hempel

    3. Februar 2017 18:51 at 18:51

    Viele Broker aus Zypern(24Option, Binary International, OptionBit) arbeiten so seriös, das wen News stattfinden Optionen in den Prozenten gesenkt oder ganz vom Markt genommen werden. Immerhin konnte ich 24Option als diese letztes Jahr ein paar mal doch etwas zugelassen haben ordentlich Gewinne einfahren. Seitdem werden diese Optionen sehr selten/überhaupt nicht mehr angeboten. Unter meinen eigenen Namen darf ich bei allen Anbietern nicht mehr handeln, diese Konten sind alle gesperrt. Auch wurden schon erzielte Gewinne einfach annulliert und nur das eingezahlte Geld zurück erstattet.

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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